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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Zweihundertueummddreißigstes Lesestülk.

Am Feierabende des 27. August.

Von den Segnungen der Kirche.

Fr. Was versteht man unter den Segnungender Kirche?

Antw. Die verschiedenen Schutz- und Segengebete,welche die Kirche über Personen oder verschiedeneGegenstände spricht.

Fr. Ueber welche Personen pflegt die Kirchebesonders feierliche Schutz- und Segengebete zu sprechen?

Antw. 1) Ueber Diejenigen, bei welchen sie dieBanngebete oder Exorcismen anwendet, 2) überBrautleute, 3) über die Wöchnerinen, 4) über dieGläubigen in und außer der heiligen Messe u. s. f.

Belehrung und Beispiele. Gar häufig wendetdie Kirche ihre Segnungen an, indem sie auch hierinwieder dem Beispiele ihres göttlichen Lehrmeisters folgt,welcher ja auch die Kinder segnete.Jesus schloß siein seine Arme," schreibt der heilige Evangelist Markus

des 27. August.

(10, 16.),legte ihnen die Hände auf und segnete sie."(Sieh das nebenstehende Bild!) Jnsbesonders aber pflegtsie ihre Schutz- und Segengebete über folgende Personenzu sprechen:

1) Ueber Diejenigen, bei welchen sie dieBanngebete spricht, welche man Exorcismen nennt,und durch welche Gebete die Kirche die Gläubigen gegen dieGewalt des bösen Feindes schützen, oder aus der Gewaltdesselben befreien will. Diese Gebete wendet die Kirche imAllgemeinen bei Jenen an, die getauft werden sollen, wiebereits bei den Ceremonien der heiligen Taufe nachgewiesenworden; ferner bei Denjenigen, von denen man befürch-tet, daß sie besessen seien, oder äußere Einflüsse des bösenFeindes zu erdulden haben. Dergleichen öffentliche Exorcismendürfen aber nur mit Erlaubniß der kirchlichen Oberen vor-genommen werden, was nämlich die vom bösen Feinde Be-sessenen betrifft.

2) Die Kirche spricht Schutz- und Segengcbete auchüber Brautleute, besonders bei der heiligen Messe, diefür selbe bestimmt ist.

3) Sie spricht solche Gebete überdieWöchnerincn,welche die Aussegnung verlangen. Diese Aussegnung istzwar kein Gebot, aber doch ein frommer Gebrauch, iu Folgedessen Ehefrauen nach der Geburt eines Kindes das BeispielMariä nachahmend, mit dem Kinde in die Kirche gehen,dasselbe Gott aufopfern, ein kleines Opfer darbringen undden Segen des Priesters verlangen. Es wäre aber einAberglaube, wenn man dafür hielte, diese Aussegnung müßteunter einer Sünde vorgcnonnnen werden, und cs wäre garwohl ein Jrrthum im Glauben, wenn man meinte, dieGeburt eines Kindes beflecke eine christliche Mutter. Ebensoist es aber auch unpassend, wenn die Mutter das Kind nichtmitbrächte, oder unterließe, ein kleines Opfer zu spenden;denn das hieße nicht, das Beispiel Mariä nachahmen, worineben die ganze Bedeutung dieses feierlichen Actes besteht.

4) Es ist in vielen Gegenden Deutschlands auch derGebrauch, am 3. Februar, als am Feste des heiligenBlasius, einen Segen unter Anrufung dieses heiligen Mär-tyrers zu empfangen, bei welchem der Priester unter An-rufung des heiligen Blasius betet, daß Gott durch Fürbittedesselben, uns vor jedem Halsübel bewahre, wegen desWunders, durch welches dieser heilige Bischof von Sebaste einstden einzigen Sohn einer frommen Mutter vom Tode rettete.

5) Endlich gehören hieher die Segnungen derPriester und Bischöfe überhaupt, mit welchen sie