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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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558
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Drittes Hauptstück. Von der Weihe der Personen.

Verwaltung dieser höchsten Würde im Reiche Gottes empfängt.Auch die feierliche Erhöhung der Kardinale in ihr Amtals Beistände des Apostolischen Stuhles und Rathgcber desPapstes ist ohne Zweifel mit Gnadenertheilungen verbunden.

Fr. Welchen Personen ertheilt die Kirche nochferner eine besondere Weihe?

Antw. Den Aebten und Abtissinen, sowieden geistlichen Ordensmitgliedern beiderlei Ge-schlechtes.

Belehrung. Da der Beruf und das Amt solcherPersonen in besonderer Verbindung mit dem Dienste Gottessteht, so werden dieselben auch mit besonderen Segnungenin diesen heiligen Stand ausgenommen. Die Weihe derAebte ist übrigens nur eine feierliche Einsegnung in ihrAmt, durch welche sie nicht aufhören, unter die Priester zugehören. Daß die Aebte mancher Klöster Stab, Ring undInsul tragen, ist eine besondere Auszeichnung, welche ihnenwegen der Verdienste ihres Ordens oder einzelner Klösterdesselben verliehen ist. Auch die Abtissinen erhalten eineeigene Einsegnung zu ihrem Amte und dürfen in manchenKlöstern als eine besondere Auszeichnung einen Stab tragen.

Fr. Warum werden auch Könige und Kaiserzu ihrem Amte besonders geweiht und cingesegnet?

Antw. Weil sie als Regenten der Völker einAmt begleiten, von dessen gehöriger Verwaltung vielSegen für das Wohl der Kirche Gottes entspringenkann und soll.

Belehrung und Beispiele. Erhaben und wichtig,aber auch beschwerlich und mühevoll ist das Amt der Fürsten,der Könige und Kaiser, und von der Verwaltung desselbenhängt gar sehr das Wohl und Weh der Kirche selbst ab;daher war es schon bei dem auSerwählten Volke Gottes, beiden Israeliten, eine fromme Sitte, die Könige zu salben.Ebendiese fromme Sitte wurde auch in der katholischen Kircheallgemein üblich, sobald sie zur Staatsreligion erhoben war.Der erste christliche Kaiser, welcher sich kirchlich einweihenoder krönen ließ, war Theodosius der Jüngere (f 450),an welchem der Patriarch Proclus die Feierlichkeit vor-uahm. Der Kaiser wurde auf die Schilde erhoben, undvom Patriarchen wurde ihm unter mehreren salbungsvollenGebeten das Diadem um die Stirne gebunden. Das ver-sammelte Volk wünschte dem Gekrönten in kanten Zurufenein langes Leben. Nachdem der gekrönte Kaiser den Thronbestiegen hatte, waffnete er sich mit dem heiligen Kreuzzeichen

und hielt eine Rede an das Volk. Erkenne hieraus, meinChrist! welch eine Ehrfurcht, welch eine Unterwürfigkeit dudeinem Fürsten, deinem Könige oder Kaiser schuldig bist, daGott der Herr selbst durch seine Kirche ihr Haupt salbenund krönen läßt! Darum wehe Denen, die die Gesalbtendes Herrn verachten oder beleidigen!

Legende: Der heilige Zephhrinus, Papstund Märtyrer (7 2 l 8 ).

Auch die Kirche feiert heute das Fest eines Heili-gen, der durch eine besondere Weihe zur höchsten kirch-lichen Würde auf den Stuhl des heiligen Petrus erhobenwurde; es ist dieß der heilige Z ep Hy rin ns. Von Geburtein Römer, wurde er im neunten Jahre der Regierungdes Kaisers Severus im Jahre Christi 202 zum Papsteerwählt. Als Oberhaupt der Kirche war er auch zugleichder Schützer und Tröster der Gläubigen, und seine Liebefühlte tief die Leiden aller verfolgten Bekenner Christi.Er regirte die Kirche unter den größten Stürmen derVerfolgungen und der Jrrlehrer mit Muth und Herzens-stärke und beschloß sein heiliges Leben unter vielen Leideni. I. 218.

Gebet. Wir bitten dich, 0 Gott! erfülle auf dieFürbitte des heiligen Zephhrinus unsere Herzen mitheiliger Ehrfurcht gegen alle deine Diener und Diene-rinen, welche du durch deine heilige Kirche weihen undzu ihrem heiligen Amte durch kirchliche Segnungen stärkenlassest; durch Christum, unfern Herrn. Amen.