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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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599
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Am Feierabende des 13. September.

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Belehrung. Auf der Welt gibt es so viel Elendund Unglück, und mit Recht nennt man die Erde ein Thränen-thal; wo wir Hinblicken, da finden wir auch Unglücklicheund Betrübte. Wenn wir nun Jenen, welche aus geistlichenoder leiblichen Gründen betrübt sind, herzliche Theilnahmebeweisen, durch geeignete Trostgründe ihr schweres Herz er-leichtern und ihrer Noth nach Kräften abzuhelfen suchen,so üben wir ein geistliches Werk der Barmherzigkeit, wozuuns schon der heilige Paulus (1. Thess. 5, 14.) auf»muntert, indem er schreibt:Tröstet die Kleinmüthigen!"und worin uns auch der göttliche Heiland mit seinem Bei-spiele voranging; denn mit welcher Liebe tröstete er nichtdie Wittwe zu Naim! (Luk. 7, 1116.) Wie oft spracher nicht zu den betrübten Sündern das Wort des Trostes:Deine Sünden sind dir vergeben!"

Beispiel und Anwendung. Gar leicht kann einJeder, selbst der Aermste dieses geistliche Werk der Barm-herzigkeit ausüben. Das Jahr 1847 war für Viele einhartes Jahr. Das Getreide war theuer, also auch dasBrod. Da arbeiteten zwei Taglöhner neben einander. Dereine war lustig und sang; der andere war sehr niedergeschlagenund traurig. Vom Anderen gefragt, warum er so nieder-geschlagen sei, antwortete er:Ach, ich habe fünf Kinder,und das Brod ist so klein. Ich kann nimmer leben; ichmuß zuletzt glauben, es sei kein Gott mehr im Himmel."Da antwortete der Andere:Sieh, ich habe sieben Kinderund noch dazu ein krankes Weib. Aber es richtet mich beidieser harten Zeit doch der Gedanke auf: Ich Hause jetztschon siebenzehn Jahre, und Gott hat allemal wieder geholfen."Da wurde der Andere erbaut, wunderbar getröstet undsprach:Wenn du mit sieben Kindern nicht verzweifelst, so willich es auch nicht. Es wird ja Gott wieder helfen."Siehe, wie leicht es ist, Betrübte zu trösten! Gehe hin undthue desgleichen! Ermuntere deine Mitmenschen zum Glaubenund Vertrauen auf Gott und zum gläubigen Ausharren,und siehe, du hast wunderbaren Trost in ihr Herz gegossen!

Fr. Was heißt:Unrecht mit Geduld leiden?"

Antw. Es heißt: Schimpf und Schmach und Kränk-ungen aller Art aus Liebe zu Gott geduldig ertragen.

Belehrung und Beispiele. Hiezu ermahnt unsschon der weise Sirach (10, 6.) mit den Worten:Gedenkekeiner Unbild, die dir dein Nächster gethan, und thue selbstNiemanden eine Unbild an!" Dieses geistliche Werk derBarmherzigkeit wird aber auch von Gott reichlich belohnt. Wer mit Geduld Schmach und Pein leidet um des NamensJesu willen," also schreibt Cardinal Hugo,Der sammeltin seinen Schooß kostbare Edelsteine, mit denen einst jeneKrone geschmückt sein wird, von der die Kirche singt: Einegoldene Krone ist auf seinem Haupte; das Zeichen der Heilig-keit ist daraufgedrückt; sie ist ein Glanz der Ehre und dasWerk der Starkmuth." Daher haben aber auch Christusund alle seine wahren Jünger und Nachfolger so gerne Un-recht mit Geduld gelitten. Ich will nur die heilige Mag-dalena von PazziS als Beispiel anführen. Diese lagtodtkrank auf ihrem Bette und konnte kein Glied mehr bewegen.Als sie aber hörte, eine Mitschwester, die ihr eine schändlicheBeleidigung angethan hatte, sei erkrankt, so ließ sie sich mitgroßen Schmerzen zu ihr hintragen, und tröstete sie mit denWorten des ewigen Lebens.Das hättest du auch unter-lassen können," brummte eine alte Schwester;sie hat dirweh gethan. Das Verzeihen ist genug. Warum dich nochhintragen lassen?" Magdalena erwiederte:Ich that esmit Freuden, um ihr zu danken für die Wohlthat, die sie