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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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633
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Am Feierabende des 29. September.

Antw. Die Entheiligung des göttlichen Namens,welche geschieht, wenn man den Namen Gottes entwederohneNoth oder ohneAndacht und Ehrerbietungallsspricht.

Fr. Wodurch wird der göttliche Name am Meistenentheiligt?

Antw. 1) Durch unnütze Betheuerungen, 2) durchFluchen und Verwünschen, 3) durch Neligionsspöttereien,4) durch Gotteslästerung, 5) durch sündhaftes Schwörenund 6) durch Brechen der Gelübde. (Diese verschiedenenVersündigungen gegen das zweite Gebot Gottes wollenwir nun jetzt einzeln durchgehen.)

Fr. WaS sind unnütze Bethen er ungen?

Antw. Unnütze Betheuerungen sind es, wenn manin unbedeutenden Dingen zur Bekräftigung seiner Aus-sage sich auf Gott beruft oder seine Seele u. s. w.gleichsam zum Unterpfande einlegt für die ausgesprocheneWahrheit.

Belehrung und Beispiele. Besonders häufig kommtdiese Sünde bei Geschäftsleuten im Handel vor, wo mandurch solche Betheuerungen, als: „Gott im Himmel weiß es,so wahr ich lebe, bei meiner Ehre u. s. w. ich kann dieseWaare nicht wohlfeiler geben" — die Käufer zu blendenund zum Kaufe anzureizen sucht. — Ein Metzger wollte voneinem gottesfürchtigen Manne einige Schweine kaufen, undfragte nach ihrem Preise. Als er ihn erfuhr, erklärte erhoch und theuer, daß er sie um denselben nicht brauchenkönne. „ Das hättest du mir nur ganz ruhig ohne Betheuer-ungen sagen können," antwortete jener Mann, „weißt dunicht, daß Jesus das Schwören verbietet, wenn er spricht:

Euere Rede sei ja, ja, nein, nein; was darüber ist, dasist vom Nebel?" — Zuletzt aber wollte der Metzger dieSchweine doch um den angegebenen Preis kaufen. „Nein,"erwiderte jener gottcsfürchtige Mann, „ du bekömmst sie nicht;denn du hast dich hoch und theuer verschworen, du könntestsie um diesen Preis nicht brauchen, ich will dir nicht behilflichsein, deinen Schwur zu brechen, auf daß du nicht eine zweiteSünde zur ersten hinzufügst!" — Eine ähnliche Antwortsollte man allen Denen geben, welche im Leben und imUmgänge sich fast bei jeder noch so unbedeutenden Aussagezur Bestätigung derselben ähnlicher Betheuerungen bedienen. —Durch solche Bethcuerungen hat sich auch der heilige Petrusschwer versündigt, indem er dadurch dreimal seinen göttlichenMeister verläuguete. Als er nämlich im Vorhose des Hohen-priesters Anna's saß, wo die Diener und Soldaten sichwärmten, und als eine Magd zu ihm hintrat und sprach:„Du warst auch bei Jesus, dem Galiläer:" da sing Petrusan zu schwören und zu bctheuern, daß er diesen Menschengar nicht kenne. (Sieh das vorausgehende Bild!) O wiesehr mußte Petrus diese Sünde sein ganzes Leben hindurchbeklagen und beweinen!

Fr. Was versteht man unter Fluchen undVerwünschen?

Antw. Unter Fluchen und Verwünschen verstehtman Worte des Hasses oder des Zornes, wodurch mansich selbst oder dein Nächsten den Tod, die Verdammungoder irgend ein Unglück wünscht, wobei oft der NameGottes verunehrt wird.

Belehrung. Diese Sünde ist ein furchtbares Vergehengegen Gott, weil man ihn gleichsam zum Scharfrichter miß-braucht und von ihm fordert, er solle uns oder einen Anderntödtcn, er solle uns strafen, er möge Rache nehmen andieser oder jener Person, der Teufel möge sie holen rc.Zugleich ist sie die gröbste Verletzung der christlichen Selbst«und Nächstenliebe, da man sich oder seinem Nebenmenschenzeitliches und ewiges Verderben auf den Hals flucht. Ansolchen Menschen wird in Erfüllung gehen, was der könig-liche Sänger David (im 108. Ps. 18. Vers) ausspricht:„Dieser Mensch liebte den Fluch; so komme er über ihn!Am Segen hatte er kein Wohlgefallen, so sei er ferne vonihm! Er zog den Fluch an, wie ein Kleid."

Fr. Welches ist aber die schrecklichste Verwünsch-ung und der furchtbarste Fluch?

Antw. Der Elternfluch, d. h. Verwünschungen,

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Mehler, Hausbuch.