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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Viertes Hauptstück. Erstes Gebot Gottes.

d. h. wir müssen sie halten 1) insgesammt und 2) ausreiner Absicht und beständig.

Belehrung. Wir müssen Gottes Gebote beobachten1) insgesammt, d. h. alle ohne Ausnahme.Werdie übrigen Gebote alle hält," schreibt der heilige ApostelJakobus (2, 1011.),und nur ein einziges Übertritt,Der hat sich an dem ganzen Gesetze vergangen." Fernermüssen wir die göttlichen Gebote 2) auch aus reinerAbsicht und beständig erfüllen, d. h. nur aus Liebezu Gott und mit unerschütterlicher Treue.Wer ausharretbis an's Ende, Der wird selig werden." (Matth. 10, 22).

Beispiele und Anwendung. Schon Moses hatüber alle Jene einen fürchterlichen Fluch ausgesprochen, welchedie göttlichen Verordnungen nicht insgesammt beobachten:Verflucht sei Derjenige," so lauten seine Worte,der sichnicht an alle Gebote hält, die in diesem Gesetzbuche vor-geschrieben sind, und sie nicht im Werke erfüllt; und allesVolk soll sagen: Amen!" (Deuternom. 27, 26.) Ein Predigerder Neuzeit fügte diesem Fluche Mosis die ernste Bemerkungbei:Merket es euch, ihr Christen! die Hölle ist ganz vollvon Verworfenen, welche mehrere Gebote Gottes erfüllthaben. Sie sind verdammt worden, weil sie nicht allegehalten haben." O christlicher Leser! nimm diese ernsteWahrheit tief zu Herzen und beobachte von nun an treuund eisrig alle Gebote des Herrn; denn wie auf dem Ueber-treter derselben Gottes Fluch und Strafe ruht, so ruht aufdem treuen Beobachter der göttlichen Gebote Gottes Segenund Lohn. Daher spricht Moses wiederum zum israeliti-schen Volke (5. Mos. 28, 15.):Wenn du die Stimmedes Herrn, deines Gottes, hörest, so daß du alle seineGebote thust und hältst, so werden alle Segnungen desHerrn über dich kommen. Gesegnet wirst du sein in derStadt und gesegnet auf dem Felde. Gesegnet die Fruchtdeines Landes und die Frucht deines Viehes, und die Heerdendeiner Rinder und die Ställe deiner Schafe. Gesegnet wirstdu sein in Allem, was du thust und wider deine Feindeunternimmst." O beseligender Lohn, der auf die treue Beob-achtung der göttlichen Gebote folgt! Wahrlich, mein Christ!wenn die Gebote Gottes in unfern Tagen nicht so sehr ver-achtet und so boshaft übertreten würden: wir würden ganzandere Zeiten haben; es würde nicht Gottes Fluch, sondernGottes Segen sichtbar werden!!

Legende: Die heilige Ludmilla, Herzoginund Patronin von Böhmen (f 927).

Folgen wir in der treuen Beobachtung der gött-lichen Gebote dieser Heiligen, deren Fest auf den heutigenTag fällt. Ludmilla war die Tochter Flaviborigs,des Grafen und Erbherrn von Melnik; sie stammte so-nach aus einem sehr reichen, adeligen Geschlechts, dasaber noch in den Finsternissen des Heidenthums schmach-tete. Wegen ihrer allseitigen Vorzüge erbat sich Bor-

Von der innerlichen Verehrung Gottes.

ziwog, der damals regireude Herzog von Böhmen, diezarte Jungfrau zur Gemahlin. Bald nach der Ver-mählung lernte der junge Fürst bei einem Besuche desKönigs von Mähren die beiden Glaubensprediger Cyril-lus und Methodius kennen, die er nun sogleich nachBöhmen berief, und von denen er sich mit seiner Ge-mahlin in der Lehre des Christenthums unterrichten undtaufen ließ. Nun war Ludmilla eine Christin undleuchtete Allen voran in Erfüllung der göttlichen Gebote,in Tugend und Frömmigkeit. Mit allein Eifer war siebemüht, das Christenthum im ganzen Lande zu verbreiten.Dadurch aber zog sie sich den Haß ihrer heidnischenSchwiegertochter Drahomira zu, auf deren Anstiftensie von den beiden Mördern Tuman und Kuwan inihrem Schlafgemache mit dem Schleier ihres Haupteserdrosselt wurde i. I. 927.

Gebet. Herr, himmlischer Vater! der du unsin deiner unaussprechlichen Gnade und Barmherzigkeitzum Lichte des christlichen Glaubens berufen hast, gib,daß wir durch treue Erfüllung deiner göttlichen Geboteebenso, wie deine heilige Dienerin Ludmilla, auf demWege des Heiles wandeln und einst zu dir gelangendurch Christum, unfern Herrn. Amen.

Zweihundertsechzigstes Lesestück.

Am Feierabende des 17. September.

Erstes Gebot Gottes.

Von der innerlichen Verehrung Gottes.

Fr. Wie lautet das erste Gebot Gottes?

Antw. Es lautet also:Du sollst keine fremden