Druckschrift 
Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
Entstehung
Seite
621
Einzelbild herunterladen
 

Am Feierabende des 24. September. 62 l

über diese deine Bosheit, nnd bitte Gott, daß dir etwa dieserAnschlag deines Herzens vergeben werde! Denn ich sehe dichvoll bitterer Galle, und von (den Banden) der Ungerechtigkeitumstrickt." (Apostelgesch. 8, 18—24.) — Mit Recht sagt derheilige Petrus Damiauus: „Simon verlor den heiligenGeist, während er Ihn kaufen wollte." — Das jedoch wärekeine Simonie, wenn man Jemanden ein Almosen gebenwürde, um für uns zu beten; wenn nur das Almosen nichtals Preis des Gebetes rc. angesehen wird. Ebenso ist esauch nicht Simonie, die üblichen Stolgebühren und Meß-stipendien zu geben und anzunehmen; denn sie werden nichtals Preis für die geistlichen Verrichtungen gegeben, sondernzum Unterhalte der Priester und Geistlichen, dem Ausspruchedes heiligen Paulus (l. Cor. 9, 13.) gemäß: „Wisset ihrnicht, daß Die, welche im Heiligthume beschäftigt sind, vomHeiligthume auch esseu, uud daß Die, welche dem Altäredienen, vom Altäre ihren Theil empfangen?" Endlich ist esdurchaus keine Simonie, wenn man geistliche Suchen gegenandere geistliche Sachen vertauscht, z. B. Reliquien gegenReliquien, oder wenn man geweihte Gegenstände, natürlichzu frommem Gebrauche, verkauft und zwar um den Preis,den die Gegenstände an und für sich selbst haben, ohne den-selben in Ansehung der Weihe zu erhöhen u. s. w.

Legende: Die heilige Jungfrau und Mär-tyrin Thekla Hst im 1. Jahrhdt.).

Heute feiert die Kirche das Fest der heiligen Jung-frau und Märtyrin Thekla, welche die Tochter ange-sehener, aber heidnischer Eltern zu Jkoninin in Lykaonienwar, und neben ausgezeichneter Geistesgabe eine unge-meine Körpersschönheit besaß. Sie war daher bereits aneinen reichen Jüngling, Tamyrns mit Namen, ver-lobt, als der heilige Paulus i. I. 45 in ihrer Vater-stadt das Evangelium predigte. Gar bald fand nunThekla Gelegenheit, sich mit dem heiligen Pauluszu unterreden, empfing von ihm die heilige Taufe undgelobte jetzt aus Liebe zu Jesus Christus ewige Jung-frauschaft. Als hierauf ihr Bräutigam auf die ehelicheVerbindung drang, antwortete sie mit heiligem Mnthe:„Ich bin mit Gott vermählt, nnd es wäre also einGottesraub, ein Sakrilegium, wenn ich meinen gött-lichen Bräutigam treulos verlassen und einem irdischenmein Herz unv meine Liebe schenken würde." Hierübererbittert, stellte Tamyrns bei dem Statthalter Klage,daß seine Braut den Dienst der Götter verlassen uuddas Christenthum angenommen habe. Da die Heiligeweder durch Schmeicheleien noch Drohungen zum Abfallezu bewegen war, so befahl der Richter, sie den Löwen vor-zuwerfen; allein diese legten sich wie sanfte Lämmer zuihren Füßen nieder. Hierauf zum Fenertode verurtheilt,

blieb die heilige Thekla auch in den Flammen unverletzt.Ebenso blieb sie unversehrt von Schlangen und Unge-ziefer in einer Grube, in die man sie geworfen, so daßdas Volk ausrief: „Groß und anbetungswürdig ist derGott der Thekla!" Als sie nun frei gelassen war, be-gleitete sie den heiligen Apostel Paulus auf seinenapostolischen Reisen, zog sich später in die Einsamkeitzurück, und erreichte unter Ausübung der erhabenstenTugenden ein hohes Alter. — Sie war eine Zierde derapostolischen Zeiten und wird auch Erzmartyrin ge-nannt, weil sie unter dem weiblichen Geschlechts als dieErste um des Glaubens willen starb.

Gebet. Erflehe uns, o heilige Jungfrau undMärtyrin Thekla! bei Gott die Gnade, daß wir ihmunser Herz und unsere Liebe schenken und einst wie duewig selig werden in der Vereinigung mit dem himm-lischen Bräutigam Jesus Christus, der da lebt nnd regirt inEwigkeit. Amen. _

ZweihundertsicbemmdsechzigsteS Lesestülk.

Am Feierabende des 24. September.

Von der Verehrung der Heiligen.

Fr. Versündigen wir uns nicht gegen das ersteGebot Gottes durch die Verehrung, die wir den Heiligenerweisen?

Antw. Nein; denn wir beten die Heiligen nichtan, sondern verehren sie nur.