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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Viertes Hauptstück. Von den verschiedenen Gattungen der Sünde. Von den sieben Hauptsünden rc.

Dreihundertneununddreißigstes Lesestück.

Am Feierabende des 5. Dezember.

Von den verschiedenen Gattungen der Sünde.

Bon den sieben Hanptsünden, und zwar 1) von der Hoffart und2) vom Geize.

Fr. Was gibt es noch für besondere Gattungenvon Sünden?

Antw. Folgende: l) die sieben Todsünden, 2) diesechs Sünden wider den heiligen Geist, 3) die vierhimmelschreienden Sünden, 4) die neun fremden Sünden.

Fr. Wie heißen die sieben Hauptsünden?

Antw. 1) Hoffart, 2) Geiz, 3) Unkeuschheit,4) Neid, 5) Unmäßigkeit im Essen und Trinken, 6) Zornund 7) Trägheit.

Fr. Warum nennt man sie Hanptsünden?

Antw. Weil aus ihnen, wie aus eben sovielenHauptquellen, die andern Sünden entspringen.

Belehrung. Wie das Haupt oder der Kopf denKörper leitet und ihm Bewegung gibt, ebenso geben dieHauptsündcn der Seele Bewegung, um die. andern Sündenzu begehen. Sie sind fast immer schwere oder Tod fände n,weil durch sie gewöhnlich eine schwere Pflicht verletzt wirdgegen Gott, gegen uns selbst oder den Nächsten, oder wieder heilige Gregorius sagt: „weil man sich durch sie schweran der Seele und schmählich am Leibe versündigt," am Leibenämlich durch Unkeuschheit und Völlerei, an der Seele aberdurch Hoffart, Neid, Geiz, Zorn und Trägheit. — Diesesieben Hauptsünden wollen wir nun einzeln erklären.

Fr. Wie versündigt man sich durch Hoffart?

Antw. Wenn man sich selbst unordentlich über-hebt, Gott die schuldige Ehre nicht gibt und den Näch-sten verachtet.

Belehrung. Hoffart ist soviel als Hochfahrt; werhochfahren, d. h. hoch hinaus will, der ist hoffärtig. „DieHoffart ist die Begierde nach verkehrter Höhe," sagt derheilige Augustin; „man erhebt sich nämlich selbst gewisser-inaffen zum Ursprung und verläßt jenen ewigen Ursprung,Gott, dem das Gemüth anhangen soll." Daher hat aberauch diese erste Hauptsünde gar viele andere Sünden, sowiezeitliches und ewiges Verderben in ihrem Gefolge. „DieHoffart," sagt der heilige Gregor der Große, „ist dieFürstin und Königin aller Sünden. Vorzüglich werden aus

ihr als der Mutter folgende bösartige Kinder geboren: Un-gehorsam, Ruhmredigkeit, Gleißnerei, Streit, Hartnäckigkeit,Zwietracht und Vorwitz." Und der heilige Bernhardschreibt: „Aus der Hoffart entsteht: Vertrauen auf sich,Hintansetzung Gottes, Anmaßung und andere sündhafte Er-zeugnisse der Seele," ach ja, nur zu oft Herrschsucht, Zankund Streit, Mißgunst, Grausamkeit, Unglauben und Ketzereiund sogar Haß Gottes. Wer kann wohl all die traurigenFolgen der Hoffart aufzählcn?! Daher „mißfällt aber auchkeine Sünde dem Auge Gottes so sehr, als der Stolz," sagtwiederum der heilige Bernhard. „Dieser hat viele. Engelaus dem Himmel in die Hölle gestürzt und die ersten Men-schen aus dem Paradiese vertrieben." Jederzeit widerstehtGott dem Hoffärtigen; und welch ein Verderben ist es, Gottzum Gegner zu haben! All dieses faßt der weise Sirach(10, 7. 15.) in die Worte zusammen: „Die Hoffart ist vorGott und den Menschen verhaßt. Sie ist der Anfang allerSünde; wer darin verharrt, wird mit Fluch überhäuft undzuletzt gestürzt."

Beispiele und Anwendung. Diese ernste und trau-rige Wahrheit wird uns durch Beispiele in der heiligenSchrift sowohl, als auch im Leben bestätigt. Luzifer wollteGott gleich sein; aber er ward mit seinem ganzen Anhänge

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