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Am Feierabende des 5. Dezember.
von: Himmel in die Hölle gestürzt. (Sieh das vorausgchendcBild!) — Pharao sprach in seinem Stolze zu Moses:„Wo ist der Herr, dessen Stimme ich gehorchen sollte? Icherkenne keinen Herrn über mir!" Und wie ward sein Stolzgestraft? Der Herr schickte über ihn und sein ganzes Landfurchtbare Plagen, und Pharao fand endlich sein Grab inden Wellen des Meeres. — Nabuchodonosor, König vonBabylonien, ließ sich durch seine glücklichen Eroberungen zumäußersten Hochmuthe verleiten; bald aber ereilte ihn dieStrafe Gottes. Er wurde wahnsinnig und lebte lange unterden Thieren des WaldeS. (Dan. 5.) — Wer kennt nichtjenen stolzen Pharisäer, der im Tempel mit Verachtungauf den demüthigen Zöllner zurücksah und betete: „O Gott!ich danke dir, daß ich nicht bin, wie andere Menschen" rc.Was war die Folge hievon? Der demüthige Zöllner ginggerechtfertigt ans dem Tempel, der Pharisäer aber nicht;und so bewahrheitet sich stets der Ausspruch Christi: „Wersich erhöhet, der wird erniedrigt werden." (Luk. 18, 14.)Wir sehen dieß auch aus folgender Begebenheit. Der heiligeCardinal Petrus Damiani erzählt von einem adeligenHerrn in Burgund, der, in eine Fehde verwickelt, am Tagevor dem Treffen der heiligen Messe anwohnte, wobei er dieWorte im Evangelium vernahm: „Wer sich selbst er-höht, wird erniedrigt werden." In seinem stolzenUebermuthe vermaß er sich, laut darüber zu lästern. „DieserAusspruch," rief er, „ist nicht wahr. Hätte ich je mich selbsterniedrigt, so wäre ich nicht so hoch und mächtig geworden."Gleich in der nächsten Nacht gerietst sein feuriges Schlacht-roß, das sich los gemacht, an einen Kübel voll Salz, wovoncs eine Menge verzehrte. Von Durst gequält, rannte esdann mit seinem Reiter aus dem Gewühle der Schlacht ineinen Teich, aus dem es weder durch Sporn noch Zügel sichhcraustreiben ließ. Dadurch fiel der Reiter seinen Feindenin die Hände, die ihn schnell umzingelten und niederhieben.So lernte er, nur zu spät, die Wahrheit des Aussprucheskennen, den er geläugnct hatte, weil er ebenfalls nur inhaltlosen Dingen, sogar in der Kraft seines Rosses, seineHerrlichkeit gesucht.
Fr. Wie versündigt man sich dnrch Geiz?
Ailtw. Wenn man Geld und Gut unordentlichsucht und liebt und gegen den Nothleidenden hart-herzig ist.
Belehrung. „Geizig ist also nicht nur Derjenige,"sagt der heilige Augustin, „der fremdes Gut an sich reißt,sondern auch Der, welcher das Seinige begierig behält, unddem Armen Nichts mittheilt." — Der Geiz ist ein abscheu-liches Laster; denn „er erfüllt," wie der heilige Basiliussich ausdrückt, „den Wald mit Räubern, die Häuser mitDieben, die Familien mit Unzufriedenen, die Jahrmärktemit Betrug, die Gerichtsstuben mit falschen Eiden, die Hütteder Unschuld mit Noch und Elend, die Augen der Waisen
Mehler, Hausbuch.
mit Thränen, das Herz der Wittwe mit Seufzern, die Ge-fängnisse mit Verbrechern und die Hölle mit Verdammten."Ja, der Geizige ist jeder Sünde fähig; er ist hartherzig gegenArme und Unglückliche, lügenhaft, meineidig, diebisch, betrü-gerisch, voll Sorge für das Zeitliche; er läßt sich zu Wucherund Simonie, zum Verrathe und selbst zum Morde gebrauchen.Daher schreibt schon der weise Sirach (10, 10.): „Nichtsist größeres Unrecht, als das Geld lieb haben; denn werSolches thut, hat selbst seine Seele feil." Und der heiligePauluS (1. Tim. 6, 9.): „Die reich werden wollen, fallenin Versuchung und in die Fallstricke des Teufels und inviele unnütze und schädliche Begierde», welche die Menschenin Untergang und Verderben stürzen." — Und welch einunglückliches Leben führt nicht der Geizhals! Er hat keineRuhe! fortan quält ihn die Geldgier; er gönnt weder sichnoch Andern Etwas und ist also nutzlos für die Welt undden Himmel. „Der Geizige gleicht einem Schweine," sagtder heilige Bona Ventura, „das, so lange cs lebt, zuNichts taugt, sondern erst, wann eS stirbt; dann nehmen dieTeufel dem Geizigen die Seele, die Würmer den Leib, unddie lachenden Erben die Neichthümcr."
Beispiele und Anwendung. Wie abscheulich undverderblich das Laster des Geizes sei, sehen wir an KönigAch ab und seiner Gemahlin Jezabcl. Diese suchten ausHabsucht Naboth's Weinberg an sich zu bringen. Zuwelchen Verbrechen ließen sie sich dadurch nicht verleite»?Sie ließen den unschuldigen Naboth fälschlich anklagen,zum Tode verurthcileu und steinigen. (3. Kon. 21.) —Judas ließ sich von der Geldgier verleiten, seinen Herrn undMeister zu verrathen und an seine Feinde um dreißig Silber-linge zu verkaufen; und die traurigen Folgen hievon — werkennt sie nicht? So straft Gott der Herr den Geiz. — ImJahre 1845 starb in Limoges ein achtzigjähriger Greis anseiner hohen und alten Familie, welcher vielleicht das merk-würdigste Beispiel von Geiz gegeben hat, das seit Erschaffungder Welt gesehen worden ist. Obgleich unverehelicht undohne andere als entfernte Verwandte, die selbst reich waren,lebte er in seiner alten Wohnung, die er zusammenfallenließ, auf die schmutzigste Weise. Da er sich stets wie einunglücklicher Bettler nährte, da er bei den Tändlern nureckclhafte Kleidungsstücke kaufte, die ihn kaum bedeckten, daer für Arme niemals einen Heller verwendete, so war erungeachtet seiner unermeßlichen Kapitalien und großen Be-sitzungen der Gegenstand der öffentlichen Verachtung. Erstarb, ohne daß ihm Jemand Anderer in seiner letzten Stundebeistand, als eine alte, unwissende und schwache Dienerin.Er verlangte nach keinem Priester, da er dessen Gegenwartfürchtete. — Nach seinem Tode fand man — wer möchtees glauben, wenn nicht eine ganze Stadt Zeuge davonwäre? — mehr als einhundertsechzigtansend Franken, die in
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