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Am Feierabende des 26. August.
Jahr mit kindlicher Liebe, sowie er auch nachher jederHeit die nämliche Ehrfurcht gegen seine fromme Mutterbezeigte. Noch inniger aber liebte er die Kirche, diesesegensvolle Mutter aller Gläubigen, durch kindliche Un-terwerfung unter ihre Gebote und Räthe. Er gab nichtnur selbst ein leuchtendes Beispiel durch den andächtigenBesuch des öffentlichen Gottesdienstes und den öfternGebrauch der heiligen Sakramente, sondern suchte auchimmer, insofern es von der königlichen Gewalt abhängt,die Ehre Gottes durch öffentliche Erbauung zu befördern.Als Regent schützte er das Recht und ward ein liebe-voller Vater seiner Unterthanen, vor dem Jedem derZutritt offen stand, und der Geringste seine Noth klagendurste. Er wußte die königliche Majestät mit der De-muth, und die Höflichkeit mit der christlichen Tugend zuverbinden. Im 55. Jahre seines Alters erkrankte erauf seinem zweiten Feldzuge, den er zur Befreiung ge-drückter Christen unternommen hatte, vor Tunis inAfrika, durch eine ansteckende Krankheit, die ihn balvsein Ende voraussehen ließ. Statt eines Testamentesschrieb er an seinen Sohn heilsame Ermahnungen undstarb nach Empfang der heiligen Sakramente auf eineinmit Asche bestreuten Bett und mit krenzweis auf dieBrust geschlagenen Händen, den 25. August 1270.
Gebet. O Gott! der du den heiligen Ludwigvom irdischen Reiche zum himmlischen berufen hast, ver.leihe uns auf seine Fürbitte, daß auch wir das Irdischeverachten, das Heilige heilig halten und dereinst an derHerrlichkeit des Königs der Könige, Jesu Christi, deinesSohnes, Theil nehmen, der mit dir lebt und regirt inEwigkeit. Amen.
Zweihundertachtunddreißigstes Lesestück.
Am Feierabende des 26. August.
Von der Weihe der Personen.
Fr. Weiht und segnet die Kirche bloß Sachen?
Antw. Nein, sie weiht und segnet auch Personen.
Belehrung. Schon oben beim heiligen Sakramenteder Priesterweihe haben wir es gesehen, wie feierlich dieKirche alle Jene weiht und segnet, die sich dem Dienste derKirche widmen; wir erwähnen hier noch besonders drei ver-schiedene Arten von Weihen, die 1) dem Oberhaupte derKirche, dem Papste, 2) den Aebten, den Abtissinenund den verschiedenen geistlichen Ordens Mitgliedernbeiderlei Geschlechtes, und 3) den Königen undKaisern ertheilt werden.
Fr. Warum wird demPapste eine eigene Weiheertheilt?
Antw. Um ihn dadurchfür sein hochwichtiges Amtzu heiligen und zu weihenund ihm besondere Gnadenzur Verwaltung der höch-sten Würde im ReicheGottes zu erwirken.
Belehrung. Die Ein-weihung, oder was dasselbeist, die Erhebung und Krön-ung des Papstes (sieh dasnebenstehende Bild!) wirdauf folgende Weise vorge-nommen: Der Neuerwähltewird feierlich auf den Platzhingetragen, welchen mandie Confessio Petri nennt,wo einst Tausende von Chri-sten gemartert wurden, undwo heute noch die Ueberresteder Apostelfürsten Petrus undPaulus ruhen. Es werdendaselbst viele Gebete vonverschiedenen Bischöfen überden neugewählten Papst gesprochen, um über ihn „die Füllehimmlischer Segnungen und göttlicher Stärkung" zu erflehen.Das die Schultern umgebende Pallium wird ihm mit denWorten überreicht: „Empfange das Pallium, die Fülle despäpstlichen Amtes, zur Ehre des Allmächtigen Gottes, derglorreichen Jungfrau Maria, seiner Mutter, der seligenApostel Petrus und Paulus, und der heiligen römischenKirche." Im Meßopfer, das nun der Papst entrichtet,werden Epistel und Evangelium sowohl griechisch als lateinischgelesen, znm Zeichen, daß der Papst das Oberhaupt dergesammten Christenheit ist. Bei der Krönung selbst wirdihm die Tiara (die dreifache goldene Krone) mit den Wortenaufgesetzt: „Empfange die mit drei Kronen geschmückte Tiara,und wisse, daß du der Vater der Fürsten und Könige, derLenker des Erdkreises und der Stellvertreter Jesu Christi,unseres Erlösers bist." Es ist kein Zweifel, daß der alsoGekrönte eine besondere Mittheilung der Gnaden für die