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Am Feierabende des 26. September.
auch wir uns dcmüthigm und in der Demuth den HeiligenNachfolgen, damit wir ihnen an Heiligkeit ähnlich und einstwie sie selig werden. Siehe, mein Christ! aus diesemGrunde hat die Kirche so viele Gedächtnißtage der Heiligenangcordnct, deßhalb gibt sie uns bei der Taufe, bei derFirmung den Namen eines oder mehrer Heiligen. Sie will,daß du diesen Heiligen nachfolgest und dadurch selbst einHeiliger werdest. O folge doch dieser mütterlichen, dieserliebevollen Absicht; siehe, eS ist ja dein eigner Nutzen! Folgeden Heiligen im Leben, dann wirst du ihnen einst auch folgendürfen nach dem Tode.
Fr. Wer soll unter den Heiligen Gottes ein be-sonderer Gegenstand unserer Verehrung, Anrufung undNachahmung sein?
Alltiv. Die seligste Jungfrau und Mutter-Gottes Maria; denn als Mutter Gottes über-trifft sie alle Engel und Heiligen 1) an Gnade undHeiligkeit und 2) an derMacht ihrer Fürbitte;als Jungfrau aber ist sie für uns alle 3) das er-habenste Vorbild zur Nachahmung. Mit Rechtheißt sie daher „dieKönigin der Heiligen." (Siehdas voransgehende Bild!)
Belehrung. Vor allen Engeln und Heiligen sollenwir ganz besonders die allerseligste Jungfrau Maria ver-ehren und anrufen; denn sie ist die Mutter Gottes;als solche übertrifft sie 1) alle Engel und Heiligenweit an Gnade und Herrlichkeit. Sowie jene Sterne,die der Sonne am Nächsten sind, am Hellsten glänzen: alsoglänzt auch Maria, die als Mutter zunächst am Throneihres göttlichen Sohnes steht, unter allen Engeln und Hei-ligen am Meisten. Darum ruft schon der heilige Epipha-nias aus: „Maria! du bist höher als Alle, Gott alleinausgenommen. Du bist schöner, als die Cherubim undSeraphim und das ganze himmlische Heer; du kannst wedervon einer himmlischen noch irdischen Zunge gebührend gelobtwerden." Maria ist Mutter Gottes; eben deßhalb2) vermag aber auch ihre Fürbitte bei Gott amMeisten. Wenn das Gebet der Diener Gottes schonso Viel bei Gott vermag, was wird nicht das Gebet derMutter Gottes vermögen? Niemand fleht vergebensMarien an. „Derjenige höre auf, deine Barmherzigkeitzu preisen," sagt der heilige Bernhard, „der dich, o seligsteJungfrau! vergebens in seinen Nöthen anrief! Durch dich istder Himmel voll, die Hölle leer geworden." — Als Jung-
frau ist aber Maria für uns Alle 3) das erhabensteVorbild zur Nachahmung; denn es gibt keine Tugend,mit der nicht diese wahrhaft göttliche Jungfrau geziert war.Da ich dir, mein christlicher Leser! dieß Alles schon beimAve Maria und in der lauretanischcn Litanei in Beispielenund Erklärungen deutlich genug gezeigt habe, so bitte ich dichjetzt nur noch: Verehre die göttliche Gnadenmuttcr fromm undinnig, rufe sie oft mit kindlichem Vertrauen um ihre mäch-tige Fürbitte an; besonders aber folge ihr nach, wie eingutes Kind der lieben Mutter folgt, und du wirst alsdannauch einst dahin gelangen, wo sie nun ewig lebt und sich er-freut — in der Gesellschaft aller Heiligen und Auserwählten.
Legende: Die heilige Jungfrau und Mär-tyrin Justina (ch 304).
Wodurch ist die heilige Justina, deren Andenkenwir heute feiern, eine Heilige geworden? Antwort: Da-durch, daß sie in die Fußstapfen der Heiligen und be-sonders der heiligen Jungfrauen und Märtyrer eintrat,mit Einem Worte, durch die Nachahmung der Hei-ligen ist sie selbst heilig und selig geworden. Sie wardie Tochter eines Götzenpriesters zu Antiochia in Pissidien,ausnehmend schön und wohlgebildet, allein im Heideu-thume erzogen. Da erbarmte sich Gott ihrer und schenkteihr sein Licht und seine Gnade. Durch Prelius, denDiakon der christlichen Kirche, wurde sie zum Christen-thume bekehrt und leuchtete nun als ein Muster derGottseligkeit und Unschuld. Da entbrannte Aglaid.es,ein vornehmer, heidnischer Jüngling, in heftiger Liebegegen Justina und ließ ihr seine Hand anbieten.Standhaft wies Justina solche Anträge zurück; und als