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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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595
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Am Feierabende des 11. September.

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Fr. Welche Güter werden hingegen Jenen zu Theil,die diese leiblichen Werke der Barmherzigkeit üben?

Antw. Leibliche und geistliche, zeitliche und himm-lische Güter.

Belehrung. Großer Lohn, zeitlicher Segen undvornehmlich geistliche Gnaden, als: Vergebung der Sündenund ewiges Leben, sind Denjenigen verheißen, welche auschristlicher Nächstenliebe Almosen spenden und überhauptdie leiblichen Werke der Barmherzigkeit ausüben.Wer denArmen gibt," sagt der heilige Geist (Spr. 28, 27.),Derwird keinen Mangel haben; wer aber den Bittenden verachtet,Der wird Armuth leiden."Vergesset nicht, wohlthätig zusein," schreibt der heilige Paulus (Hebr. 13, 16.);dennmit solchen Opfern wird Gott versöhnt."Bei Eccl. 3, 33.heißt es:Das Wasser löscht ein brennendes Feuer aus,

und daS Almosen widersteht den Sünden." UndTobias (12,' 9.) schildert den Segen und dieGnaden des Almosens mit den Worten:DasAlmosen errettet vom Tode, reiniget von Sündenund macht, daß man Barmherzigkeit und das ewigeLeben finde."

Beispiele und Anwendung. Auch zahl-reiche Beispiele überzeugen uns von dem Segenund Nutzen, der auf der Ausübung der Werkeder Nächstenliebe ruht. Zachäus, der die Hälfteseiner Güter den Armen gab (Luk. 19,8.), wurdeder göttlichen Einkehr Jesu gewürdiget, und ervernahm aus Jesu Munde die tröstlichen Worte:Heute ist diesem Hause Heil widerfahren; ...denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchenund selig zu machen, was verloren war."Vom Hauptmanne Cornelius erzählt die heiligeSchrift, daß er fromm war, Gott fürchtete mitseinem ganzen Hause und viel Almosen gab.Dafür wurde ihm die Gnade des wahren Glau-bens zu Theil; er wurde getauft sammt seinemganzen Hause. (Act. 10.) Die heilige Eli-sabeth, Landgräfin von Thüringen, war einewahre Mutter der Armen und Leidenden; sie be-trachtete dieselben als ihre Brüder und that ihnenGutes, wo sie konnte. So wird von ihr erzählt, daßsie zur Zeit einer großen Hungersnoth gar vielBrod für's Volk von der fürstlichen Burg in dieStadt Eisenach hinabtrug, waS ihrem Gemahl,dem Landgrafen, von schlimmen Neidern so zu-getragen worden ist, als ob sie leichtsinnig Allesverschwendete. Da trat er ihr eines Tages plötzlichin den Weg und fragte sie mit harten Worten:Was trägst du da in deinem Mantel?" Undsiehe, als sie den Mantel entfaltete, war alles Brod undFleisch, was sie darunter barg, plötzlich in lauter duftendeRosen verwandelt, und es schien dem Landgrafen auf einmal,als leuchte ein Kruzifix auf ihrer Stirne. (Sich das obigeBilo!) Erkenne hierin, mein Christ! den Lohn, der aufden leiblichen Werken der Barmherzigkeit ruht. Sie sindin den Augen Gottes gleichsam liebliche und wohlduftendeRosen, die sich für uns einst in der Ewigkeit zu einem überausschönen Kranze der Vergeltung vereinigen werden; denn ausdem Munde des ewigen Vergelters werden wir da die er-freulichen Worte hören:Gehet ein, ihr Gesegneten meinesVaters, in die Freude des Herrn! Denn ich bin hungriggewesen, und ihr habt mich gespeist; ich bin durstig gewesen,und ihr habt mich getränkt." Diesen tröstlichen Ausspruchhat gewiß auch jene heilige Kaiserin Pulcheria, derenFest heute gefeiert wird, bereits aus dem Munde des Herrnvernommen; denn sie war eine überaus große Wohlthäteringegen die Kirche und gegen die Armen.

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