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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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779
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Am Feierabende des 3. Dezember.

der Gnade Gottes die beiden jnngfränlichen Töchter zurewigen Krone. Flavianus, ausgezeichnet durch Weis-heit, Gerechtigkeit, christliche Liebe und Anhänglichkeitan die katholische Kirche, bekleidete die Würde einesStatthalters von Nom, zog sich aber unter dem aria-nischen Kaiser Constantius zurück, und war einzigbesorgt, als Familienvater und gleichsam als Hausapostelseine und seiner Angehörigen Seelen zu retten. Untervem abtrünnigen Kaiser Julian trat Flaviau öffentlichauf, und ermunterte die Gläubigen zur Standhaftigkeit,wofür er und seine Gemahlin des Marthrthumes ge-würdiget wurden. Der Statthalter Apronianus ließ nundie Töchter Bibiana und Demetria in's Gefängnißwerfen. Nach mancherlei Martern starb Demetria.Bibiana aber, die blühende, reine Jungfrau, solltenoch ausgesuchte Martern bestehen. Sie wurde einemverführerischen Weibe zur sündhaften Verleitung über-geben, von welchem Bibiana die gröbsten Mißhand-lungen erfuhr. Im Hinblicke aber auf Gott und ge-kräftiget durch das Beispiel und die Erziehung ihrerEltern blieb sie standhaft; zuletzt wurde die züchtigeJungfrau entkleidet an eine Säule gebunden und mitBleikolbcn getödtet i. I. 362.

Gebet. Gib uns, o Gott! Kraft und Stärke,damit wir dem heldenmüthigen Beispiele der heiligenJungfrau und Märtyrin Bibiana folgen und lieber zusterben bereit seien, als dich durch eine Todsünde zu be-leidigen, der du lebst und regierst in Ewigkeit. Amen.

DreilMdertsiebenunddreißigstes Lesestück.

Am Feierabende des 3. Dezember.

Von der Todsünde, und zwar von den traurigen Folgen derselben.Fr. Welches sind die traurigen Folgen der Todsünde?Antw. Besonders folgende: 1) sie beraubt dieSeele; 2) sie schändet und unterjocht die Seele, und3) sie tödtet die Seele und stürzt sie in die ewige Ver-dammniß.

Fr. Wessen beraubt uns die Todsünde?

Antw. Sie beraubt uns 1) der Liebe und Freund-schaft Gottes, 2) aller Verdienste für den Himmel und3) der Ruhe des Gewissens.

Belehrung. Es gibt Nichts auf Erden, was derSeele des Menschen mehr Verderben bringen könnte, als dieTodsünde; denn sie trennt 1) den Menschen vonGott und beraubt ihn der göttlichen Liebe undFreundschaft; ja, jede Todsünde ist dem Menschen ein

Schwert, das das Band zwischen Gott und dem Menschenzerhaut und dem Sünder eine lebenslängliche Wunde schlägt;sie trennt uns von Gott, der Quelle unsers eignen Heiles.Und welch eine traurige Folge ist dieß: eine Seele ohne Gott,eine Seele von Gott getrennt! „Du beweinest den Leib,"schreibt St. Augustin, „von welchem die Seele gewichenist, und du beweinest die Seele nicht, von welcher sich Gottentfernt hat?" — Die Todsünde beraubt Pie Seele 2) allerVerdienste für den Himmel. Wie der Reif im Früh-jahre alle Blumen und Blüthen vernichtet, und wie der Hagelim Sommer in wenigen Minuten alle Früchte an den Bäu-men und auf den Fluren zerstört, so vernichtet die Todsündealle Früchte der Tugend, alle Verdienste für den Himmelin der Seele des Menschen, und macht sic ganz arm vorGott. „Es geht ihr, wie einem Kaufmann," sagt der heiligeBasilius, „der ungeheuere Schätze sich gesammelt, glücklichden Gefahren des Meeres entgangen ist, nun dem Hafensich nähert, aber im Angesichte seiner ersehnten Vaterstadt

Schiffbruch leidet und Alles verliert." Endlich raubt unsdie Todsünde 3) auch noch die Ruhe des Gewissens.Der Sünder ist nicht glücklich; es schmeckt ihm nicht derSchlaf, weil er sich fürchtet und bebt; selbst das Essen

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