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Am Feierabende des 8. Dezember.
Gerade die Lauheit. Sein Verlangen nach Vollkommen-heit schläferte allmählig ein, sein Gebetseifer und die Tugend-übungen ließen nach, kurz, er fing an rückwärts zu gehen,und indem er Schritt für Schritt zurückging, siel er endlichin den Abgrund der Todsünden, und was noch schlimmer ist,in den Abgrund des traurigsten Todes. — Siehe, so tiefstürzt die Lauheit oft den Menschen! Darum fliehe dieseSünde, und sei stets bemüht, die entgegengesetzte Tugend derArbeitsamkeit und des frommen Eifers zu üben, wie derheilige Ambrosius, dessen Fest am heutigen Tage be-gangen wird.
Legende: Der heilige Erzbischof und Kirchen-lehrer Ambrosius ('s- 397).
Dieser wegen seiner unerschütterlichen Festigkeit,ungemeinen Erleuchtung und großen Heiligkeit berühmteBischof und Kirchenlehrer war der Sohn eines römischenStatthalters. Zn Mailand betrat er die juristische Lauf-bahn, stand bald als ein ausgezeichneter Redner und Rechts-gelchrter da und erwarb sich die Achtung der angesehenstenMänner. Als der Kaiser Valentinian ihn zum Statthaltermehrerer Provinzen ernannte, sagte Probus zu ihm: „Gehhin und verwalte dein Amt nicht wie ein Richter, sondernwie ein Bischof!" Als der bischöfliche Sitz von Mailanderledigt wurde, und die Arianer Einen von ihrer Parteidarauf setzen wollten, begab sich Ambrosius, um Ver-wirrung zu verhüten, an dem Wahltage in die Kircheund ermahnte zur Ordnung; hatte aber noch nicht ans-geredet, als Plötzlich ein Knabe rief: „Ambrosius seiBischof!" Die ganze Versammlung sah diese Stimmeals einen Wink von Oben an und erwählte ihn wirklichzu ihrem Bischöfe. Ueberzeugt, es sei Gottes Wille,
daß er die bischöfliche Würde anuehme, ergab er sich denBitten des Volkes, empfing die heilige Taufe und achtTage darauf die bischöfliche Weihe. Sanft, demüthig,seeleneifrig, unerschütterlich festhaltend an dem wahrenGlauben, gebrauchte er sein Ansehen nur zum Glückeseiner Heerde und zum Besten der katholischen Kirche.Zweiunvzwanzig Jahre lang führte er den Oberhirtemstab mit aller Treue, bereicherte die Kirche Gottes mitvielen gediegenen Schriften und zierte das Haus desHerrn als glänzende Leuchte, als ihm sein nahes Endegeoffenbart wurde. Er entschlief ruhig im Herrn i. I. 397.
Gebet. O Gott, der du deiner Kirche den hei-ligen Ambrosius als einen erleuchteten Lehrer undVertheidiger gegeben hast, wir bitten dich um die Gnade,seiner Lehre und seinem Beispiele zu folgen, der dulebest und regirest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Dreihundertzweimidoierzigstes Lesestück.
Am Feierabende des 8. Dezember.
Von de» sechs Sünden wider den heiligen Geist, und zwar vonden ersten drei.
Fr. Was gibt es außer den sieben Hauptsündennoch für besonders schwere Sünden?
Antw. Die sechs Sünden wider den hei-ligen Geist, welche deßhalb so heißen, weil man durchdieselben dem heiligen Geiste ganz besonders widerstrebt,indem man seine Gnade mit Wissen und Willen ver-achtet, zurückstößt und mißbraucht, wie die Juden zurZeit Christi gethan haben, denen deßhalb auch der heiligeStephanus (Apstg. 7, 51.) zurief: „Ihr Halsstarrigenund Unbeschnittenen an Herz und Ohren! Ihr wider-strebet allezeit dem heiligen Geiste, wie eureVäter, so auch ihr." (Sieh das nachfolgende Bild!)
Belehrung. Da diese Sünden aus besonderer Bos-heit entspringen, indem man der göttlichen Gnade absichtlichdas Herz verschließt, so sagt der göttliche Heiland: „daß sieweder in dieser, noch in der künftigen Welt vergeben wer-den" (Matth. 12, 32.), d. h. daß sie fast nie vergebenwerden, weil fast nie wahre Buße darüber gewirkt wird.„Wenn man hin und wieder von einer Krankheit sagt, siesei unheilbar, weil der Kranke so eigensinnig ist, die Kraftder Arznei zu Haffen, so gibt es gewisse Sünden, welchenicht nachgelassen werden, weil die damit Behafteten daseigenthümliche Rettungsmittel — die Gnade Gottes — zu-