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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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634
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634 Viertes Dauptstück. Entheiligung dcS göttlichen Namens durch Rcligionsspöttereien und durch Gotteslästerung.

durch welche Väter oder Mütter über ihre eigenen Kin-der die Rache des Himmels herabfordern.

Belehrung. Elternstuch — ein entsetzliches Wort— aber noch entsetzlicher in seiner Wirkung, inseinen Folgen! Löwen spielen mit ihren Jungen, Tigerliebkosen dieselben, und Menschen, Eltern können ihre Kinderverfluchen! Ach, man darf sich freilich nicht wundern, wennin unfern Tagen so viele ungerathene Kinder herumlaufen,die das Elend der Welt voll zu machen drohen, da ja sooft der Fluch aus dem Munde der erzürnten Eltern überdie armen Geschöpfe ergeht! Wie sehr sollen sich demnachnicht die Kinder hüten, daß sie ihre Eltern durch ihrenLebenswandel oder ihr Betragen nicht zu einem solchen Fluchezwingen! Und wie eifrig sollen nicht Eltern darauf bedachtsein, daß sie sich nie im Zorne vergessen und Gottes Straf-gerichte über ihre Kinder herabziehcn! Ueberhanpt sollen sichdie Eltern nie vom Zorne, sondern stets nur von einemtiefen Ernst und edlen Eifer bei der Rinderzucht leiten lassen;denn furchtbar sind die Folgen des Elternstuches, wie du,mein christlicher Leser! auö nachfolgendem Beispiele ersehen wirst.

Beispiel und Anwendung. Einst brachte maneinen Jüngling zum heiligen Franz von Sales, den erüber seine ausschweifende Lebensweise zurcchtweisen sollte.Er aber sprach mit seiner gewöhnlichen Sanftmuth zu ihm.Als er indessen die Verstockung desselben wahrnahm, brach erdarüber in Thränen aus und sagte, dieses harte und un-biegsame Herz werde ein böses Ende nehmen. — Da mandem Heiligen erzählte, daß die eigene Mutter dem unglücklichenJüngling geflucht habe, rief er bewegt aus: „Ach, das istdas Aergste! Wenn diese Frau ihren Fluch wird in Erfüllunggehen sehen, so wird sie ihre Verwünschungen umsonst bereuen.O beklagcnswerthe Mutter eines noch viel unglücklicherenSohnes!" — Die Weissagung des Heiligen traf nur allzurichtig ein; denn der junge Mann kam kurze Zeit daraufin einem Zweikampfe um, und sein Leib ward eine Speiseder Hunde und Wolfe. Seine Mutter grämte sich darüberzu Tode. — So furchtbar straft Gott den Elternstuch, undnur zu oft geht da in Erfüllung, was bei dem SohneSirach's geschrieben steht: „Der Segen des Vaters befestigtdie Häuser der Kinder; aber der Mutter Fluch reißt sievom Grunde aus nieder." (Eccl. 3, 11.)

Legende: Der heilige Erzengel Michael.

Auf Erden wird der Name Gottes so oft entheiligtdurch Fluchen und Verwünschungen; daher vereinigen sichim Himmel die heiligen Engel, um den Namen desAllerhöchsten zu verherrlichen und anzubeten, indem sieunaufhörlich „Heilig, heilig, heilig" singen. Unter diesenheiligen Engeln steht mit oben an der heilige ErzengelMichael, dessen Fest heute feierlich in der Kirche be-

gangen wird. Er ist es, der die stolzen Engel aus demHimmel vertrieb und Gottes Ehre mit Muth und Machtvertheidigte. Durch ihn und mit ihm wirkte Gott, derAllmächtige, auf daß alle Völker der Erde und alle Engeldes Himmels erkennen sollten, daß Gott allein der Herr-scher ist über Himmel und Erde. Daher findet manauf dem Schilde des heiligen Erzengels Michael ge-wöhnlich die Worte eingegraben: „Ouis ut vaus?"d. h. „Wer ist wie Gott?"

Gebet. Heiliger Erzengel Michael, der du imChore der seligen Geister unaufhörlich den Namen desAllerhöchsten verherrlichest, bitte für uns, auf daß wirdiesen hochheiligen Namen nie durch Fluchen oder sonstwie entehren, sondern ihn mit allen Engeln und Hei-ligen loben und Preisen jetzt und in alle Ewigkeit. Amen.

Zweihmdertdremndsiebenzigstes Lesestück.

Am Feierabende des 30. September.

Entheiligung des göttlichen Namens durch Religionsspöttercicnund durch Gotteslästerung.

Fr. Wie versündigt man sich durch Neligions-s pö t t e r e i?

Antw. Wenn man über Religion, kirchliche Ge-bräuche oder Ceremonien leichtsinnig scherzt oder dar-über spottet.

Belehrung. Man kann sich dieser Sünde ansmancherlei Art schuldig machen, wenn man z. B. sagt: Jede