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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
Entstehung
Seite
790
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7W Viertes Hauptstück. Von den sieben Hanptsündcn, und zwar 6) vom Zorne nnd 7) von der Trägheit.

— her. Was geschah? Sein Blick fiel auf eine badendeFrau; die Sinnlichkeit entbrannte, und David wurdeein Ehebrecher. Ach! wie wird's nun erst mit jenengroßen Müssiggängcrn werden, die Tag und Nacht un-thätig umherschwärmen und als unnütze Pflastertreter nur^1 auf Unheil und Verderben sinnen! —

Fr. Wie versündigt man sich durch geist-liche Trägheit oder Lauigkeit?

Antw. Wenn man nachlässig ist im DiensteGottes und in der Sorge für das eigene Seelenheil.

Belehrung. Diese Art Trägheit ist nicht minderverderblich, als die crstere; denn aus der Lauigkeitentsteht Abscheu vor allen Religionsübungen, Verachtungdes göttlichen Wortes und aller Gnadenmittel, Erbitter-ung gegen heilsame Ermahnungen, Weltliche, Unbußfcr-tigkeit, Unglaube. „Wie durch ein allmähliges Weichen desGrundes," sagt der heilige Kassian, „oder durch ein langes,wenn auch unmerkliches Eindringen des Wassers zuweilender Sturz großer Gebäude herbeigeführt wird: ebenso wirftein allmähliges Nachlassen des Eifers und die immer mehrüberhand nehmende Lauigkeit die größten Kolosse der Voll-kommenheit zur Erde nieder." Daher spricht Gott der Herrzu allen Lauen das furchtbare Wort: „ O daß du kalt wärestoder warm! Weil du aber lau bist und weder kalt nochwarm, so werde ich dich auSspeicn aus meinem Munde."(Offenb. 3, 16.) Führwahr, der Laue kann Gott dem Herrnkein Gegenstand des Wohlgefallens sein; er darf also auchnicht auf den Himmel und die ewige Seligkeit rechnen; denn„das Reich Gottes kommt nicht zu den Schlafenden," sagtder heilige Leo, „und die ewige Seligkeit ist Denen, die vorMüssiggang und Trägheit ganz starr sind, nicht versprochen!"

Beispiel und Anwcnduug. Das Verderben derLauheit zeigt sich an dem unglückseligen Euprepian. Dieserlebte viele Jahre in einem Kloster und war in demselben einSpiegel aller religiösen Tugenden. Er war eifrig im Gebete,unermüdet in Abtödtungcn, bereit zum Gehorsam, sehr genauin Beobachtung der Regeln. Zweimal wurde er um desheiligen Glaubens willen eingekerkcrt, und blieb in Ketten undBanden standhaft. Zweimal wurde er von den Götzendienernschrecklich gegeißelt, und er erlitt die harten Streiche, er dul-dete die heftigen Schmerzen und vergoß eine Menge Blutesaus Liebe zu Jesus. Wer hätte bei einem so eifrigen Leben,bei einer so standhaften Tugend nicht eine beständige Dauervermuthet? Wer hätte ihm nicht den Glanz einer großenHeiligkeit vorhergesagt? Und doch fiel Euprepian auf einehöchst traurige Weise. Wer konnte eine solche Säule derheiligen Kirche, die unter den heftigsten Stürmen der grau-samsten Verfolgungen unbeweglich dastand, zu Boden werfen?

der StandcSpflichtcn, Verarmung, Lüge, Betrug und vieleandere Sünden der Ungerechtigkeit und Unkeuschheit. Dahersagt schon das Sprüchwort: „Müssiggang ist aller LasterAnfang," und bei Sirach (33, 20.) heißt es: „Der Müs-siggang lehrt viel Böses," und in den Sprüchw. (6, 11.):„Wer dem Müssiggange nachhängt, ist voll Armuth." MitRecht bezeichnet sonach der heilige Chrysostomus die Träg-heit als „die Mutter der Armuth und die Wurzel der Ver-zweiflung." Daher warnt uns die heilige Schrift nachdrück-lich vor dieser Sünde mit den Worten: „Geh hin zur Ameise,du Fauler! uud betrachte ihre Wege und lerne Weisheit!"(Spr. 6, 6.)

Beispiele und Anwendung. Der Müssiggang istdie Quelle aller Laster; „er ist die Schwindgrube unreinerVersuchungen," sagt der heilige Bernhard. In einemstehenden Wasser sieht man Nichts als Schlamm und Un-geziefer. So ist cs auch mit dem Menschen; ist er unthätig,so nehmen böse Gedanken seine Seele ein. Die selige Lid-wina ermahnte deßhalb ihre Freundinen: „Seid niemalsmüssig, Geliebteste! denn der Müssiggang ist die Schwind-grube und die Pflegemutter alles Bösen. Es steht geschrieben:Von der Arbeit deiner Hände sollst du dich nähren, so wirstdu selig sein und wohl wird es dir gehen! Der Müssigganglehrt den Menschen viel Böses (Sirach 33, 29.); er ist be-sonders ein Gift der Jungfrauschaft." — Während Mosesdie Spitze des Berges Sinai bestieg, saß das israelitischeVolk müssig da, um zu essen und zu trinken; und wasgeschah? Sic machten sich ein goldncö Kalb, um es anzu-betcn. (Sich das obige Bild!) Der Müssiggang verleitetesie zur Abgötterei. — Der große König David, der Mannnach dem Herzen Gottes, glaubte, eS würde nichts Unrechtessein, wenn er sich nach so vielen Regierungsgeschäften einigeStunden Muße gönne. Nach dem Essen begab er sich deß-halb auf die Altane seines Palastes, und schaute nnissig um-