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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
Entstehung
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632
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632 Viertes Hauptstück. Zweites Gebot. Entheiligung des göttlichen Namens durch unnütze Betheuerungen rc.

des heiligen Erzmartyrers Stephanus. — „Eine blindeFrau," sagt er, „bat eines Tages, an welchem unter Begleit-ung einer großen Volksmenge die Reliquien des heiligenStephanus vom Bischöfe Projetus in andächtigerProzession Herumgeiragen wurden, man möchte sie in dieNähe des Bischofs führen, welcher die Reliquien trug; sieließ sich Blumen geben, welche jene heiligen Ueberreste berührthatten, und als sie dieselben empfing, belegte sie ihre Augendamit und erhielt plötzlich ihr Gesicht; zum Staunen allerAnwesenden ging sie freudig und froh durch Alle hin, ohne,wie zuvor, Jemanden nöthig zu haben, der sie führte." —Wie viele Wunder erzählt ferner der heilige Ambrosius,die von Gott auf die bloße Berührung der Reliquien derheiligen Märtyrer Gervasius und Protasius, die vonihm aufgefunden worden waren, geschehen sind? „Wie vieleWunder," sagt der heilige Chrysostomus, „hat Gottnicht gewirkt, um die Ketten, das Grab und die andernReliquien des Apostelfürsten, des heiligen Petrus, zu ehren?"Und ist ans all diesen Beispielen nicht deutlich genug zuersehen, daß die Verehrung der heiligen Reliquien Gott demHerrn ganz wohlgefällig, unö aber sehr nützlich sei?

Legende: Der heilige Märtyrer Wenzeslaus,Herzog in Böhmen (st 936).

In der Geschichte dieses Heiligen, dessen Andenkenheute in der Kirche Gottes gefeiert wird, ersehen wirso recht deutlich, wie Gott selbst die Ueberreste der Hei-ligen durch mancherlei Zeichen und Wunder verherrlicht.So wird erzählt, daß man das Blut dieses heiligen Mar-turers, womit bei seiner Ermordung die Kircheuwand war

bespritzt worden, abwascheu, abfegen, ja auskratzen wollte;allein es blieb trotz aller angewandten Mühe zum ewigenAngedenken. — Der heilige Wenzeslaus wurde vonseiner Großmutter, der gottseligen Ludmilla, zur Er-ziehung übernommen. Er entsprach auf die vollkommensteWeise den Absichten und Hoffnungen der frommen Lud-milla uno seiner gottesfürchtigen Lehrer durch die glän-zenden Fortschritte, die er in nützlichen und schönenKenntnissen sowohl, als insbesondere ans der Bahn derTugend machte. Wiewohl er von seinem sterbendenVater zum Nachfolger bestimmt wurde, so riß doch seineherrschsüchtige Mutter die Reichsverwesung an sich underließ alsbald viele dem Christenthnme sehr nachtheiligeVerordnungen. Sie ließ Ludmilla durch Meuchel-mörder erdrosseln und strebte selbst unserem Heiligennach dem Leben. Die Stände des Reiches setzten aberseine Mutter ab, und Wenzeslaus übernahm dieNegierung. Nun war er darauf bedacht, die durch dieRänke der Gottlosen dem Christenthnme geschlagenenWunden wieder zu heilen und Gerechtigkeit und Friedeim Lande herzustellen. Dabei führte er das strengsteBußleben, wohnte dem öffentlichen Gottesdienste mitglühender Andacht bei, diente öfter in eigner Person demPriester am Altäre, und bereitete mit eignen HändenBrod und Wein für das hochheilige Opfer. KaiserOtto I. beehrte diesen frommen Fürsten mit dem Titeleines Königs, dessen sich aber der Demüthige nie be-diente. Drahomira, seine unnatürliche Mutter, sowiesein Bruder Boleslaus faßten den Entschluß, ihn ausdem Wege zu räumen. Wenzeslaus wurde von sei-nem Bruder zu einem Freudenfeste eingeladen, welchesdieser wegen der Geburt eines Sohnes zu Bunzlan ver-anstaltet hatte, und elfterer nahm die Einladung an.Die Aufnahme schien von Seite der Mutter und desBruders die zärtlichste; als aber der Heilige in der Nachtnach dem Gastmahle sich seiner Gewohnheit gemäß in dieKirche begab, wurde er dort von dem treulosen Bruder undmehreren Mitverschwornen ermordet am 28. Sept 936.

Gebet. O Gott, der du den heiligen Wenzeslausdurch den Martertod von dem irdischen Reiche zur himm-lischen Herrlichkeit geführet hast, bewahre uns auf seineFürbitte von aller Widerwärtigkeit und verleihe, daßwir einst mit ihm diese Herrlichkeit genießen — durchChristum, unfern Herrn. Amen.

Zweihlmdertzweiundsiebenzigstes Lesestück.

Am Feierabende des 29. September.

Zweites Gebot Gottes.

Entheiligung des göttlichen Namens durch unnütze Betheuer-

nngcn und durch Fluchen und Verwünschungen.

Fr. Was wird im zweiten Gebote Gottes ver^boten?