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Am Feierabende
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jie i. I. 1610 die Stifterin des Ordens der Heimsuch-ung Mariä. Die heilige Ordensstifterin rang jetzt mitnoch glühenderem Eifer nach der christlichen Vollkommen-heit, und machte das Gelübde, „immer Das zu thun,was sie als vollkommner erkennen würde," und kamdemselben auch in aller Treue nach. Sie war für alleMitglieder des Ordens in allen frommen Hebungen einMuster, und leitete die edelsten Seelen mündlich oderschriftlich zu den erhabensten Tugenden an. Sie ertrugmit bewunderungswürdiger Standhaftigkeit verschiedeneKrankheiten, Leiden und Widerwärtigkeiten, wodurch ihrGeist immer mehr über die Welt sich erhob, und immerinniger an den Ewigen sich anschloß, mit dem sie am 6. De-zember 1641 im Himmel vereinigt wurde. Ihre Heilig-sprechung erfolgte i. I. 1767.
Gebet. Erfülle uns, wir bitten dich, o Herr!mit himmlischer Kraft und Stärke, auf daß wir demRufe der Glocken, als einer wohlmeinenden Stimmedeiner heiligen Kirche, und dem Zuge deiner göttlichenGnade mit jenem Eifer und gutem Willen folgen, wiedie heilige Franziska von Chautal, und gib, daßwir das Heilige auch stets heilig halten, — durch Chri-stum, unfern Herrn. Amen.
ZweilMdertviermddreißigstes Lesestiick.
Am Feierabende des 22. August.
Von der Einweihung der Friedhöfe und vom Weihwasser.Fr. Welche Stätte wird zunächst der Kirche nochbesonders feierlich eingeweiht, und warum?
des 22. August.
Anlw. Der Friedhof oder Gottesacker, damitdie Leiber der im Herrn Verstorbenen an einer würdigen undheiligen Stätte im Schatten des Kreuzes Christi ruhen undden Tag der seligen Auferstehung daselbst erwarten.
Belehrung. Schon die Heiden hielten die Ruhestättender Todten für heilig und unverletzlich, und schon bei ihnenwar cs der größte Frevel, die Ruhe der Todten zu störenoder die BegrLbnißplätze zu entweihen. Um so mehr mußtees die Kirche für nothwendig halten, die Friedhöfe, die Ruhe-stätten ihrer Kinder, feierlich einzuwcihen, weil daselbst dieentseelten Menschenleiber, welche Tempel deS heiligen Geisteswaren, unter dem Schatten des Kreuzes ruhen (daher auchdie Benennung „Friedhof") und wie auf einem AckerGottes gleich Samenkörnern zur künftigen Auferstehung undVerherrlichung hcranreifen sollen (daher die Benennung„Gottesacker"). — Darauf beziehen sich nun auch alleCeremonien und Gebete, welche bei der Einweihung einesFriedhofes gebraucht werden.
Fr. Welche Gegenstände werden zur Feier desGottesdienstes besonders geweiht?
Antw. Besonders folgende: 1) das Weihwasser,2) die Kerzen, 3) die Asche, 4) die Palmen, 5) dieOsterkerze, 6) die heiligen Oele, und 7) derWeihrauch. (All diese geweihten Gegenstände zurFeier des Gottesdienstes wollen wir nnn genauerbetrachten).
Fr. Warum weiht die Kirche das Wasser?
Antw. Um Denen, die es andächtig gebrauchen,verschiedene Segnungen znznwenden.
Belehrung und Beispiel. Unter den Sakrament«,lien der Kirche nimmt das Weihwasser einen vorzüglichenPlatz ein; denn es wird von der Kirche selbst fast bei allenSegnungen gebraucht und auch den Gläubigen zum fleißigenGebrauche in und außer der Kirche empfohlen. Daher läßtdie Kirche an allen Sonntagen Wasser weihen. DieseWasserweihe ist uralt, indem schon der heilige Hiero-nymus davon Erwähnung thut. Ja, sie ist selbst imA. T- schon vorgebildet. (Sieh das nachfolgende Bild!)Als nämlich das Wasser in und um die Stadt Jericho sehrverderbt und ungesund war, kamen die Männer der Stadtund baten den Propheten Elisäus um Hilfe. Diesersprach: „Bringet mir ein neues Gefäß und thuet Salz hin-ein! Da sie das gebracht hatten, ging er hinaus zu demWasserbrunnen, warf das Salz hinein und sprach: „Dieses
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