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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Viertes Hauptstück. Von den letzten vier geistlichen Werken der Barmherzigkeit.

Antw. Es heißt, Jenen, die in geistlichen Dingenzweifeln, die von Gewissensskrupeln geplagt werden, oderin ihrer Standeswahl unschlüssig sind u. s. w., einenguten Rath ertheilen.

Belehrung und Beispiele. Schon im Sprüchwortsagt man:Ein guter Rath ist besser als Geld," und inder heiligen Schrift heißt es:Süß sind der Seele die gutenRathschläge des Freundes." (Sprüchw. 27, 9.) Deßhalb ruftuns der weise Sirach (5, 14.) zu:Verstehst du die Sache,so gib Bescheid deinem Nächsten!" Und der heilige Hiero-nymus lehrt:Jene, die du nicht mit deinem Vermögenunterstützen kannst, unterstütze mit Rath!" Es kann aberdieß auf mancherlei Weise geschehen: 1) Dadurch, daß wirJene, welche von Gewissensskrupcln geplagt werden oder inreligiösen Dingen zweifeln, durch unfern Rath zu beruhigensuchen oder sie an einen frommen und erfahrnen Beichtvateranweiscn. So gab der göttliche Heiland jenem Jünglinge,der ihn fragte, was er thun müsse, um vollkommen zu wer-den, den Rath:Verkaufe Alles, was du hast, und gib esden Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben;alsdann komm' und folge mir nach!" (Matth. 19, 21.)2) Dadurch, daß wir Jene, welche in ihrer Standeswahlunschlüssig sind, mit Rath und That unterstützen. Der hei-lige Gregor der Wunderthäter war in seiner Jugendunschlüssig, ob er ein Rechtsgelehrter oder Weltweiser werdensollte. Da wendete er sich an den gelehrten Origen es,und dieser gab ihm den Rath: Widme dich ganz der LehreChristi!" Gregor folgte und wurde ein großer Heiliger.Auch du, mein Christ! wirst oft genug Gelegenheit finden,Zweifelhaften recht zu rathen. Versäume nicht, dieses geistlicheWerk der Barmherzigkeit zu üben; denn du kannst," schreibtder heilige Hieronymus,Dem, der in Zweifel ist, mitWeisheit mehr nützen, als irgend Jemand mit Geld und Gut."

Legende: Der heilige Guido, Bekenner

(ch 1012).

Der heilige Guido, dessen Andenken wir heutefeiern, ist für uns Alle ein schönes Vorbild in Aus-übung der so eben erklärten geistlichen Werke der Barm-herzigkeit; denn es war seine Freude, durch sein erhabenesTugendbeispiel die Sünder wieder zu Gott zurückzuführenund Allen mit Rath und That beizustehen. Er wurdein einem nahe bei Brüssel gelegenen Dorfe geboren undvon seinen zwar armen, aber tugendhaften Eltern mitallem Eifer in der Furcht des Herrn erzogen. Frühzeitigschon prägten sie ihm die Worte des Tobias ein:Wir sind reich genug, wenn wir den Herrn fürchten."lind so wuchs der Knabe heran zu einem Vorbilde der

christlichen Jugend; man nannte ihn daher allgemein denEngel des Dorfes. Als er einst in der Kirche zu Laeken,nahe bei Brüssel, voll kindlicher Andacht betete, bemerkteder Ortspfarrer mit Staunen dessen Frömmigkeit undGeistessammlung und stellte ihn sogleich als Kirchendieneran. Nun erbaute Guido Alles durch seinen frommenWandel. Wenn er am Altäre diente, so glaubte maneinen Engel zu sehen; und wie sehr ließ er sich nichtdie Reinlichkeit und die Zierde des Hauses Gottes an-gelegen sein! Später machte er zweimal eine Wallfahrtnach Palästina. Er kam zwar glücklich zurück; alleindie auf der Reise ausgestandenen Beschwerden zogen ihmmehrere Krankheiten zu, an denen er den 12. September1012 starb. Arm verließ er die Welt, ebenso wie erin dieselbe eingetreten war; daher hieß man ihn gewöhnlichnurden Armen von Ändert echt," weil er indiesem Städtchen starb.

Gebet. Bitte für uns, heiliger Bekenner Guido!damit wir in deine Fußstapfen eintreten und einst, wennwir sterben, eben jene Stimme zu hören verdienen, die dugehört hast:Lasset ihn herankommen, unfern Geliebten,zur Krone der ewigen Freude!" Amen.

Zweihundertsechsmidsünszigstes Lesestück.

Am Feierabende des 13. September.

Von den letzten vier geistlichen Werken der Barmherzigkeit.

Fr. Was heißt:die Betrübten trösten?"

Antw. Es heißt: allen Unglücklichen und Betrübtendurch geeignete Trostgründe das schwere Herz erleichternund ihre Noth lindern.

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