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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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649
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Am Feierabende des 6. October.

den Berg Cassino zog. Tertullus freute sich seines wohl-gezogenen Sohnes, und schenkte dem heiligen Benediktbeträchtliche Ländereien nm Cassino. Seinem SohnePlacidns erlaubte er, bei dem heiligen B enedikt zuoerbleiben. So half Placidus durch seinen Vater demheiligen Benedikt znr Gründung des berühmten KlostersMonte Cassino, der Pflanzschule des Benediktiner-Ordens,der Stätte unaussprechlichen Segens für die heilige katho-lische Kirche. — Tertullns schenkte dem heiligen Bene-dikt noch andere Besitzungen an der Küste Siciliens,nnd dieser schickte zur Wahrung des Besitzes und seinerRechte den Placidus mit einigen Genossen dahin ab.Mit des heiligen Vaters Einwilligung erbaute Placidusunweit Messina ein kleines Kloster und eine Kirche zuEhren des heiligen Johannes des Täufers. Das Klosterhob sich bald, und gegen dreißig heilsbegierige Männerund Jünglinge sammelten sich um den heiligen Pla-cidus. Reicher Segen verbreitete sich im Laude umher.Da landeten plötzlich maurische Seeräuber an den Ge-staden, überfielen das Kloster, und tödteten den heiligenPlacidus mit fast allen seinen Gefährten i. I. 546.So wurden Placidus und seine Genossen die erstenMärtyrer des Benediktiner-Ordens.

Gebet. Hilf uns, o Gott! daß wir ebenso treu,wie der heilige Märtyrer Placidus, erfüllen, was wirdir geloben, nnd ebenso eifrig dir dienen — durch Chri-stum, unfern Herrn. Amen.

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Zwelhundertnemmndsieüenzigstcs Lesestnck.

Am Feierabende des 6. Octobcr.

Von den Gelübden, nnd zwar von der Heiligkeit derselben undvon den Versündigungen dagegen.

Fr. Sind die Gelübde etwas Heiliges und GottWohlgefälliges?

Antw. Allerdings; denn sie sind freiwillige Opfer,die wir Gott dem Herrn darbringen.

Belehrung und Beispiele. Die heilige katholischeKirche lehrt es ausdrücklich, daß die Gelübde Gott demHerrn gefallen, und die vielen Votivtafeln fast in allenkatholischen Kirchen bestätigen uns diese Wahrheit; meistensliest man auf denselben: ex votc> (d. i. einem Gelöbnissegemäß), und man findet darauf die Gnaden und Wohl-thaten angcdeutet, mit welchen Gott die frommen Gelübdebelohnte. — Wie sehr Gott dem Herrn die Gelübde ge-fallen, können wir auch auS Beispielen in der heiligenSchrift ersehen. Mit Wohlgefallen nahm der Herr dasGelübde des Patriarchen Jakob ans. „Jakob gelobte einGelübde und sprach: Wenn Gott mit mir ist, und ich wie-der glücklich in meines Vaters Hans komme, so will ich vonAllem den Zehnten opfern." (1. Mos. 28, 20—22.) Jakoberfüllte sein Gelübde; denn der Herr hatte seine Bitte wohl-gefällig erhört. — Die fromme Anna, die Mutter desPropheten Samuel, gelobte gleichfalls ein Gelübde undsprach: „Herr der Heerschaaren! wenn du mein gedenkestund deiner Magd einen Sohn gibst, so will ich ihn demHerrn geben alle Tage seines Lebens." (1. Kön. 1, 1l.)Der Herr segnete sie, und Anna erfüllte ihr Gelübde.

Fr. Wann ist ein Gelübde sündhaft?

Antw. Wenn mau entweder sein frommes Ge-löbnis; nicht hält, oder wenn man etwas Sündhaftesgelobt.

Belehrung. Bei Gelöbnissen kann man sich sonachauf eine doppelte Weise versündigen: 1) wenn man seinfrommes Gelöbniß nicht hält; denn „ein treuloses... Versprechen mißfällt Gott," heißt es in der heiligenSchrift (Pred. 5, 3—5.); „viel besser ist es, nicht geloben,als geloben und das Versprechen nicht halten." Daß Gottdiese Treulosigkeit sehr haßt und strenge bestraft, ersehen wiran Ananias und Saphira. (Sieh das nachfolgende Bild!)Denn diese wurden (wie der heilige Hieronymus bemerkt)deßhalb mit einem jähen Tode gestraft, weil sie Gott dem

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Mehler, Hausbuch.