Am Feierabende
heilsame Weihwasser, und kühle uns ab; denn wir leidensehr in diesen Flammen des Fegfeuers." Daher ist es einlöblicher Gebrauch, die Gräber der Verstorbenen oder dieTadtengebeine mit Weihwasser zu besprengen; denn ^„gleichwie^in Regen die von der Sonnenhitze verwelkten Blumen er-quickt (also schreibt ein christlicher Lehrer), so erfrischt dasWeihwasser die armen Seelen im Fcgfeucr, diese auSerwähl-ten Himmelsblumen, welche von der Sonne der Gerechtigkeitgewaltig gebrannt werden." — Gebrauche daher, meinChrist'? das Weihwasser stets in heiliger und frommer Ge-sinnung, und du wirst gewiß die Wirkungen und Segnungendesselben erfahren, besonders aber wirst du die Feinde deinesHeiles stets siegreich zurückschlagen, ebenso wie der heiligeMärtyrer Symphorian, dessen Andenken wir heute feiern,über seine Feinde und Verfolger siegte.
" e a e n d e: Der h eilig e Märtyrer Symphori an
tt 178).
Der heilige Symphorian, der zu Antun inFrankreich, unter der Regierung des Markus Aureliuslitt, war der Sohn des Faustus, aus einer edlen undchristlichen Familie. Vom heiligen Benignus hatteer die heilige Taufe und von seinen Eltern eine christ-lichfromme Erziehung erhalten; daher zeichnete er sichalsbald ebensosehr durch seine Kenntnisse, als durch seineFrömmigkeit aus. Bei einem öffentlichen Feste weigerteer sich, der heidnischen Gottheit zu opfern; deßhalbwurde er nach öfter wiederholtem Bekenntniß: „Ichbin ein Christ!" gegeißelt und endlich enthauptet.In Gegenwart seiner Mutter, die ihn zur Marter auf-munterte, vollendete der heilige Symphorian seinOpfer mit Freuden i. I. 178.
des 23. August. 549
Gebet. O Gott! du hast verschiedene Mittel zuunserer Heiligung und Kräftigung durch deine Kirche an-ordnen lassen; darunter besonders auch das geweihteWasser. Gib, daß wir es stets andächtig und mitgläubiger Gesinnung gebrauchen, damit wir über die Feindedes Heiles in der Stunde der Versuchung ebenso siegenmögen, wie der heilige Symphorianus über seineVerfolger und Mörder — durch Christum, unfern Herrn.Amen.
Zwelhmldertfnnsnnddreißlgstes Lesestiick.
Am Feierabende des 23. August.
Von den geweihten Kerzen und von der geweihten Asche.
Fr. Warum weiht die Kirche Kerzen?
Antw. Weil die geweihten Kerzen die geistigeFreude der Kirche und die innerliche Erleuchtung desheiligen Geistes siunbilden. Die brennenden Kerzen be-deuten nämlich den Glauben, der erleuchtet, die Hoffnung,die erwärmt, und die Liebe, die entzündet; zugleich er-innern sie uns an jene Zeiten der Christeuverfolgn'kig,wo der Gottesdienst in unterirdischen Grüften gefeiertwurde.
Belehrung und Beispiele. Auch von dieser Weihefinden sich schon Andeutungen im alten Testamente. Gottder Herr selbst ließ in den Tabernakel einen goldenen Leuch-ter mit sieben Lichtern stellen, und Salomon stellte mehrereLeuchter aus feinstem Golde in dem Tempel auf. (2. I'nrnl. 4.)Wie sollte eS sich dann nicht um so mehr ziemen, daß wirdie Gegenwart des Herrn im allerheiligsteu Sakramente, beider heiligen Messe und bei den kirchlichen Festen und Feier-lichkeiten dnrch den Gebrauch geweihter Lichter ehren? —Ueberdieß haben aber auch die geweihten, brennenden Kerzenfür uns selbst eine ganz besondere Bedeutung. Bor Allem erinnernsie uns daran, daß wir uns die drei göttlichen Tugendenaneignen sollen: den Glauben, der erleuchtet, die Hoffnung,die erwärmt, und die Liebe, die entzündet; denn auch dieKerze leuchtet, erwärmt und entzündet. Ferner ermahntsie uns zur christlichen Nächstenliebe; denn wie die Kerzeuns zu Lieb leuchtet und sich dabei selbst verzehrt, so sollenauch wir durch unfern frommen Wandel unfern Mitmenschenvorleuchten und uns gleichsam durch Werke der Nächstenliebezum Heile und Segen Anderer verzehren. Wie ferner das