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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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573
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Am Feierabende des 1. September.

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ein Gesetzeslehrer, um ihn zu versuchen:Meister, welches

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gefangenen Christen befreiteer mit einem wahrhaft christ-lichen Heldenmnthe vielechristliche Sklaven ans denHänden der Muhamedaner.

Als aber der Heilige keinGeld mehr zur Auslösungder Gefangenen hatte unddeswegen mit um so grö-ßerem Eifer fortfuhr, diegefangeuen Christen zu er-muntern nnd die Ungläu-bigen zu unterrichten, sonahmen ihn die Musel-männer gefangen, durch-bohrten seine Lippen miteinem glühenden Eisen undversperrten ihm den Mundmit einem Hängeschloß, dasman ihm nur dann, wenner Etwas essen sollte,wegnahm. Acht Monateschmachtete er so im Ge-fängniß, bis ihm seine Or-densbrüder das nöthigeLösegeld überbrachten. Hier-auf wurde er von seinemOrdensobern znrückberufennnd von Papst Gregor IX. zum Kardinal ernannt.In dieser neuen Würde diente er Gott lmit derselbenDemuth, wie früher, bis an sein seliges Ende, das am31. Angust 1240 erfolgte.

Gebet. O Gott, der du dem heiligen Raimunddie Gnade verliehen hast, deine Gebote mit heiliger Lustnnd Freude zu erfüllen und besonders das Gebot derNächstenliebe heldenmüthig auszuüben, gib auch uns aufseine Fürbitte die Gnade, daß wir stets in deinen heiligenGeboten wandeln durch Christum, unfern Herrn. Amen.

Zweihundertvimmdvierzigstes Lesestück.

Am Feierabende des 1. September.

Vom Hauptgebote, und zwar von der Liebe Gottes.

Fr. Welches ist das Hauptgebot, das alle übrigenin sich schließt?

Antw. Das Gebot der Liebe Gottes und des Nächsten.

Belehrung. Dieses Gebot der Gottes- und Näch-stenliebe hat der göttliche Heiland selbst als das größte underste unter allen Geboten erklärt. Einst fragte ihn nämlich

ist das größte Gebot im Gesetze?" Jesus sprach zu ihm:Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinemganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinemganzen Gemüthe. Dieß ist das größte und erste Gebot.Das andere aber ist diesem gleich: du sollst deinen Nächstenlieben, wie dich selbst. An diesen zwei Geboten hängen dasGesetz und die Propheten." (Matth. 22, 35 40.)Dieses Gebot der Gottes- und Nächstenliebe schließt alsoalle übrigen Gebote in sich.

Beispiel und Anwendung. Als einst Jemand denheiligen Augustin fragte, was Gott von uns hauptsächlichfordere, und worin die ganze christliche Religion und dieganze Heiligkeit des Lebens bestehe, nnd als der Fragendeeine lange Reihe von Pflichten und Regeln zu vernehmenhoffte, da gab ihm der heilige Augustin die kurzeAntwort:Gott verlangt von uns nur Liebe. Liebeund thue, was du willst!" So ist es auch inWahrheit; denn wer Gott liebt, wird der nicht thun, wasIhm gefällig ist? wird er ein Wesen außer Ihm anbeten?wird er dessen Namen durch Fluchen, Schwören verunehren?wird er die Tage des Herrn entheiligen? Wer Gott liebt,wird der nicht auch Diejenigen, die dessen Stellvertreter aufErden sind, Eltern und Vorgesetzte, lieben? wird er seinemNächsten, der ein Ebenbild und Kind Gottes ist, ein Nebel