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Drittes Hauptstück. Bon der Weihe der Glocken und der Kirchenparamente.
Freudig tönt sie bei freudigerund traurig bei traurigerStimmung unseres Herzens.Sie ist den lebendig Gläubigenein himmlischer Laut, wahrendihr Ton in dem Ohre des Un-gläubigen oder Lasterhaftenunheimlich und wohl gar un-ausstehlich wird. Sie bewill-kommt uns bei unserem Er-scheinen in der Kirche, undruft uns im Tode den letztenScheidcruf nach. Wegen dieserheiligen Bestimmung nunwerden die Glocken auf eine
sind die Gegenstände, welche die Kirche zum Gottesdiensteeigens bestimmt und geweiht hat. Eine unfreiwillige Achtungdurchdringt daher oft selbst die Gleichgiltigsten, die Gottlo-sesten in Gegenwart heiliger Gegenstände der katholischenKirche. Zeuge davon ist das barbarische Haupt der ArmeeAlarichS. Er fand in einem Kloster eine Gott geweihte,alte Jungfrau. Sogleich verlangte er ihr Gold und ihrSilber; sie aber entgegnete mit Festigkeit, daß sie einengroßen Vorrath habe, und zeigte den Blicken des Barbarensolche Reichthiimer, daß er in Staunen gerieth. „Das sind,"sagte sie, „die kostbaren Gefäße der Kircke des heiligenPetrus; nimm sie, wenn du es wagst; du bist dafür ver-antwortlich; da ich sie nicht vertheidigen kann, so wage ichsie nicht zurückzubehalten." — Der Barbar, von heiligerEhrfurcht ergriffen, ließ es dem Alarich sagen; dieser aberbefahl, daß man alle diese heiligen Gefäße in die Basilikades heiligen Petrus trage und dorthin auch die gottgeweihteJungfrau begleite. Da dieses Kloster von der Kirche des
so feierliche und sinnvolle Weise geweiht. Möchten wir ihre erhabeneBedeutung verstehen und ihrem Rufe stets bereitwillig folgen!
Fr. Warum werden auch die Kirchengeräth-schaften und Paramente geweiht?
Antw. Die Kirchcngeräthschaften und Paramente,d. h. die zum Gottesdienste bestimmten Gefäße, als Kelche,Monstranzen, Ciboricn rc., ebenso die znm Gottesdienstebestimmten Kleider, die Altarwäsche rc. werden geweiht,weil dieselben zum heiligen Dienste bestimmt sind undoft in die nächste Berührung mit dem allerheiligstenSakramente selbst kommen. (Sieh das obige Bild!)
heiligen Petrus weit entfernt war, so mußte man durch dieganze Stadt gehen, und diese Uebertragung geschah mittenunter der Plünderung im feierlichsten Zuge. Die heiligenGefäße wurden auf dem Kopfe getragen, und zu beidenSeiten gingen Soldaten — das Schwert in der Hand.Die Römer und Barbaren sangen hiebei miteinander Gottdem Herrn Loblieder. — Wie beschämend würde es für dichsein, mein Christ! wenn nicht auch du eine solche Ehrfurchtgegen die geweihten Gegenstände deiner Kirche im Herzentragen würdest, wie diese Ungläubigen, wie diese Barbaren!Nimm dir in dieser Beziehung ein Beispiel an der heiligenWittwe und Ordensstifterin Franziska von Chantal,deren Fest wir heute feiern, und die stets eine tiefe undinnige Verehrung gegen Alles hatte, was zum heiligenDienste bestimmt war.
Belehrung. Schon im A. T. wurden die zum Gottes-dienste gehörigen Gegenstände besonders geheiligt und heiliggehalten; ja, Gott der Herr selbst ordnete besondere Kleider,Gefäße und Gerätschaften auf das Genaueste an, und zwarin einer Pracht und Kostbarkeit, die uns in Erstaunen setzt.Um wicvielmehr sollen also nicht wir Christen die kirchlichenGcräthschaften und Paramente in Ehren halten, da ihreBestimmung eine viel erhabenere ist, als im A. B.! Undwie verächtlich müssen uns jene vom Judasgeiste angestecktenMenschen erscheinen, denen für weltliche Feste Nichts herrlichgenug, hingegen für die Ausstattung der Kirchen und fürdie Pracht deS Gottesdienstes gleich Alles zu viel und dasGemeinste gut genug ist! Die kirchlichen Gerätschaften undParamente gehören nicht zum Dienste der Menschen, sondernzum Dienste Gottes; daher ist cs auch gerecht und billig,daß sie geweiht werden und soviel als möglich kostbar, demerhabenen Zwecke entsprechend seien.
Beispiel und Anwendung. Ja, heilig und erhaben
Legende: Die heilige Franziska, Wittweund Ordensstifterin (f 1641).
Johanna Franziska, geb. am 23. Jänner 1572,zeichnete sich schon in frühester Jugend durch die innigsteAnhänglichkeit an die katholische Kirche aus. Zur blü-henden Jungfrau herangewachsen, wies sie mit glühendemEifer den Antrag ab, sich mit einem kalvinischen Edel-manne zu vermählen. Sie vermählte sich aber in einemAlter von 20 Jahren auf Anrathen ihres weisen Vatersmit dem Freiherrn von Chantal, welcher sehrgottesfürchtig war, und lebte mit ihm in der glücklichstenEhe. Ihre Hauptsorge war, die Pflichten einer christ-lichen Hausfrau pünktlich zu erfüllen. Nach dem Todeihres Gemahls zog sie sich ganz von der Welt zurück,und widmete ihre Zeit einzig der Erziehung ihrer Kin-der, dem Gebete, der Arbeit, der Sorge für die Armenund dem Besuche der Kranken. Dabei wurde sie vonvielen inneren Prüfungen und Leiden heimgesucht, ver-zagte jedoch nicht, sondern diente dem Herrn mit hei-term, fröhlichem Gemiithe. Mit dem heiligen BischöfeFranz von Sales, ihrem geistlichen Vater, wurde