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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Am Feierabende

die ganze Welt zu Grunde durch die Sündfluth? warumSodoma und Gomorrha durch einen Feuerregen? Die Tod-sünde war es, die all dieses Verderben anrichtete im Himmelund auf Erden, und die Todsünde ist es auch noch heut zuTage, die jede Seele, welche ihr huldigt und in ihr verharrt,tödtet und in die ewige Verdammniß stürzt, um sie da zumartern mit ewiger Qual. (Sieh das vorausgehende Bild!)

Legende: Der heilige Franziskus Xaverius,Apostel von Indien und Japan (si 1552).

UWM

Dieser große Diener Gottes, dessen Fest die Kircheheute feiert, fürchtete keine Gefahr und kein Hindernißauf Erden; denn ausgerüstet mit der Gnade von Oben,fühlte er sich stark genug gegen seine Feinde; nur Einesfürchtete er, nämlich die Todsünde; denn er erkanntegar wohl ihre furchtbaren Folgen. — Franz Xaverwurde von hochadeligen Eltern auf dem Schlosse Xavierim Königreiche Navarra i. I. 1506 geboren. Schonim elterlichen Hause schöpfte er jene Borliebe für Religionund Tugend,, welche die Grundlage seiner Vollkommen-heit bildete. Unter der Leitung des heiligen Ignatiusmachte er schnelle und große Fortschritte sowohl auf derBahn des gottseligen Lebens, als in den geistlichenWissenschaften. Im Jahre 1537 empfing er die Priester-weihe und legte darauf mit seinen Genossen das Gelübdeder Keuschheit und der Armuth, und später in Romdas des Gehorsams ab. Als ihn der Papst i. I. 1541zum apostolischen Nuntius in Indien ernannt hatte,reiste er unter Begleitung zweier Ordensmänner dorthinab. Der traurige Zustand, in dem die Religion in demLande seines neuen Wirkungskreises sich befand, preßteihm viele Thränen aus, entflammte aber auch mächtigseinen Eifer. Er gab sich besonders Mühe, die Jugend

des 4. Dezember.

zur Gottseligkeit heranzubilden. Und es gelang ihmauch, in den Gemüthern der Kleinen lebendige Gefühleder Gottesfurcht anzuregen, so daß die ganze Stadt(Goa) über die Eingezogenheit und Andacht derselbenstaunte. Auf solche Weise kam bald Ordnung und Zuchtwieder in die Familien zurück. Ebenso segensreich warsein Wirken auf der sogenannten Fischerküste, über sechs-hundert Meilen von Goa entfernt. Dort wurde er,wie einst die Apostel, mit der Gabe der Sprachen be-gnadigt. Zwei Todtenerweckungen, die Gott durch ihngeschehen ließ, machten einen solchen Eindruck, daß inwenigen Monaten das ganze Königreich Travancor denchristlichen Glauben annahm. In Japan bekräftigte derHerr purch viele Wunder die Lehre seines Dieners. Aufseiner Reise nach China wurde er von einem heftigenFieber befallen, dessen Uebel von Tag zu Tag sich ver-schlimmerte. Im Jahre 1552 gab er, sechsundvierzigJahre alt, seinen Geist auf unter den Worten: „Herr,auf dich habe ich mein Vertrauen gesetzt, ich werde nichtzu Schanden werden."

Gebet. O Gott, der du die Völker Indiensdurch die Predigten und Wunder des heiligen Fran-ziskus Xaverins deiner Kirche hast einverleiben wollen,verleihe uns gnädig, daß wir, indem wir seine glor-reichen Verdienste verehren, auch die Beispiele seinerTugenden nachahmen und die Todsünde mehr fürchtenals alle Uebel der Welt, durch Christum, unfern Herrn.Amen. _

Dreihundertachtunddreißigstes Lesestück.

Am Feierabende des 4. Dezember.

Von der läßlichen Sünde und ihren Folgen.

Fr. Ist es schon genug, wenn wir nur die Tod-sünde meiden?

Antw. Nein; wir müssen selbst auch die läßlicheSünde meiden; denn auch sie ist eine Beleidigung Gottes.

Belehrung. Ja, auch die läßliche Sünde ist eineBeleidigung Gottes. Ich will dir dieß, mein Christ!in einem Gleichnisse zeigen. Gesetzt ein Freund überhäuftdich mit Wohlthaten. Ohne Zweifel würdest du ihm dafürkeine große Schmach anthun wollen; du würdest es verab-scheuen, ihm nach den Leben zu trachten u. s. w. Allerdings!— Würde cs dem guten Freunde und Wohlthäter abernicht auch schon wehe thnn, wenn du dir auch nur geringeUnhöflichkeiten und Nachlässigkeiten gegen ihn zu Schuldenkommen ließest? wenn du ihn mit Kälte empfingest, so ofter dich besucht; dich gleichgiltig stellest, so oft er dir be-