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Am Feierabende
indem er sie beten nnd die Glaubensgeheimnisse lehrte.Als er i. I. 1585 zum Priester geweiht war, widmeteer sich zuerst dem Dienste der Armen und Kranken,alsbald aber folgte er seiner Lieblingsneigung und nahmsich mit väterlicher Sorgfalt der armen verlassenen Kin-der an, deren es der Pest wegen sehr viele gab. 1597sing er an, Schule zu halten, und ertheilte armen,verlassenen Knaben nebst dem Unterrichte alles Nöthige,oft sogar die Kleidung. Bald schlossen sich ihm vielePriester als Gehilfen an und so erlangte seine Schulein kurzer Zeit große Berühmtheit und eine weite Ver-breitung. Nach und nach wurden diese frommen Schulenzn einem geistlichen Orden erhoben unter dem Namen..Paulinische Genossenschaft der regulirten Kleriker derArmen." Die Verfolgungen, die den Heiligen wegenseines'frommen Eifers trafen, ertrug er mit christlicherGeduld. Endlich geschwächt durch die Opfer der göttli-chen Liebe, ging diefer heilige Kinderfreund im 92. Le-bensjahre hinüber in's Himmelreich, das den Kinder-seelen versprochen ist.
Gebet. Göttlicher Heiland, der du die Kindergesegnet hast, segne auch uns auf die Fürbitte des hei-ligen Josephus Kalasanktius, auf daß wir dirmit kindlichem Sinne dienen und einst in's Himmelreichausgenommen werden, das den Kinderseelen verheißenist! Amen.
Zlveihundertvierzigstes Lesestück.
Am Feierabende des 28. August.
Von verschiedenen feierlichen Kirchengebräuchen, und zwar vonden Processionen und Bittgängen.
Fr. Was versteht man unter feierlichen Kirchen-gebräuchen?
Antw. Alle die allgemeinen Andachtsübungen derheiligen Kirche zur Erbauung und Heiligung der Gläu-bigen, besonders die Aussetzung des allerheiligsten Sa-kramentes, die verschiedenen Andachten zu Maria undden Heiligen, und ganz besonders die Processionenund Bittgänge, Wallfahrten, Bruderschaftenund Missionen, von denen wir nun auch besondersreden wollen.
Fr. Was versteht man unter Processionenund Bittgängen?
Antw. Feierliche Umzüge der Gläubigen unterGebet und Abstngung heiliger Lieder rc., um Gott auchöffentlich zu preisen und seinen Schutz und Segen überStadt und Land zu erflehen. (Sieh das nachfolgende Bild!)
Mchler, Hausbuch.
des 28. August.
Belehrung. Die Bittgänge und Processionen sindein Geschenk unserer Mutter, der heiligen katholischen Kirche.Sic läßt dieselben abhaltcn, 1) um Gott auch öffentlich zuPreisen, ihm zu danken, seinen Schutz und Segen überStadt und Land herabzuflehcn und seine Strafen abzuwen-den; 2) um den Sieg und Triumph des Christcnthuins zufeiern, und 3) um uns zu erinnern, daß wir auf Erdennur Pilger sind und stets vor Gott wandeln sollen. Daherzieht man mit Kreuz und Fahne auf öffentlichen Plätzenoder in der freien Natur einher, und gewiß wird GottesGnade und Segen nicht ausbleiben, wenn wir mit frommer,andächtiger und bußfertiger Gesinnung an diesen erhabenenProcessionen und Bittgängen der Kirche Theil nehmen.
Fr. Ist der Gebrauch von Processionen und Bitt-gängen schon alt?
Antw. Ja, man findet dieselben schon im A. T.;im N. T. aber begannen dieselben, sobald die Kirchefrei wurde.
Belehrung und Beispiele. Schon im A. T. warendie Processionen üblich. So zog schon Josua in einerProcession siebenmal um Jericho, worauf beim Posaunen-schall die Mauern der Stadt einstürzten. Auch Davidbegleitete die Bundeslade und führte sie in Procession heim.(1. Paral. 13.) Der Triumphzug Christi am Palmsonn-tage war auch eine hochfeierliche Procession. Vom A. B.ging dieser Gebrauch auch auf den N. B. über. Zwardurften die Gläubigen in den ersten Zeiten des Christen-thums nicht daran denken, öffentliche Processionen oder Bitt-gänge zu veranstalten, die Verfolgungen waren zu groß,und sie mußten froh sein, wenn sie in verborgenen Winkelnund beim Dunkel der Nacht nur den nothwendigstcn Gottes-dienst halten konnten. Allein sowie diese blutigen Verfolg-ungen etwas nachließen, entstanden auch Prozessionenund Bittgänge. -— Schon der alte Schriftsteller Ter-tullian, welcher ohngefähr 200 Jahre nach Christi Geburtlebte, spricht von Prozessionen. Der heilige Chryso-stomus redet ebenfalls von Bittgängen, welche zu seinerZeit gehalten wurden, um von Gott das Aufhören deranhaltenden Regengüsse zu erflehen. — Die drei Bitt-Tagevor Christi Himmelfahrt, die in der Bittwoche ab-gehalten werden, sind ebenfalls uralt. Als der heiligeMamertus Bischof zu Vienne in Frankreich wurde, warendie vor seiner Zeit in Frankreich schon üblichen Bittgängesehr selten und lau gehalten worden. Da nun i. I. 469die Stadt Vienne durch Erdbeben, Mißwachs, Feuersbrunst
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