Am Feierabende des 29. August.
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Durch ihr unablässiges Gebet zu Gott bewirkte sie dieBekehrung ihres Mannes, und später auch die ihresSohnes Augustin. Dieser ergab sich nämlich in denJahren seiner Jugend allen möglichen Sünden und Aus-schweifungen, bis endlich Gott das Thränengebet derheiligen Monika erhörte und es fügte, daß Augustinusdem heiligen Ambrosius, Bischof von Mailand, indie Hände kam, der den Verirrten durch Gebet und Be-lehrung auf den Weg der göttlichen Wahrheit undTugend hinführte. In seinem 33. Jahre wurde Augu-stinus vom heiligen Ambrosius getauft, und nunzeichnete er sich als Christ, als Gelehrter und Kirchen-schriftsteller aus; wie er sich früher von den WollüstenHinreißen ließ, so huldigte er nach seiner Bekehrung derGnade, so daß man ihn zum Bischof von Hippo er-wählte, wo er nun durch Lehre und Beispiel als einStern erster Größe in der Kirche Gottes glänzte, biser i. I. 430 heilig starb.
Gebet. Allmächtiger Gott! erhöre unser Flehenund laß uns auf die Fürbitte des heiligen Augustindie Wirkung deiner Barmherzigkeit erfahren, auf diewir mit deiner Gnade vertrauen, durch Christum, unfernHerrn. Amen.
Zweihunderteinundvierzigstes Lesestück.
Am Feierabende des 29. August.
Von den Wallfahrten.
Fr. Was versteht man unter Wallfahrten?
Antw. Unter Wallfahrten versteht man die be-
sonder» Besuchungen Gottgeweihter Oerter, welche voneiner oder mehrern Personen angestcllt werden zur EhreGottes, der seligsten Jungfrau Maria oder sonst einesHeiligen, ohne daß jedoch die bei den Bittgängen üblichenFeierlichkeiten dabei statt finden.
Fr. Sind diese Wallfahrten lobend Werth nndnützlich?
Antw. Wenn sie auf die rechte Weise vorgenommcnwerden, so sind sie sehr lobenswerth, sehr heilsam undnützlich.
Belehrung. Wer möchte wohl an dem Nutzen undSegen frommer Wallfahrten zweifeln? An Wallfahrtsortenvereinigt sich gar Vieles, was uns zu größerer Andachtstimmt und mit größerer Inbrunst und Zuversicht erfüllt,so daß unser Gebet leichter erhört werde. Oder welchesHerz könnte so verhärtet sein, um beim Eintritt in Nazareth,wo der Sohn Gottes empfangen, in Bethlehem, wo er ge-boren, in Jerusalem, wo er gekreuzigt worden ist, ungerührtzu bleiben? Welch lebhafte Erinnerungen bemächtigen sichda unser! Wieviele süße Thräneu vergießt an jenen Wall-fahrtsorten, die der seligsten Jungfrau besonders geweihtsind, das fromme Kind Mariens! Mit Recht nennt mandiese Wallfahrtsorte auch „Gnavenorte;" denn unversieg-bar fließt da die Quelle der Gnaden; da rechnet Gott nichtmehr mit uns, er spendet sie uns mit vollen Händen. Essind göttliche Behälter und Cisternen, wo man mitten inder größten Trockenheit reichliche Master findet. Zwar istund hört uns Gott überall; allein es kann ihm doch gefallen,wie zu gewissen Zeiten, so auch an gewissen Orten uns eherzu erhören. Und dieß zeigt sich ganz besonders an Wall-fahrtsorten; natürlich aber müssen die Wallfahrten jederzeitso geschehen, wie es die Kirche verlangt. Nach dem Wunscheder Kirche muß man aber Folgendes hiebei beobachten:1) muß man die Reise nicht aus Vorwitz oder einer anderneitlen Absicht antretcn; 2) soll man eine fromme, nichtgefährliche Gesellschaft dazu wählen; 3) die Zeit, solangeman auf dem Wege ist, soll mit Beten, heiligen Gesängenoder erbaulichen Gesprächen zugebracht werden; 4) in denWirthshäusern soll man eingezogen sein und sich vor un-mässigem Essen und Trinken wohl hüten; 5) an dem Wall-fahrtsorte soll man sich mit Andacht beschäftigen, und, wennes möglich ist, durch das heilige Sakrament der Buße sichvon Sünden reinigen, und das heilige Altarssakrament em-pfangen ; 6) muß die Wallfahrt nicht zu einer Zeit verrichtet