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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Am Feierabende des 4. Dezember.

das sie reden, am Tage des Gerichts werden Rechenschaftgeben muffen." (Matth. 12, 36.) Die läßliche Sündewird also, wenn sie nicht in diesem Leben abgebüßt wird,nicht ohne schwere Strafen des Fegfeuers gereinigt, und garmanche Seele muß daher vielleicht einer läßlichen Sündewegen im Reinigungsorte leiden. (Sieh das vorausgehendeBild!) Von diesem Feuer aber sagt der heilige Augustin,daß es zwar nicht ewig währet, aber doch empfindlicherschmerzet, als was immer der Mensch in diesem Leben leidenkann. — Oft aber straft Gott die läßlichen Sünden schonauf Erden, wie wir aus verschiedenen Beispielen sehen.

Beispiele und Anwendung. Die Bethsamitenwurden mir dem Tode bestraft, weil sie sich auf die Bundes-lade nur einen neugierigen Blick erlaubt hatten; ein Jsraelitewurde auf Befehl des Herrn gesteinigt, weil er an einemSabbat ein wenig Holz gesammelt hatte; die Schwester desMoses wurde mit einem schmählichen Aussatze bedeckt undaus dem israelitischen Lager verbannt zur Strafe für eineeifersüchtige Empfindung, für ein Murren wider den heiligenGesetzgeber; Moses selbst wurde eines bloßen Mißtrauenswegen vcrurtheilt, das dem Volke Gottes verheißene Landnur aus der Ferne zu sehen; David wurde wegen einerRegung zur Eitelkeit mit einer Pest bestraft, die ihm sieben-zigtausend seiner Unterthanen raubte; — diese und nochtausend andere plötzliche und furchtbare Züchtigungen sinddie Denkmale der göttlichen Strafgcrechtigkeit über eineSünde, die uns etwas so Geringes scheint! Hüte dich daher,mein Christ! die läßliche Sünde je für etwas Unbedeuten-des zu halten! Folge vielmehr dem Beispiele der heiligenBarbara, deren Andenken heute in der Kirche gefeiertwird, und die sich, als sie einmal Christum den Herrnkennen gelernt hatte, durch Nichts bewegen ließ, irgend eineUntreue oder auch nur läßliche Sünde wider denselben zubegehen.

Legende: Die heilige Jungfrau und MärtyrinBarbara (f 316).

konnte, vor den Stadtrichter, damit dieser gegen sie nachaller Strenge des Gesetzes verfahre. So sehr dieser alleSchmeicheleien anwendete, sie zum Abfalle vom Glaubenzu bringen, so blieb die heilige Jungfrau doch taub da-gegen. Jetzt ergrimmte der Richter und befahl dieHeilige bis auf das Blut zu schlagen und dann in einenfinstern Kerker zu werfen; jedoch wurde sie da in derNacht auf wunderbare Weise geheilt. Der Wüthcrichließ sie am folgenden Tage wider vor seinen Richterstuhlführen, und als sie bei dem Bekenntnisse ihres Glaubensbeharrte, nach vielen Martern zur Enthauptung auf denRichtplatz abführen. Der unnatürliche Vater, welchergefühlloser Zeuge der Marter seiner Tochter gewesenwar, ging in der blinden Wuth so weit, daß er sich er-bot, die Stelle des Scharfrichters zu vertreten, und daßer auch der Glaubensheldin wirklich den Todesstreichversetzte. Er wurde auf dein Rückwege nach seiner Be-hausung durch einen Blitzstrahl getödtet. Solches geschahi. I. 316.

Diese Heilige war die einzige Tochter eines reichen,angesehenen und dabei sehr eifrigen Götzendieners zuNikomedien, Namens Diosko rus. Als er nun merkte,daß seine Tochter eine besondere Vorliebe für die christ-liche Religion im Herzen trage, so gab er sich alleMühe, sie von dem Umgänge mit den Christen fernezu halten, und wies ihr deßhalb einen Thurm zurWohnung an. Allein die edle Jungfrau fand Mittelund Wege, während der Abwesenheit des Vaters imChristenthume unterrichtet und getauft zu werden. AlsDioskorus nach seiner Rückkehr seine Tochter ver-ehlichen wollte, aber aus ihrer Erklärung, daß sie schonmit Jesu Christo vermählt sei, merkte, daß sie eineChristin wäre, gerieth er in Wuth, mißhandelte sie undführte sie, weil er ihre Standhaftigkeit nicht erschüttern

Gebet. O Gott, der du der heiligen Barbaraso großen Muth, den Glauben zu bekennen, verliehenhast, gib uns auf ihre Fürbitte die Gnade, im Glaubenimmer mehr zuzunehmen und jede, selbst auch die ge-ringste Sünde zu meiden, durch Christum, unfern Herrn.Amen.