Viertes Hauptstück. Von den sechs Sünden Wider den heiligen Geist, und zwar von den ersten drei.
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rückstosscn." sNvm. Katech.) Wie sehr sollen wir daher nichtdiese furchtbaren Sünden meiden!
Fr. Welches sind die sechs Sünden wider denheiligen Geist?
Antw. Folgende: l) Bermessentlich ans GottesBarmherzigkeit sündigen, 2) an der Gnade Gottes ver-zweifeln, 3) der erkannten christlichen Wahrheit wider-streben, 4) seinen Nächsten nm der göttlichen Gnadewillen beneiden, 5) gegen heilsame Ermahnungen einverstocktes Herz haben, 6) in der Unbnßfertigkcit vor-sätzlich verharren.
Fr. Was heißt: „Bermessentlich auf GottesBarmherzigkeit sündigen?"
Antw. Es heißt: fortsündigen und böse bleibenwollen, weil Gott barmherzig ist.
Belehrung. Welch' eine Bosheit! Die göttlicheBarmherzigkeit, die uns eben zur Buße bestimmen sollte,benützt der Gottlose dazu, um immer freier fortzusündigen!„Und welch' eine Thor heit!" ruft der heilige Chrysostomusans. „Man verläßt sich auf die Barmherzigkeit Gottes unddenkt dabei: ES sind ja schon Viele zu Gnaden gekommen!Läßt sich denn etwas Thörichtcrcs denken? So trinke dann
auch Gift oder schneide dir die Gurgel ab; denn eS sind schonViele durch ein Wunder dem Tode entrissen worden! — Dnwillst nicht, hältst dieß für einen Unsinn? Aber fortsiindigen undsich auf die Barmherzigkeit Gottes verlassen, ist noch unsinniger,weil mehr Todte zum Leben, als solche Vermessene zu Gna-den gelaugt sind." — Aeußerst liebevoll ermahnt uns daherder weise Sirach (5, 5 sf.): „Häufe nicht Sünde aufSünde! Sage nicht: Die Barmherzigkeit ist groß; hätte ichauch eine Menge Sünden, so wird er sich über mich er-barmen! Denn seine Barmherzigkeit und sein Zorn (d. i.seine Gerechtigkeit) sind beide gleich schnell. Sein Zornblickt auf die Sünder hin. Zögere nicht, dich zum Herrnzu bekehren, und verschiebe es nicht von einem Tage aufden andern; denn sein Zorn bricht plötzlich aus; zur Zeitder Rache wirb er dich vernichten."
Beispiele und Anwendung. Dieser Sünde mach-ten sich schuldig die Israeliten, die oft die Buße ver-schoben und auf Gottes Barmherzigkeit sündigten, bis diegöttlichen Strafen sie ereilten. (Jerem. 5.) — Der gottloseund grausame König Antiochus verschob seine Besserungbis auf's Sterbebett; da rief er aus: „Nun gedenke ich desBösen, das ich zu Jerusalem gethan." (1. Mach. 6,12.) —Allein es war zu spät; „der Gottlose konnte keine Gnadevon Gott mehr erlangen." — Der berühmte englischeKanzler Thomas Morus pflegte oft, um vor dieser ver-