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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
Entstehung
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620
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Viertes Hauptstück. Vom Gottesraub (Sakrilegium) und vom geistlichen Wucher (Simonie).

> schändete. Der König Joas ward mit dem Aus-^ satze bestraft, weil er Gottes Heiligthum frevent-lich betrat. — Wenn nun Gott die Entheiligungim alten Bunde so fürchterlich bestrafte, wirdnicht ein um so schrecklicheres Strafgericht dieGottesschänder im neuen Bunde treffen, je heiligerdie Gegenstände im neuen vor dem alten Bundesind? „Wer den Tempel Gottes entheiliget, Denwird Gott vertilgen," sagt mit Recht der heiligePaulus. (1. Cor. 3, 17.) — Ward nicht dersonst so sanftmüthige und geduldige Heiland vonheiligem Eifer und Zorne ergriffen, als er dieTempelschändcr, die Käufer und Verkäufer imTempel zu Jerusalem erblickte? Er nahm Peitschenund trieb sie hinaus mit dem ernsten, derbenVerweise: „DaS Haus meines Vaters ist einBethaus; ihr aber habet eine Räuberhöhle darausgemacht!" O! wie vielen Christen, die im TempelGottes Muthwillen treiben, gilt eben diese Mahnungdes Herrn!

Fr. WaS ist Simonie odergeistlicherWucher?

Alltw. Simonie oder geistlicher Wucherist eö, wenn man geistliche Sachen, Aemteru. dgl. um Geld oder Geldeswerth kauft oderverkauft.

Belehrung und Beispiel. Man kanndie Sünde der Simonie auf allerlei Weise be-gehen, z. B. wenn man heilige Reliquien verkauftoder kauft, wenn man seinem Beichtvater Ge-schenke bringt, in der Absicht, die Lossprechung leichter zuerhalten, und wenn dieser sie in solcher Absicht annimmt;wenn man Denjenigen, der eine geistliche Stelle zu vergeben,oder bei deren Vergebung, sei es auch nur durch Empfehlung,irgend einen Einfluß hat, durch Geschenke für sich gewinntund dieser dieselben in gleicher Absicht annimmt. — DieseSünde ist unter den schwersten Strafen, sogar unter demBannflüche, von der Kirche verboten. Sie führt ihrenNamen von Simon dem Zauberer, von dem in derApostelgeschichte Folgendes erzählt wird: Als dieser gottloseZauberer sah, daß durch Auflegung der Hände der Apostelder heilige Geist verliehen werde, bot er ihnen Geld an undsprach: „Gebet auch mir diese Gewalt, daß Jeder, dem ichdie Hände auflege, den heiligen Geist empfange!" Petrusaber sprach zu ihm: „Dein Geld sei mit dir zum Verderben,weil du meintest, die Gabe Gottes zu bekommen für Geld!Du hast keinen Antheil noch Erbe an dieser Lehre; denndein Herz ist nicht aufrichtig vor Gott. Darum thue Buße

Beispiele und Anwendung. Wie sehr Gott derHerr den Gottesraub verabscheue und strafe, läßt sich auSvielen schrecklichen Beispielen entnehmen. — Der KaiserAurelian ließ blutige und mordgierige Edikte gegen dieChristen und besonders gegen die Priester und Bischöfe derKirche verkünden. Als er nun einst ein solches Edikt Unter-zeichnete, schlug der Blitz neben seinen Füssen ein, so daßer die Feder aus der Hand fallen ließ, — eine offenbareStrafe dafür, daß er die Gesalbten des Herrn so grausamverfolgte. (Sieh das obige Bild!) — Seleukus, Königvon Syrien, sandte seinen Schatzmeister Heliodor us nachJerusalem, um die reichen Tempelschätze zu holen. Als ermit diesem Tempelraube beschäftigt war, ereilte ihn die StrafeGottes. Er siel sprachlos zu Boden und lag da, allerHoffnung auf Genesung beraubt. (2. Mach. 3.) — Fünfzig-tausend Bcthsamiter kamen um, weil sie frevelhafte Blickeauf das Heiligthum warfen. Auf die Söhne Aarons ließGott Feuer fallen, weil sie unheiliges Feuer auf den Altarlegten. Oza fiel todt nieder, weil er der Arche des Herrndie Ehrfurcht nicht erwies, die das Gesetz verschrieb. Manassesward seines Reiches beraubt, als Gefangener nach Babelgeschleppt, weil er Gottes Heiligthum durch Götzendienst