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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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639
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Am Feierabende des 2. Oktober.

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heit und Löblichkeit des Eides ersehen müssen. — Gottselbst hat schon für das israelitische Volk Eide angeordnetsvergl. 2. Mos. 22, 10 — 11.) und ausgesprochen, daß einEid die Sache entscheiden soll, wenn andere Beweise fehlen.Ja, Gott der Herr hat öfter bei sich selbst geschworen. „Ichhabe bei mir geschworen," sprach er durch einen Engel zuAbraham, „weil du Das gethan und deines einzigen Sohnesnicht geschonet hast um meinetwillen, so will ich dich segnenund deine Nachkommenschaft mehren, wie die Sterne desHimmels und wie den Sand am Ufer des Meeres." (1. Mos.22, 16—18.) — Auch Abraham forderte seinem KnechteEliezer einen Eid ab, indem er sprach: „Lege deine Handunter meine Hüfte, damit ich dich beschwöre bei dem Herrn,dem Gott Himmels und der Erde, daß du meinem Sohnekein Weib nehmest von den Töchtern der Chananitcr, unterwelchen ich wohne." (1. Mos. 24, 2—4.) Jakob schwurbei dem Gott, den sein Vater Isaak verehrte. (1. Mos.31, 53.) — David versicherte den Semei mit einemSchwure, daß ihm am Leben Nichts zu Leide geschehen solle;(2. Kön. 19, 23.), und der Bethsabe versprach er es eidlich,daß er den Salomon zum Thronfolger bestimmen werde. —Im N. T. finden wir gleichfalls viele Stellen, die unsden Eid als erlaubt darstellen. Der heilige Paulus schwörtgar häufig in seinen Sendschreiben. So schreibt er an dieRömer (1, 9.): „Gott ist mein Zeuge, daß ich mich eurerimmerfort erinnere" u. s. f. Wenn also selbst heilige Personengeschworen haben, warum sollte der Eidschwur nicht erlaubt sein?

Legende: Der heilige Bischof Remigius(fl um 533).

Der heilige Remigius, welcher Galliens Kirchesowohl durch seine Wissenschaft, als auch durch seinenfrommen Wandel und die Gabe der Wunder verherr-lichte, weßhalb er auch der Apostel der Franken genanntwird, erkannte gar wohl die Heiligkeit des Eides underinnerte daher den Frankenkönig Chlodwig mit allemNachdrucke an die genaue Erfüllung seines Gott gegebeneneidlichen Versprechens. Als nämlich dieser König dieAlemannen bekriegte und bei Zülpich unweit Köln ingroßer Gefahr schwebte, versprach er feierlich, daß erdas Christenthum annehmen und es in seinem ganzenReiche einführen wolle, wenn ihm der Gott der Christenbeistehen und ihm den Sieg gewähren würde. Chlod-wig siegte wirklich, und nun ließ er sich mit dreitausendtapfern Franken vom heiligen Remigius taufen, ver-schon im zweiundzwanzigsten Jahre seines Alters auf denbischöflichen Stuhl zu Rheims erhoben worden war unddenselben zweiundsiebenzig Jahre lang als ein Muster derchristlichen Tugend und Weisheit inne hatte. Nach langem,

beschwerlichem Tagewerke rief ihn endlich der Herr zumewigen Feierabende am 13. Januar 533. Sein Leibwurde am 1. Oktober 1049 feierlich in die Kirche dervon ihm den Namen tragenden Benediktiner-AbteiSt. Remigius zu Rheims tranSferirt, weßhalb manauch an diesem Tage sein Fest begeht.

Gebet. Verleihe uns, o Gott! ans die Fürbittedes heiligen Remigius die Gnade, daß wir treu inWort und That dir dienen, bis du uns einst berufestzum ewigen Feierabende — durch Christum, unfernHerrn. Amen.

Zweihundertsünfundsiebenzigstes Lesestnck.

Am Feierabende des 2. October.

Vom Eidschwure, und zwar von den Eigenschaften desselben.

Fr. Welche Eigenschaften werden zum rechtmäßigenEide erfordert?

Antw. Folgende drei: 1) Daß man schwöre inWahrheit, 2) mit Ueberlegung, und 3) in Ge-rechtigkeit. „Du sollst in Wahrheit, im Ge-richte und in der Gerechtigkeit schwören: So wahrder Herr lebt!" (Jerem. 4, 2.)

Fr. Was heißt das: Man muß schwören inWahrheit?

Antw. Es heißt: Die Sache, die man beschwörensoll, muß durchaus wahr sein.