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Am Feierabende
ebenso rettete auch Christus, der Erstandene, uns Alle ausder Dienstbarkeit des Satans. — Die Weihe der Osterkerzewird am Charsamstage auf eine hochfeierliche Weise vorge-nommen. — An der Osterkerze ist Alles sehr sinn- undbedeutungsvoll. Sie muß aus weißem Wachse gefertigtsein, um uns den reinen und heiligen Leib Christi, der ausdem reinen Schooße der seligsten Jungfrau hervorgegangenist, zu sinnbilden. An dieser Kerze werden alsdann fünfWeihrauchkörner, welche vorher gesegnet werden, inForm eines Kreuzes in fünf Oeffnungen befestigt. Diesefünf Oeffnungen bezeichnen die fünf WundmaleChristi, welche er auch nach seiner Auferstehung beibehielt,und welche wir einst am Tage des Gerichtes zu unsermTröste oder zu unserm Schrecken an ihm erblicken werden;der Weihrauch aber erinnert an die Spezereien, mitwelchen Nikodemus und Joseph von Arimathäa den LeibJesu salbten. — Da die Osterkerze ein Sinnbild des aufcr-standenen Heilandes ist, so wird sie die ganze Osterzeit hin-durch bei dem Hauptgottesdienste angezündet. Am FesteChristi Himmelfahrt aber wird dieselbe nach dem heiligenEvangelium ansgelöscht zur Erinnerung an die AuffahrtJesu in den Himmel.
Beispiel und Anwendung. Die Osterkerze ist einSinnbild des Sieges Christi, den er errungen hat besondersdurch seine heiligen Wunden; darum sind diese fünf Wund-male auch an der Osterkerze sichtbar. So oft du also, meinChrist! die Osterkerze betrachtest, so denke auch zugleich andie heiligen Wunden Christi und an seinen Sieg, den erdadurch errungen. Nimm überhaupt recht oft deine Zufluchtzu diesen heiligen Wundmalen; durch sie wirst auch du siegen,wie Christus der Herr. — Als König Alphons vonPortugal mit bekümmertem Herzen gegen die fünf Königeder Sarazenen in die Schlacht zog, ermuthigte ihn Jesusin einem Traumgesichte und befahl ihm, eine Fahne mit derAbbildung seiner heiligen fünf Wunden anfertigen und imStreite vorantragen zu lassen; er würde dadurch ebensoseine Feinde besiegen, wie Er selbst den bösen Feinddurch seine heiligen Wunden und seinen Todbesiegt habe. Es geschah und Alphons trug den glän-zendsten Sieg davon. — Auch wir können alle Tage einengeistlichen Sieg gegen die Feinde unserer Seele durch diefünf Wunden des Herrn erringen. Fühlt also EinerGewissensbisse, so eile er in die offene Felsenhöhle; wird ervon Versuchungen geängstigt, so flüchte er sich gleich einerverscheuchten Taube hieher und seufze an dieser Stelle! Hierfüge er sein Herz an das Herz Jesu; wenn es ehedem hoch-müthig war, so wird es demüthig werden; wenn es dasIrdische liebte, so wird es das Himmlische lieb gewinnen;wenn es unrein war, so wird es keusch werden; wenn esrachesüchtig war, so wird es sanftmüthig werden; wenn es
Mehler, Hausbuch.
des 24. August.
lau und träge war, so wird es sich an der Flamme ent-zünden; wenn es verstockt und verhärtet war, so wird eserweicht werden. Alle frommen Affecte kann es hier erweckenund die verkehrten Neigungen mit dem Feuer der Liebe, daShier ausgeht, wie Strohhalme verbrennen. Kurz durch dieheiligen Wunden Christi werden wir stets und überallden bösen Feind besiegen, wie der göttliche Heiland selbstihn dadurch besiegt hat.
Fr. Was versteht man unter den heiligenOelen?
Antw. Die drei Oele, welche der Bischof amGründonnerstag weiht, nämlich: den Chrisam, dasTauf- und Krankenöl.
Belehrung. Die heiligen Oele, nämlich das für dieKranken, jenes für die Täuflinge und endlich der Chrisam,welcher zur Firmung u. s. w. gebraucht wird, werden vomBischof selbst geweiht und zwar am Gründonnerstag wäh-rend der feierlichen Messe unter vielen Gebeten und Cerc-mvnien. Dabei ist der Bischof von zwölf Priestern umgeben,welche alle in weiße Meßgewänder gekleidet sind, um dadurchan die zwölf Apostel zu erinnern, von welchen der göttlicheHeiland an diesem Tage umgeben war. Außerdem sind nochsieben Diakonen und sieben Subdiakonen in weißen Levitenge-wändern da, von denen einige die heiligen Oele tragen. — DieseOelweihe ist schon sehr alt; denn von ihr thut schon derheilige Basilius Meldung.
Legende: DerheiligeApostelBartholomäus(P um d. I. 71).
Einer von jenen Aposteln, die den göttlichen Hei-land am Gründonnerstage umgaben, begegnet uns heutein der Lebensbeschreibung der Heiligen, heute feiert dieKirche sein Fest. Es ist dieß der heilige Apostel Bar-tholomäus, ein Galiläer, und wahrscheinlich derselbe,welchen der heilige Evangelist mit dem Namen NatHa-nsel bezeichnet. Kaum hatte dieser den Ruf des Herrnzum Apostelamte vernommen, so verließ er Alles undfolgte Jesu nach. Er war Zeuge von den Wundern,dem Leiden und Sterben, sowie von der Auferstehungund Himmelfahrt des Herrn, und als nach dem Pflügst-feste die Apostel in verschiedene Theile der Welt sichvcrtheilten, um das von den Juden verschmähte Evan-gelium den Heiden zu verkündigen, begab er sich nachIndien, wohin er eine Abschrift des Evangeliums desheiligen Matthäus mitbrachte. Von Indien aus wandteer sich nach den im nordwestlichen Asien gelegenen Län>dern und predigte auch in Lhkaonien, und zwar überallmit solchem Segen, daß sich die Heiden selbst über dieschnelle Sittenändernng der neuen Gläubigen, über ihre
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