Am Feierabende des 6. Dezember.
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stück der Schlange, eine Erfindung der bösen Geister." —Dieses abscheuliche Laster ist aber auch höchst verderblich;denn es bringt Verderben über Den, der mit demselbenbehaftet ist. „Neid und Zorn verkürzen die Lebenslage,"sagt der weise Sirach, (30, 26.) und in den Sprüchw. (14, 30.)heißt es: „Knochenfäulniß ist der Neid." „Er verzehrt dasHerz," sagt der ehrwürdige Ludwig von Granada,„härmt den Körper ab, quält den Geist, stört die Ruhe desGewissens, erfüllt das ganze Leben mit Mißmuth undTraurigkeit und verscheucht jede Freude aus der Seele.Gleichwie der Wurm das eigne Holz, dem er sein Entstehenverdankt, zerfrißt, so nagt auch der Neid am eignen Herzen,das ihm Zutritt gestattet." Der Neid bringt aber auchVerderben über den Nächsten, er stiftet überall nur Un-heil und Verderben; er erzeugt Undankbarkeit und Murrengegen Gott, Verblendung und Verleumdung, Haß, Rachgierde,List und Tücke, Verfolgungssucht und Mord. „Der Neid,"schreibt der heilige Chrysologus, „stürzte den Engel ausdem Himmel und verjagte den Menschen aus dem Paradiese.Der Neid benetzte zuerst die Erde mit Bruderblut; derNeid trieb die Söhne Jakobs an, ihren Bruder zu ver-kaufen ... der Neid strebte (furchtbarer Gedanke!) nachdem Blute Jesu und erreichte sein Ziel!"
Beispiele und Anwendung. Der Teufel war derErste, der vom Neide erfüllt war. Mit neidischem Augeblickte er hin auf die Glückseligkeit der ersten Menschen imParadiese. Er verleitete sie zur Sünde und brachte so übersie den Tod. Daher heißt es: „ Durch den Neid des Teufelsist der Tod in die Welt gekommen." (Weish. 2, 24.) —Der gottlose Kain sah, daß das Opfer seines frommenBruders Abel dem Herrn angenehm sei; darüber regte sichin ihm der Neid; er lockte den guten Bruder hinaus auf
das Feld und erschlug ihn. (Sieh das nebenstehende Bild!)Joseph, der Sohn des Patriarchen Jakob, war voll Un-schuld und Liebenswürdigkeit und cbendcßwcgcn der Lieb-ling seines Vaters. Wegen dieser seiner Vorzüge beneide-ten ihn nun seine Brüder und verkauften ihn an dieJsmaelitcn. — Die Pharisäer nnd Hohenpriesterbemerkten es mit Unwillen, wie der göttliche Heiland unterdem Volke immer mehr Liebe und Anhang fand. Dies;erregte in ihnen Neid und Eifersucht; und so ward derunschuldige Jesus „ nur ans Neid in die Hände des Pilatusüberliefert" und zum Tode verurthcilt. So weit geht dieBosheit und das Verderben des Neides! — Aber derNeid schadet nicht nur Andern, sondern auch sich selbst.Als einstmals in den Vorsälen Kaiser Friedrichs ge-legentlich die Frage aufgeworfen wurde: „welches Mittelfür das Auge und die Sehkraft am Wirksamsten wäre?"entschied sich der Eine für den blauen Amethyst, der Anderefür grüne Gläser, ein Dritter pries verschiedene Kräuter;allein Jakobus Sanazar, ein berühmter spanischer Arzt,von dem man die verlässigste Auskunft erwartete, nahmdas Wort und sprach: „Es gibt kein wirksameres Mittelfür die Sehkraft, als den Neid; denn dieser bewirk:, daßman alle Dinge größer sieht, als sie wirklich sind. Undwelcher Landmann bemerkt nicht, daß die Saat auf demFelde seines Nachbarn besser stehe, als auf seinem eigenen?Welches eitle Mädchen beobachtet nicht, daß die Nächste nebenihr glänzender geschmückt sei? welcher Scheelsüchtige wirdnicht darüber klagen, daß seine Mitbürger, wiewohl ohneVerdienst, weit mehr vom Glücke begünstiget werden, alser?" — Auf solche Weise quält sich der Neidische immernur selbst und verbittert und verkürzt sich so das Leben.Eine Bäuerin besaß ein schönes Gut und viel Vieh, unddoch beneidete sie immer Andere. Abends, wenn das Viehvon der Weide kam, stellte sie sich unter die Hausthürc undärgerte sich gewaltig, wenn sie eine schöne Kuh Vorbeigehensah, die ihrem Nachbar gehörte. Sah sie auf fremdenFeldern guten Flachs, so rief sie voll Aerger: „Andern gc-räth Alles, mir Nichts!" — So ärgerte und quälte siesich unaufhörlich. Deßhalb war sie auch immer kränklichund starb in ihren besten Jahren am Gallen sieb er, alskurz zuvor eine Nachbarin hundert Thaler geerbt hatte. —So straft der Neidische sich selbst.
Fr. Wie versündigt man sich durch Unmäßig-keit im Essen und Trinken?
Antw. Wenn man zu viel ißt nnd trinkt oder zurUnzeit nnd unordentlicher Weise nach Speise nnd Trankverlangt.
Belehrung. Fraß und Völlerei oder Unmäßigkcitim Essen und Trinken ist wirklich eine Hauptsünde; dennsie ist die Quelle zahlloser Sünden und Verbrechen. Oderwer kennt nicht die traurigen Folgen der Unmäßigkeit? Dieheilige Schrift schildert sie uns mit lebhaften Farben, die
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