Am Feierabende des
Götter neben mir haben! Du sollst kein geschnitztes Bildmachen, um es anzubeten!"
Fr. Was gebietet sonach das erste Gebot?
Antw. Daß wir Gott die Verehrung leisten, dieihm allein gebührt.
Belehrung und Beispiele. Gott dem Herrn alleingebührt die höchste Verehrung, insbesonders die An-betung, weil er der höchste Herr und alleiniger Gott ist.(Sieh das obige Bild!) Diese Verehrung nun verlangt ervon uns im ersten Gebote, was auch der göttliche Heilandmit den Worten ausspricht: „Du sollst den Herrn deinenGott anbeten und ihm allein dienen." (Matth. 4.) Wiethöricht handeln also alle Diejenigen, welche zwei Herren,Gott und der Welt, zugleich dienen wollen?! — Einst er-mahnte der heilige Bernhard eine gottgeweihte Jungfrau,die zwar in's Kloster eingetreten war, dabei aber ziemlichirdisch gesinnt blieb. „Du hast (so schrieb er), unter demGewände und dem Namen des religiösen Standes, ganz aufweltliche Weise leben wollen; allein du vermochtest nicht aus-zuführen, was dir gefiel, und so hast du nicht die Welt,wohl aber die Welt dich zurückgestoßen. Weil du sonach Gottvertrieben hast, und die Welt dich, so bist du, wie man zusagen Pflegt, zwischen zwei Sitzen auf die Erde gefallen."Aehnlich geht es jedem doppelsinnigen Christen, welcher Gottund der Welt zugleich dienen will; er findet nirgends aufErden einen rechten Halt. Gehorcht er Gott und dem Evan-gelium, so verhöhnt ihn die Welt; gehorcht er der Welt, sopeinigt ihn sein Gewissen; und so ist also wahr der Aus-spruch des göttlichen Heilandes: „Niemand kann zwei Herrendienen; entweder wird er den Einen Haffen und den Andernlieben; oder er wird sich dem Einen unterwerfen und den
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Andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und demMammon." O so entschließe dich einmal, mein Christ!nur Gott dem Herrn allein zu dienen; denn ihmdienen ist herrschen. Mache es, wie jener adelige JünglingNepotianus, von dem der heilige Hieronymus er-zählt, daß er kaum die Worte vorlesen hörte: „Niemandkann zwei Herren dienen," als er dieselben schonin folgender Weise bei sich bedachte: „Die ewige Weisheiterklärt einen solchen Doppeldienst für unmöglich. Siebefiehlt aber auch: Den Herrn deinen Gott sollst du an-beten, und ihm allein dienen." — Der Schluß, den erdaraus zog, ward für ihn zur heilvollen Wendung seinesLebens. Er diente von nun an Gott dem Herrn mit Leibund Seele, und nun wird er ewig den Lohn genießen, derihm für seinen treuen Dienst von Gott zu Theil ward.
Fr. Wie vielerlei ist die Verehrung, die Gottgebührt?
Antw. Zweierlei: die innerliche und die äußer-liche Verehrung.
Fr. Wie verehren wir Gott innerlich?
Antw. 1) Durch Glaube, Hoffnung und Liebe,2) durch Eifer für seine Ehre, und 3) durch Ehrfurcht,Anbetung und Danksagung für alles Gute.
Belehrung. Wir ehren Gott innerlich 1) durchGlaube, Hoffnung und Liebe. Durch den Glaubenerkennen wir Gott, durch die Hoffnung steigen wir zu ihmempor, durch die Liebe gelangen wir zu ihm. Der Glaubeist das Himmelsfenster, die Hoffnung die Himmelsleiter, dieLiebe allein steigt empor und hinein. (Hievon noch ausführlicher bei den drei göttlichen Tugenden.) — 2) Wirverehren Gott innerlich durch Eifer für seineEhre. „ Eifere für Gottes Ehre," sagt der heilige Ephrem;„gewinne ihm recht viele Seelen; werde ein geistiges Netzund fange deinem Herrn viele Fische!" — Wir verehrenGott innerlich 3) durch Ehrfurcht, Anbetung undDanksagung. Diese Anbetung, Ehrfurcht und Danksagungaber besteht, wie der heilige Thomas sagt, in einer reli-giösen Handlung, durch welche ein Geschöpf die unbegränztcMajestät Gottes verehrt, hochachtet und sich vor ihr demüthigt,indem es Gott anerkennt als seinen ersten Ursprung undsein letztes Ziel, als Herrn und unbeschränkten Beherrscheraller Dinge, und als seinen größten Wohlthäter.
Beispiel und Anwendung. Was das heißt, Gottanbeten, zeigt uns der heilige Franziskus. Oft rieser in der Gluth seiner Betrachtung aus: „Wer bist du,