Druckschrift 
Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
Entstehung
Seite
617
Einzelbild herunterladen
 

Am Feierabende des 22. September.

617

harrte standhaft bei dem Herrn ans. Nach seiner Be-lehrung lud er den Heiland und dessen Jünger zu einemgroßen Gastmahle und ließ auch viele Zöllner und Sün-der daran thcilnchmen — wahrscheinlich in der Hoffnung,daß auch diese das Heil bei Jesu finden sollten. DiePharisäer murrten und ärgerten sich über den liebreichenHeiland, daß er in der Gesellschaft solcher Leute aß,mußten aber verstummen, als der Herr das trostreicheWort sprach: „Ich bin nicht gekommen, die Gerechtenzu berufen, sondern die Sünder." Ausgenommen indie Zahl der Apostel predigte der heilige Matthäusnach der Himmelfahrt Christi, voll des heiligen Geistes,in Judäa und in den umliegenden Gegenden mehrereJahre lang die christliche Lehre und pries sich glücklich,deßhalb verfolgt und mißhandelt zu werden. Als sichdann die Apostel in die verschiedenen Länder des Erd-kreises theilten, traf ihn Aethiopien und Afrika. Ehe er aberdahin abging, schrieb er ans inständiges Bitten der bekehr-ten Juden in syrisch-chaldäischer Sprache eine Geschichtedes Lebens Jcsu, die er Evangelium, d. i. froheBotschaft, nannte. Seine eifrige Verkündung derLehre des Heiles hatte die scgenvollsten Wirkungenund wurde durch viele Wunder unterstützt. Erführte dabei ein sehr strenges Leben, aß nie Fleisch,sondern nur Kräuter, Wurzeln und Früchte wilderBäume, und trank nur Wasser. So brachte ergegen dreinndzwanzig Jahre in Aethiopien zu, biser nach dem Tode des Egippns, den er sammt derganzen Familie zum Christenthnme bekehrt hatte,auf Befehl des Bruders desselben am Altäre, woer eben das hochheilige Opfer des neuen Bundesfeierte, getödtet wurde.

Gebet. Göttlicher Herr und Heiland JesusChristus, der du uns durch den heiligen Evange-listen Matthäus deine göttliche Lehre mündlichund schriftlich hast verkünden lassen, gib, daß wirnie eitlen Wahrsagereien, Stern-, Zeichen- undTranmdentereien Glauben schenken, sondern nur

Fr. Was ist eitle Beobachtung?

Antw. Eitle Beobachtung (auch eitler Gebrauchoder eitle Acht genannt) ist es, wenn man eitle Mittelzu irgend einem Zwecke anwendet, z. B. um Krank.Hellen bei Menschen oder Vieh zu heilen, oder um ge.wisse Kenntnisse, Künste oder Wissenschaften zu erlangen.

Belehrung. Die eitle Beobachtung ist sonach einAberglaube, vermöge dessen man sich von gewissen Dingen,von eitlen Mitteln Wirkungen verspricht, wozu kein ver-nünftiger Grund berechtiget, da sie weder von Gott, nochvon der Kirche, noch von der Natur dazu bestimmt sind. DieseSünde wird häufig begangen: 1) bei Krankenheilungen,wo man allerlei Worte und Gebete spricht, wo man mitdem Rücken auf Etwas hingewcudet, bei einer bestimmtenAnzahl gelber Kerzen, mit verschlossenen Augen sich mit der linken

UKW

deinem heiligen und untrüglichen Worte, das alleinLeben und Wahrheit enthält und zum ewigen Lebenführt. Amen.

Zlvelhttttdertsüusundsechzigstes LeseM.

Am Feierabende des 22. September.

Non der eitlen Beobachtung und von der Zauberei.

Fr. Wodurch zeigt sich der Aberglaube noch fernersehr häufig im Leben?

Antw. Durch die sogenannte eitle Beobacht-ung und durch Zauberei.

Mehler, Hausbuch.

Hand bekreuzt, oder allerlei Quacksalbereien gebraucht u. s. s.und von solch abergläubischen, eitlen Dingen die Gesundheithofft. Durch eitle Acht versündigt man sich auch, 2) wennman gewisse Gebete, Speisen oder Getränke ge-braucht, um eine gewisse Kenntniß, Kunst oderWissenschaft ohne alle Bemühung zu erlangen.Zu dieser Art Aberglauben verleitete die Schlange unsereStammeltern, da sie ihnen vorspiegelte, sie würden Gottgleich werden, wenn sie von der verbotenen Frucht genießenwürden. — Die Größe dieser Sünde ist daraus ersichtlich,weil Derjenige, welcher nach eill r Beobachtung eines Zu-falles seine Handlungen einrichtet, sein Vertrauen nicht auf

78