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Am Feierabende des 7. September.
hast; hättest denn nicht auch dn deines Mitknechtes dich er-barmen sollen, wie auch ich mich deiner erbarmt habe?"Und sein Herr ward zornig, und übergab ihn den Peinigern,bis er die ganze Schuld bezahlt haben würde. — So wirdauch mein himmlischer Vater mit euch verfahren,wenn ihr nicht, ein Jeder seinem Bruder vonHerzen verzeihet." (Matth. 18, 53—35.) Somit muß»ns unser eigner Vortheil zur Feindesliebe ermuntern.
Legende: Der h eil ig e Magnns, A b t (ch um 655).
Von der Vortrefflichkeit und Nothwendigkeit derFeindesliebe überzeugt, übte diese Tugend in einem vor-züglichen Grade jener Heilige Gottes, dessen Andenkenwir heute in der Kirche feiern. Der heilige Magnuswurde von schottischen Eltern geboren und folgte seinenLandsleuten, dem heiligen Co ln mb an und Gallus,Männern von erprobter Tugend, welche ausgegangenwaren, theils um den Glauben zu verbreiten, theils umdie Einsamkeit zu suchen. Sie kamen in die Gegendvon Bregenz und mühten sich da ab mit der Bekehr-ung der dortigen Heiden; allein sie ernteten daselbst nurHaß und Verfolgung. Diesen Undankbaren und Ver-blendeten vom Herzen verzeihend, schüttelten sieden Staub von ihren Füßen und gingen weiter. Gallusund Magnus drangen nun südöstlich am Bodenfeevorwärts. So lauge Gallus lebte, war Magnussein beständiger Begleiter. Er ist mit der Begründervon St. Gallen. Nach St. Gallus Tode und nachder ersten Zerstörung seines Klosters zog Magnus nochweiter östlich bis in die Gegend von Kampoduuum(Kempten). Früher eine römische Stadt, war der Ortwüst und in dem verfallenen Gemäuer hausten garstige
Mehler, Hausbuch.
Gewürme, und Dämonen schüchterten die Bewohner ein.Magnus erlegte einen ungeheueren Lindwurm in derNähe des heutigen Roßhaupten, und säuberte die Gegendvon Gewürm und Dämonen. Dadurch öffneten die Ein-wohner dem Boten Gottes ihre Herzen und baten zahl-reich um die heilige Taufe. Der heilige Mann grün-dete zuletzt am Fuße der Alpen das Kloster Füssenund baute in der Gegend noch andere Kirchen. Wunderkraft verschiedener Art hatte Gott seinem Diener ver-liehen, der nach einem engelglcichen Leben als Abt vonFüssen um das Jahr 655 starb.
Gebet. Gekreuzigter Herr und Heiland, JesusChristus! lehre mich durch dein erhabenes Beispiel allemeine Feinde lieben und verleihe mir auf die Fürbittedes heiligen Magnus die Gnade, daß ich allen meinenBeleidigern vom Herzen verzeihe, der dn lebest undregirest in alle Ewigkeit. Amen.
Zweihuttdertsunfzigstes LcsesM.
Am Feierabende des 7. September.
Von der Fcinbcsliebe; Beschaffenheit derselben.
Fr. Wie sollen wir unsere Feinde lieben?
Antw. Wir sollen ihnen nicht nur verzeihen, son-dern auch Gutes thun und für sie beten.
Belehrung. Wir sollen in dieser Beziehung demedlen Baume gleichen, der durch seinen Schatten erquickt undsogar Dem seine Früchte anbietet, der kurz zuvor noch Steinegegen ihn geworfen hat. Gerne sollen wir also unfern Feindenverzeihen, ja sogar für sie beten und ihnen Gutes thun.Hiezu fordert uns der göttliche Heiland auf mit den Worten:„Liebet euere Feinde, thuet Gutes Denen, die euch hassen,betet für Die, welche euch verfolgen und verläumdcn, damitihr Kinder seid eueres Vaters, der im Himmel ist, der seineSonne über Gute und Böse aufgehen und über Gerechteund Ungerechte regnen läßt." (Matth. 5, 44—45.)
Beispiele und Anwendung. In dieser von Christusvorgeschriebenen Weise haben von jeher alle frommen Christenihre Feinde geliebt. Ich will dich in einigen schönen Bei-spielen Nachweisen, unter welchen der heilige Stephanus(sieh das nachfolgende Bild!) oben an steht. — Siehe, wieder heilige Stephanus seine Feinde liebt! Seiuei» Erlösergleich empfand er über die Bosheit und Unseligkeit seinerVerfolger, die ihn, den unerschrockenen Verkünder und Be-kenner Jesu des Gekreuzigten, steinigten, einen viel liefernSchmerz, als über alle Uebel, die er erduldete; — und zumZeichen dieses schmerzlichen Mitleides kniete er nieder, um
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