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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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650
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Viertes Hauptstück. Von den Gelübden, nnd zwar von der Heiligkeit derselben rc.

Schlachtopfer würgen zu lassen. Die Hälfte sank unterden Waffen, der übrige Theil des Heeres ergab sich oderergriff die Flucht. Maximius selbst flüchtete sich nachTarsus, ward da zu Wasser und zu Land einge-schlossen und sah kein RettungSmittel mehr. Dieserblinde Heide nahm in seinem schrecklichen Wahne Giftund starb unter entsetzlichen Schmerzen und unter furcht-baren Gewissensbissen erst am vierten Tage. So be-stätigte sich an ihm die traurige Wahrheit: „Ein thö-richtes Gelübde mißfällt Gott dem Herrn."

Legende: Der heilige Bruno, Stifter desKarthäuserordens (si 1101).

Heute feiern wir das Andenken eines Heiligen,der ein ungemein strenges Gelübde ablegte und sichvou der Erfüllung desselben durch Nichts abschreckenließ, wohl wissend, daß es viel besser sei, gar nichtzu geloben, als geloben und das Versprechen nichthalten. (Pred. 5, 3—4.) Es ist der heilige Bruno,der Stifter des so strengen Karthäuserordens. Er wurdeum das Jahr 1035 zu Köln am Rhein aus einer adeligenFamilie geboren. Unter den Angen seiner frommenEltern aufwachsend, besuchte der viel versprechende Knabezuerst die Schule des heiligen Kunibert zu Köln, bil-dete sich dann zu Rheims weiter aus und hatte unterseinen Zeitgenossen als Post, Philosoph und Theologeinen Namen; er glänzte auch auf dem Lehrstuhle. Seitlängerer Zeit schon hatte Bruno den Entschluß gefaßt,

Herru ihr Eigenthum gelobten, darnach aber einen Theilzurückbehielten und ihr Gelübde brachen. — Bei einem Ge-lübde kann man sich aber auch 2) besonders noch dadurchversündigen, wenn man etwas Sündhaftes gelobt.Daß solche sündhafte Gelöbnisse Gott dem Herrn sehr miß-fallen, ist wohl natürlich; daher ruft uns der heilige Isidorvon Sevilla zu: „Bei bösen Versprechungen brich deinWort, bei einem schändlichen Gelübde ändere deinen Ent-schluß! Thue nicht, was du unvorsichtig gelobet hast! Gottlosist ein Versprechen, das nur mit einem Laster erfüllt wird."Daß aber Gott solche sündhafte Gelübde nicht selten auchstrenge bestraft, das zeigt uns die Kirchengeschichte in folgen-dem traurigen Beispiele.

Beispiel und Anwendung. Der römische KaiserMaximius zog im Jahre 313 mit einem sechzigtausendMann starken Heere aus, um seinen Mitregenten Lizimius,der in aller Eile kaum dreißigtauseud Manu hatte zusammen-bringen können, zu bekriegen. Ilm sich des Sieges, denMaximius zuversichtlich hoffte, noch mehr zu versichern,versprach er, der noch Heide war, dem höchsten GotteJupiter durch ein feierliches Gelübde, den christ-lichen Namen gänzlich auszurotten, wenn er ihmzum Siege verhilflich sein würde. Er rückte in Schlacht-ordnung heran, und beide Heere standen einander gegenüber.Da nahmen die Soldaten des Lizinius einen Augenblickihre Helme von den Häuptern, wandten ihre Augen zumHimmel und beteten zum wahren Gotte. Alsdann fielen sievoll Hoffnung und Vertrauen über die Feinde her, ohne ihreweit größere Anzahl in Betracht zu ziehen. Die Ungläu-bigen waren alsbald geschlagen; denn ein geheimer, plötz-licher Schrecken hinderte sie, von ihren Pfeilen und SchwerternGebrauch zu machen, und sie schienen nicht vorzurücken, umzu kämpfen, sondern gleichsam nur, um sich als blinde

die Welt gänzlich zu verlassen, und vieles Unangenehmevon Seite des Erzbischofs von Rheims brachte seinenEntschluß zur Ausführung. Er begab sich mit sechsgleichgesinnten Freunden i. I. 1084 znm heiligen Bi-schöfe Hugo nach Grenoble, um von ihm eineZnflnchts-