Am Feierabende des 10. September.
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berichten vom Jahre 1845) die junge Königin von Spaniendieses leibliche Werk der Barmherzigkeit ausgeübt. Sie be-gegnete nämlich in Madrid einem Priester, welcher die heiligeWegzehrung zu einem Sterbenden brachte. Sogleich stiegsie vom Wagen und folgte dem Priester zu Fuß nach. Ander Schwelle des Hauses bemerkten ihr die Umstehenden, daßdie Sterbende eine Brustkranke und an der letzten Periodeihres Nebels angclangt sei; die Ausdünstungen könnten IhrerMajestät gefährlich sein; und man bat sie nicht hinzugehen.Allein die edle Königin läßt sich nicht abhalten; sie drängtsich bis zum Krankenbette. Die Sterbende war ein jungesMädchen, die allein mit ihrer Mutter lebte. Beide wareuarm, Beide unglücklich; die Eine war alt und bald amZiele eines langen, von vielen Mühseligkeiten erschöpftenLebens, und die Andere erwartete den Tod als den Retteraus ihren Leiden. Die Königin ließ ihnen alles Geld, dassie bei sich hatte, zurück — zweihundert Realen. VomPalaste aus sendete sie zwei ihrer Aerzte zur Kranken undließ sich von den zu ihrer Rettung vorhandenen HoffnungenBericht erstatten. Zugleich fügte sie ihrem ersten Geschenkenoch sechshundert Realen bei, und sicherte der armen Mutter
Mehl«, Hausbuch.
während der Krankheit ihrer Tochter täglich acht-zehn Realen zu. Die Aerzte erklärten, daseinzige Mittel, deren Heilung möglich zu machen,bestehe darin, sie in einem Kuhstalle zu ver-pflegen. Die Königin bestimmte sogleich ihrLustschloß unter den Mauern Madrids, demPalaste gegenüber, als den geeignetsten undgesündesten Ort, und befahl sechs Kühe dort-hin zu bringen, und eine Estrade für das Bettaufzuschlagen. Die Mutter durfte ihre Tochternicht verlaßen und mußte ebenfalls im könig-lichen Lustschlosse wohnen. Die Vorbereitungenwurden in aller Eile getroffen, und die Tochterdes heiligen Ferdinand mischte sich selbst indie Vorkehrungen, damit ihr wohlthätiges Werkum so schneller vollendet würde. Eine so großeFrömmigkeit und Nächstenliebe einer Königinlockte Thränen der innigsten Rührung, derDankbarkeit und des Glückes hervor, und wahr-lich, der Himmel wird ein so herrliches Werkder Nächstenliebe nicht unbelohnt lassen.
Fr. Was heißt: „die Todten be-graben?"
Antw. Es heißt den sterblichen Ueber-resten der Verstorbenen die letzte Ehre desBegräbnisses erweisen. (Sieh nebenstehendes Bild!)
Belehrung. Schon der weise Sirach(38, 16.) ruft uns zu: „Mein Sohn! weineüber einen Todten und vernachlässige sein Begräbniß nicht!" Es ist daher eine heilige Pflicht,für eine anständige Beerdigung der Verstorbenen Sorge zutragen und, wenn cs Noth thut, selbst Hand an's Werkzu legen; besonders aber sollen wir die Leiche mit andächtigemGebete begleiten, für arme Verstorbene die heilige Messelesen lasten u. s. f. Dieß fordert von uns die Liebe zuunser m Nächsten, damit nicht der Leichnam desselben