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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Drittes Hauptstück. Von den Wallfahrten.

werden, zu welcher die Standespflichten und BernfsgeschäfteJemands Gegenwart zu Hause erfordern. Fehlen dieseund dergleichen Bedingungen, so wird eine Wallfahrt mehr

schaden als nützen, besonders wenn nachderselben das sündhafte Leben wiedergeführt wird wie zuvor, was auch derheilige Hieronymus bestätigt, indemer schreibt:Deßwegen ist man nochnicht zu loben, daß man zu Jerusalemgewesen ist; sondern dann ist manlobenswertst, wenn man zu Jerusalemfromm gelebt hat."

Beispiel und Anwendung. Wennwir auf die ebenbezeichnete Weise dieWallfahrten vornehmen, so bringen sieuns gewiß reichen Nutzen und Segen.Gar viele Beispiele bestätigen uns dieseWahrheit. Der fromme Elcana wall-fahrtete mit seinem unfruchtbaren WeibeAnna nach Silo; und Anna erhieltdurch ihr vertrauensvolles Gebet, dassie daselbst verrichtete, die Fruchtbarkeit.(I. Kön. 1, 3.). - Der Kämmerlingder äthiopischen Königin Kandazewallfahrtete nach Jerusalem, Gott an-zubeten. Auf der Rückreise wurde ervon Philippus getauft und ward einRechtgläubiger. (Apostelgesch. 8, 27.)Die Kirchengeschichte erzählt uns, die(nachmals) heilige Jungfrau und Mär-tyrin Lucia sei mit ihrer Mutter Eu-tychia, die am Blutflusse litt, zumGrabe der heiligen Agatha gewall-fahrtet, und die Kranke wurde gesund.Auch aus der neuesten Zeit erzählt derHimmel sbote" folgende Thatsache,die es uns beweist, daß die Wallfahrtsortewahre Gnadenorte sind. Ein französischerOfficier, Schiffskapitän, gleich ausgezeich-net durch seinen Geist, wie durch seineTapferkeit, deren glorreiche Insignien erauf seiner Brust trug, besuchte die Wall-fahrtskirche zu unsrer lieben Frau vonLa Salette. Er wollte, wie er sagte,nur eine Stunde da bleiben; allein der An-blick des wunderthätigen Gnadenbildes,sowie die Andacht der zahlreichen Wall-fahrer machte einen mächtigen und wun-derbaren Eindruck auf sein Herz. Nachlängerer Zeit kam er zu den Seinigenzurück, indem er sprach:Es ist etwasUnerklärbares in mir vorgegangen," undThränen rollten dabei über seine Wan-gen; er weinte, er, der dem Tode getrotzt und sooft mit trocknem Auge den Schiffbruch mit angesehen hatte!Erlauben Sie," sagte er,daß ich noch zwei Tage hier