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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Drittes Hauptstück. Von den Segnungen der Kirche.

Personen segnen, besonders wenn der heilige Vater denAPostolischen Segen als Statthalter Christi ertheilt. DieErtheilung des priesterlichen Segens schreibt sich schon ausden ältesten Zeiten der Kirche her. So warf sich selbstJnstinian, der Kaiser, vor dem heiligen Sab bas nieder,und bat um dessen Segen. Ja, segnete nicht Mclchisedechschon den Abraham, den Vater der Gläubigen? (Genes. 15.)

Fr. Warum segnet die Kirche verschiedene Ge-genstände?

Autw. Sie segnet dieselben, um ihnen durch dieSegnung eine geistige Kraft und Weihe zu verleihen.Daß dieß die Wirkung der kirchlichen Segnung sei, er-hellet aus den Worten des Apostels Paulus selbst,wenn er au Timotheus also schreibt:Jedes Geschöpfwird durch das Wort Gottes und das Gebet geheiligt."(1. Tim. 4.)

Fr. Sind denn nicht alle Dinge aus sich gut,da Gott dieselben bei der Schöpfung gut geheißen?

Antw. Allerdings war dieß der Fall bei allenGeschöpfen, so wie selbe aus der Hand Gottes hervor-gegangen; allein als der Mensch, dessentwegen Gottalles klebrige erschuf, gesündigt hatte, erging der Fluchdes Herrn über die Erde, und es ist somit ganz in derOrdnung, daß man die Felder und Häuser, und dieNahrung der Gläubigen segne, und die heilige Kirchezu diesem Ende auch besondere Schutz- und Segenge-bete spreche.

Fr. Ist der Gebrauch dieser Segnungen schon alt?

Antw. Dieser Gebrauch stammt schon aus demalten Testamente von patriarchalischen Zeiten her. Derheilige Chrhsostomus und TheophiluS bemerkenbei der benannten Stelle des heiligen Paulus (1. Tim. 4.)ausdrücklich:Es sei ein sehr alter Gebrauch, verschie-dene Gegenstände eigens zu segnen." Der heilige Ba-silius versichert ausdrücklich, dieser Gebrauch rühre vonapostolischer Ueberlieferung her. (Vergleiche WeningerSHandbuch).

Beispiel und Anwendung. Da der Segen derKirche von so hoher Bedeutung ist, so sollen wir denselbenauch stetS in Ehren halten und ihn, so oft cs uns möglichist, zu empfangen suchen, besonders aber sollen wir denpriesterlichen Segen bei der heiligen Messe nie verabsäumen.Eine Frau, die fleißig zur Kirche ging, wollte wissen, wie

viel Mal sie in einem Jahre im Gotteshause gewesen sei.Weil sie nicht schreiben konnte, so bezeichnete sie jeden Kir-chenbesuch dadurch, daß sie einen Pfennig in ein Sparbüchs-lein steckte und solches in ihren Koffer verschloß. Da nundas Jahr vorüber war, und sic vermeinte, das Büchslein vollerPfennige zu finden, öffnete sie es und sah zu ihrem größtenErstaunen nur drei Pfennige darin liegen. Es warendie drei Sonntage, an welchen sie zur heiligen Kommuniongegangen war und deshalb noch den letzten Segen desPriesters am Schlüsse der heiligen Messe abgewartet hatte.An allen übrigen Sonn- und Festtagen war sie gleich nachdem letztenOrcmus!" also ohne den Segen ausder Kirche gegangen, um ja etwas früher nach Hause zukommen. Erkennst du hieraus nicht, mein Christ! denhohen Werth und die große Bedeutung des heiligen Segens?Versäume ihn also nicht, noch mehr aber hüte dich, ihn jezu verachten! Es gilt auch hier das Sprüchwort:AnGottes Segen ist Alles gelegen."

Legende: Der heilige Joseph ns Kalasank-tius (ch 1648).

Heute feiert die Kirche das Fest eines Heiligen,dessen Lebensgeschichte so recht zum heutigen Lesestückepaßt; denn wie der göttliche Heiland, so war auch erein wahrer Kinderfreund, der da ausrief:Lasset dieKleinen zu mir kommen!" der sie dann in seine Armeschloß, sie segnete und auf dem Wege des Heiles führte.Es ist dieß der heilige Josephus Kalasanktius,Stifter des Ordens der regulären Cleriker der frommenSchulen. Dieser Heilige wurde 1566 aus der gräflichenFamilie Calasankz zu Petralta in Arragonien geborenund gab schon als Knabe Beweise seiner Andacht, seinesBußeifers und seiner Neigung zum Kinderunterrichte,