534 Drittes Hauptstück. Vom Weihrauch und von jene» Gegenständen, welche zum Privatgebrauche geweiht werden.
Neinigkeit, Mäßigkeit und übrigen Tugenden verwun-derten. Unermüdlicher Eifer, das Kreuz in vielenGegenden aufzupflanzen, und durch dessen himmlischesLicht die Finsternis; des Heidenthums zu zerstreuen unddie Seelen dem ewigen Verderben zu entreißen, führteden Apostel nach Großarmenien, wo ihm nach einerreichlichen Seelenernte die Palme der Marter zu Theilwurde. Nachdem er durch sein Gebet die Tochter desKönigs, von einem bösen Geiste gequält, geheilt undden König sammt dein ganzen Hof und die Einwohnervon zwölf Städten zum wahren Glauben bekehrt hatte,wurde ihm von den blinden Eiferern für die Götzen beilebendigem Leibe die Haut abgezogen und er alsdann inverkehrter Stellung gekrenziget. Seine Reliquien sindi. I. 983 nach Rom gebracht worden.
Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, der du deineKirche durch das Andenken an deinen heiligen ApostelBartholomäus erfreuest, wir bitten dich, laß unsallezeit Das glauben und befolgen, was er gelehrt hat,auf daß wir einst die Siegespalme erlangen — durchJesum Christum, unfern Herrn. Amen.
Zweihundertsiebennnddreißigstes Lesestück.
Am Feierabende des 25. August.
Vom Weihrauch und von jenen Gegenständen, welche zumPrivatgebranche geweiht werden.
Fr. Warum bedient sich die Kirche des Weih-rauches, und warum segnet sie ihn?
Antw. Weil der Weihrauch ein Zeichen der Ver-ehrung ist und zugleich des Gebetes, welches alsein Wohlgeruch vor Gott zum Himmel steigen soll.
Belehrung und Beispiele. Der Weihrauch ist1) ein Zeichen der Verehrung; deßhalb verbranntenschon die Heiden ihren Göttern zu Ehren Weihrauch. Soerzählt man von Alexander, dem Könige der Macedonier,er habe beim Opferdienste so viel Weihrauch angezündet,daß ihm sein Hofmeister Leonidas diese Verschwendungvorhielt. Allein Alexander glaubte, gerade dadurch dieGötter am Meisten zu ehren, und er ließ sich daher inseiner frommen Gewohnheit durchaus nicht irre machen.Als er aber später das Land der Sabäer erobert hatte, woder köstlichste Weihrauch in reicher Fülle sich vorfand, schickteer seinem früheren Hofmeister eine ganze Schiffsladung vonWeihrauch zu, wobei er ihm melden ließ: „Dafür, daß ichgegen die Götter mit dem Weihrauch nicht geizte, haben siemich mit der Heimat des Weihrauches belohnt." Sovielalso hielten schon die Heiden auf den Gebrauch des Weih-rauches bei ihrem Götterdienste. Aber noch mehr — Gottder Herr selbst hat im A. B. Nauchwerk für denGottesdienst angeordnet; daher stand auch im Tempel zuJerusalem der Rauchopferaltar. Ebenso galten auchim Oriente Räucherungen stets als Ehrenbezeugungen;daher opferten zum Zeichen der Verehrung und Anbetungauch die heiligen drei Könige Weihrauch. (Sieh daSnachfolgende Bild!) — Warum sollte also nicht auch dieKirche sich bei ihrem Gottesdienste des Weihrauches bedienen,da derselbe nicht bloß ein Zeichen der Verehrung, sondernauch 2) der Anbetung ist! Wie der Weihrauch, so sollauch unser Gebet als ein Wohlgeruch vor Gott zum Himmelemporsteigen. Daher betete schon David (Ps. 140, 2.):„Laß mein Gebet wie Weihrauch vor dein Angesicht kom-men!" — Möchte auch dein Gebet, o Christ! stets demWeihrauche gleichen und als ein Wohlgeruch vor Gott hin-aufsteigen zum Himmel! — Bisher haben wir also jeneGegenstände erklärt, welche zum kirchlichen oder gottes-dienstlichen Gebrauche geweiht werden. Nebst diesenläßt aber die Kirche auch verschiedene Gegenstände zu unsermeigenen frommen Gebrauche weihen, die wir nunnoch in Kürze erklären wollen.
Fr. Welche Gegenstände weiht die Kirche zuunserm eigenen frommen Gebrauche?
Antw. Verschiedene Gegenstände, als: Brod,Wein, die neuen Früchte und andere genieß-