566 Drittes Hanptstiick. Von de»
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migen, um gemeinschaftlich für einander zu beten nndsich wechselseitig zur Ausübung guter Werke und zumöfter» Empfange der heiligen Sakramente anzueifernund darin zu unterstützen.
Belehrung. Alle Menschen der Welt bilden eigent-lich eine Bruderschaft, welche das gemeinsame Beste derMenschheit zu befördern hat, nnd alle Bewohner einesLandes sind gleichsam eine Bruderschaft, welche bedacht seinsoll, für das Wohl aller einzelnen Bewohner des ganzenLandes zu wirken. Soll aber etwas Besonderes geschehen,z. B. eine Eisenbahn angelegt, ein Handelsweg eröffnetwerden, siehe, so sind es nicht alle Bewohner des Landes,sondern nur eine Zahl derselben, welche sich zu einem be-sonderen Vereine zusammenthun, um die vorgesteckte Aufgabezu erfüllen. So haben auch alle katholischen Christen dieVerpflichtung, ihre eigene Heiligung und die Erbauung An-derer zu wirken; soll aber irgend ein besonderer Zweck er-reicht, ein frommes Werk geübt, eine besondere Andachts-übung gefördert werden u. dgl., so haben die Christen imAllgemeinen weder die Verpflichtung, noch Fähigkeit und
Bruderschaften nnd Missionen.
Gelegenheit dazu; und es verbrüdern sich Diejenigen miteinander, welche zur Ausführung des vorgefaßten WerkesLust und Geschicklichkeit besitzen. Die Aufgabe einer solchenBruderschaft mag dann etwa in der Beförderung einer be-sonderen Andachtsweise bestehen, z. B. zur besonderen Ver-herrlichung des heiligen Altarssakramentes, des Leidens JesuChristi, oder zur Verehrung der heiligen Mutter Gottes;oder sie mag Werke der Nächstenliebe betreffen, z. B. Kran-kenpflege und Beerdigung der Todten; oder endlich mag sieauch in einem besonders emsigen, nicht jedem Christen eigenenBestreben nach der Heiligung seiner selbst bestehen, z. B.um sich in besonders eifriger Weise zu einem guten Todezu bereiten. Daher gibt es Corporis Christi-, Herz Jesu-,Marianische-, Herz Mariä-, Rosenkranz-, Scapulier-, To-desangst - Bruderschaften oder Bruderschaften vom gutenTode rc. re.
Fr. Ist es löblich und nützlich sich solchen Bru-derschaften anznschließen?
Atttw. Allerdings; denn sie tragen sehr viel dazubei, um den Eifer des christkatholischen Lebens zu er-höhen und verschaffen uns viele Gnaden.
Belehrung und Beispiel. Da die Mitglieder derBruderschaften gemeinschaftlich für einander beten und sichwechselseitig zur Ausübung guter Werke und zum öftern Em-pfang der heiligen Sakramente ancifern und darin unter-stützen, so erhellt schon hieraus der Nutzen der Bruderschaften.Oder wer kennt nicht den Segen, der aus dem gemeinschaft-lichen Gebete und aus der gegenseitigen Erbauung hervorgeht?lleberdieß sind den Bruderschaften von der Kirche auch nochreichliche Ablässe verliehen worden. Daher haben selbst schongelehrte Männer ihren Nutzen erkannt und sich mit Freudensolchen Bruderschaften angeschlossen. Der berühmte JustusLipsius, einer der gelehrtesten Männer der UniversitätLöwen, hatte die Freude, in den Armen seines Beichtvaters,des gelehrten und frommen LessiuS, zu sterben. Da dieserihn einige Tage vor seinem Tode gefragt hatte, welche unterden Handlungen seines Lebens ihm in seiner Todesstundeam Meisten Trost und Beruhigung gewährte, antworteteihm Lipsius ohne Zögern: „Daß ick in die Con-gregation der allerseligstcn Jungfrau einge-treten bin." Dieser gelehrte Professor, das Orakel seinerZeit, würde sich ein Gewissen daraus gemacht haben, auchnur Ein Mal bei den Versammlungen der Congrcgationzu fehlen. Mau sah ihn öfter vor dem Ende der Mahlzeitvom Tische aufstehcn, um als treuer Sodal zu einem Bilde