Am Feierabende des 1. Oktober.
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wo er von dem Bischöfe Paulinus zumPriester geweiht wurde, und i. I. 382 ginger nach Rom. Dort gab ihm Papst Da-masus den Auftrag, die verschiedenen,größtentheils sehr mangelhaften Uebersetz-ungen der heiligen Schrift des N. T. miteinander zu vergleichen und eins richtigeAusgabe derselben zu besorgen. Hiero-nymus unternahm und vollendete diesegroße Arbeit, und der heilige Ambro-sius sagt mit Recht, daß man Gott fürdieselbe nicht genug danken könne. ImJahre 385 begab er sich in Begleitung ge-lehrter Juden nach Palästina, und machtedarauf eine Reise nach Aegypten. Nachder Rückkehr aus Aegypten begab er sichnach Bethlehem. Dort übte er in einerkleinen Zelle die strengste Abtödtung, undwidmete sich so rastlos der Arbeit, daß erseinen Büchern und seiner Feder nur we-nige Stunden nächtlicher Ruhe entzog. Solebte er daselbst fünfundzwanzig Jahre, biser am 30. September 420 starb.
Gebet. O Gott, der du deiner hei-ligen Kirche an dem heiligen Hierony-mus einen trefflichen Ausleger der hei-ligen Schrift gegeben hast, wir bitten dich,verleih, daß wir in Ansehung seiner Ver-dienste und Fürbitte Das, was er gelehrtund gethan hat, ausüben — durch Christum,unfern Herrn. Amen.
Zweihundertviernndsiebenzigstes Lesestück.
Am Feierabende des 1. October.
Vom Eidschwure, und zwar von der Bedeutung und Heiligkeitdesselben.
Fr. Was heißt Schwören?
Antw. Schwören heißt Gott den Allwissendenzum Zeugen anrufen, daß mau die Wahrheit sage, odersein Versprechen halten wolle.
Belehrung. Der Eid ist eine Berufung auf dasZeugniß des allwissenden Gottes, um irgend Etwas, das wirentweder thun oder sagen oder auch versprechen, zu bekräftigen.Man kann entweder bei Gott unmittelbar zur Beglaubigungder Wahrheit schwören, oder auch bloß bei Geschöpfen, z. B.bei den Evangelien Gottes, bei dem Kreuze, bei den Reliquienund Namen der Heiligen u. s. f.; dennoch wird eigentlich
nur Gott selbst zum Zeugen angerufen; denn man beruftsich auf die Evangelien, weil sie Gottes Wahrheit enthalten,ans die Namen der Heiligen, weil sic lebendige Tempel Gotteswaren u. s. f. — Es gibt zweierlei Eidschwure: 1) denBekräftigungseid, wenn man irgend eine Aussage eidlichals wahr bekräftigt; 2) den Zusagungseid, welcher sichauf die Zukunft bezieht, und vermöge dessen man eidlich ver-spricht, in Zukunft Etwas zu erfüllen oder zu leisten. Einensolchen Zusagungseid gaben einst die edlen Ungarn ihrer ge-liebten Kaiserin Maria Theresia. (Sieh das obige Bild!)Sie zogen ihre blitzenden Säbel und schwuren: „Wir wollensterben für unfern König Maria Theresia; Blut undLeben für dich!" Und sie hielten treulich Wort. — Durchden Schwur ruft man sonach den Allwissenden, der dasInnerste der Herzen durchschaut, die unendliche Wahrheitund Heiligkeit, die jede Lüge verabscheut, den All-mächtigen, der den Falschschwörenden hier zeitlich und