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Am Feierabende des 28. September.
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sich eine Ehre daraus, ihr Herz re. zu besitzen, besonderswenn sie wohlthätig gewesen sind. Man durchsucht dieGräber berühmter Männer, ihr Geräthe, ihre Schriften;man sammelt und bewahrt voll Ehrerbietung jene unbeseeltenReste. Ist es also unvernünftig, wenn die Kirche will, daßman die Neberreste ihrer Glaubenshelden ehre? Gewiß nicht!
Beispiele und Anweudung. Mit Recht hat daherdie katholische Kirche jeder Zeit die Reliquien der Heiligengeehrt. Die ersten Gläubigen sammelten mit einer heiligenEhrfurcht die Leiber der Märtyrer; ihre zerrissenen Kleider,die Blutstropfen, welche die Erde befeuchtet hatten, die Werk-zeuge ihrer Martern, ihre Hülle, all die kostbaren Neberrestewurden mit Ehrerbietung in den Häusern und Betsälen derChristen aufbewahrt. Mau stellte sie in Tempeln, auf denAltären auf. Man errichtete Kirchen und Kapellen überihren Gräbern, als auf heiligem und ehrwürdigen Grund-mauern. Seit jener Zeit hat die Kirche immer gewollt, daßentweder die Altäre auf den Gräbern der Heiligen erbautwerden, oder daß in den Marmorsteinen, auf welchen mandas heilige Meßopfer darbringt, Reliquien eingefchlossen seinsollen; sie wollte gewissermassen das Blut ihres göttlichenMeisters mit dem seiner Jünger vermischen, die es für ihnvergossen haben u. s. f. — Um nur einige Thatsachen hiefüranzugeben, so erwähnen wir, daß schon im zweiten Jahr-hunderte die Christen in Antiochia und Smyrna die Gebeineihrer heiligen Bischöfe Ignatius und Polykarpus ver-ehrten, die für Christus den Martertod erduldet hatten. Soerzählt z. B- Eusebius: „Der Leichnam des heiligenPolykarpus wurde von den Heiden verbrannt; allein dieChristen sammelten die unversehrt gebliebenen größerenGebeine aus der Asche, die in ihren Augen einen weitgrößeren Werth, als Gold, Perlen und Edelsteine hatten.
Sie bewahrten sie an einem anständigen Orte,und kamen an dem Tage, an welchem ervollendet hatte, jährlich zusammen. DiesenTag brachten sie unter Frohlocken und Jauch-zen zu, und ermunterten sich zu gleicher Stand-haftigkeit im Glauben." — Sieh, mein christ-licher Leser! das ist auch die Absicht der Kirchebei der Verehrung der heiligen Reliquien, daßwir durch den Anblick derselben zu gleicherTugend und Standhaftigkeit, zur treuen Nach-ahmung der Heiligen überhaupt angeeifertwerden sollen. (Sieh nebenstehendes Bild!)
Fr. Wie läßt sich beweisen, daß dieVerehrung der Reliquien auch sehr nütz-lich und Gott wohlgefällig sei?
Atttw. Daraus, weil Gott durch die-selben häufig schon große Wunder gewirkthat, wie uns sowohl die heilige Schrift alsauch die Kirchengeschichte bezeugt.
Belehrung und Beispiele. Schon der heiligeJohannes von Damaskus schreibt in dieser Beziehung:„Christus der Herr hat uns die Reliquien der Heiligen alsheilsame Quellen gegeben, aus welchen viele Wohlthatcnauf uns fließen, und die eine sehr angenehme Salbe bilden.Dadurch werden die Teufel vertrieben, die Krankheiten entfernt,Blinde bekommen das Gesicht, die Aussätzigen werden gereinigt,die Versuchungen werden überwunden." — Diese Wahrheitbestätigen uns aber auch 1) Beispiele aus der heiligenSchrift. Daselbst lesen wir, daß der Mantel des ProphetenEl isäus das Wasser des Jordan theilte. (4. Kön. 13, 14.)Ein Todter wurde in das Grab dieses Propheten gelegt,und sobald er dessen Gebeine berührt hatte, wieder zumLeben auferweckt, um zu zeigen, daß Gott die Leiber derGerechten durch seine Kraft verherrliche. „Da der Mann,den sie begraben wollten, die Gebeine des Elisäus berührte,ward er wieder lebendig." (4. Kön. 13, 21.) Und im N. T.wird uns in der Apostelgeschichte (19, 12.) erzählt, daß durchdie Auflegung der Schweißtücher und Gürtel des heiligenPaulus und durch den bloßen Schatten des vorübergehendenPetrus Kranke geheilt wurden. — Machte ja schon dieBerührung des Saumes am Kleide Jesu ein Weib gesund,das volle zwölf Jahre hindurch krank darniederlag. (Matth.14, 36.) — Zu diesen Beispielen aus der heiligen Schriftkommen aber auch noch 2) viele Beispiele aus derKirchengeschichte. So z. B. erzählt der heilige Augustinviele ähnliche Wunder, welche er selbst mit eigenen Augengesehen hat; viele derselben geschahen durch die Reliquien