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Drittes Hauptstück. Von der Einweihung der Friedhöfe und vom Weihwasser.
spricht der Herr: Ich habe dich Wasser gesund gemacht, undes wird fürder kein Tod darin sein, noch Unfruchtbarkeit.Also ward das Wasser gesund bis auf diesen Tag." (4. Kön.2, Id — 22).
Fr. Welche Segnungen bringt das Weihwasserbei einem gläubigfro Minen Gebrauche hervor?
Ailtw. Es tilgt die läßlichen Sünden, ist beiKrankheiten sehr nützlich und dient besonders zur Ver-treibung der bösen Geister u. s. w.
Belehrung. Die besonder» Segnungen und Wir-kungen des Weihwassers, wie sie im Weihgebete selbst an-gegeben sind, sind bei einem gläubig frommen Gebrauchevorzüglich folgende: 1) Tilgung läßlicher Sünden.Dieses drückt schon ein Dccretalbnch des heiligen PapstesAlexander I. in den Worten aus: „Mit Salz vermischtesWasser wird für die Gläubigen gesegnet, auf daß sie damitbesprengt, gereinigt werden; denn wenn das Blut der Böckeund Stiere und die Bestreuung mit Asche Reinigung gewährte(Hebr. 9, 13): um wieoielmehr reinigt das Salz, mit Wassergemengt, wenn es, durch das göttliche Wort geheiligt, aus-
gesprcngt wird?" —Daher wird das Volkvor dem Gottesdienstemit Weihwasser be-sprengt, uni dadurchanzudeuteu, daß esrein und heilig vorGottes Angesicht er-scheinen und zu ihmbeten soll. Darumbesprengt man auchsich selbst, sowie dieGräber der Verstor-benen mit Weihwas-ser u. s. f. 2) Dientdas Weihwasser zurVertreibung derbösen Geister,der Krankheitenrc. Diese Wirkungist in der Weihe amBestimmtesten auS-gedrückt. Freilich wird
_ hiezu erfordert, daß
wir uns dieser besondern Wirkungen durch fromme Gesinnungwürdig machen; denn bei den Sakramentalien hängt dieWirksamkeit vorzüglich von der frommen GesinnungDessen ab, der sie gebraucht.
Beispiele und Anwendung. Die Kirchengeschichteist voll von Beispielen wunderbarer Hilfe, die das Weih-wasser gegen die bösen Geister, gegen Krankheiten, Unge-witter und andere Unfälle jeder Art gebracht. Der heiligeGregor der Große z. B. vertrieb damit die Dämonenaus seinem Kloster. Der heilige Eligius befreite da-durch mehr als 50 Besessene. Der heilige Quintianusheilte dadurch einen Fieberkranken; der heilige CHry so-ft omus eine mit der Ruhr Behaftete; der heilige For-tunat einen Knaben, der ein Bein gebrochen; der heiligeMalachias eine Frau, die am Krebse litt; der heiligeBernhard viele Kränkerer verschiedensten Art. Die hei-ligen Germanus und Lupus stillten damit ein furcht-bares Gewitter. Der heilige Aphrantes vertrieb damiteine ungeheure Menge Heuschrecken, die Alles verwüstetenu. s. w. — Besonders aber dient das Weihwasser auchzum Tröste der armen Seelen. Wie der reichePrasser dem armen Lazarus zurief, so rufen die armenSeelen auch zu uns herauf: „O mein Christ! erbarme dichunser, und tauche das Aeußerste deines Fingers in das