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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Am Feierabende des 21. August.

zeichneter Klosteroberer, sondern auch Rathgeber derPäpste, Schiedsrichter der Fürsten und das Orakel seinerZeit. Seine bloße Gegenwart reichte oft hin, Spaltun-gen und Streitigkeiten beizulegen. Seine vielen undausgezeichneten Schriften verdienten ihm den Nameneines Kirchenlehrers. Durch die vielen apostolischenArbeiten und die ungemeine Bußstrenge entkräftet, ginger nach einer schmerzlichen Krankheit am 20. August 1153hinüber zu dem überreichlichen Belohner der treuenArbeiter.

Gebet. Herr, himmlischer Vater! der du unsdurch die heilige Taufe und Firmung zu deinen leben-digen Tempeln eingeweihet hast, gib, daß wir nach demerhabenen Beispiele des heiligen Bernhard dir stetsLeib und Seele weihen und lebendige Tempel bleiben,in denen du mit Wohlgefallen deine Wohnung aufschla-gest mit Jesus, deinem Sohne, der mit dir lebt undregirt in Ewigkeit. Amen.

Zweihundertdreiundreißigstes Lesestmt.

Am Feierabende des 21. August.

Von der Weihe der Glocken und der Kirchenparamente.

Fr. Welche Gegenstände werden noch ferner für:ie Einrichtung der Kirche geweiht?

Antw. Die Glockenund die Kirchenpara m ente.Fr. Warum werden die Glocken geweiht?AntW. Weil sie in der Kirche eine hohe Bedeut-ung haben, indem sie gleichsam die Zunge, die Spracheder Kirche sind.

Belehrung. Die Glockensind gleichsam die himmlischenStimmen, welche die Gläubigenzur Feier des Gottesdienstesrufen (sieh das nebenstehendeBild!); ihre Bestimmung istdaher eine heilige und erhabene,wie sie ganz kurz und schönin einem alten lateinischen Versausgesprochen ist, der alsolautet:

Imucio Ovum verum, ple-Ü 6 M V060, congreA» Oierum,velunotoi, ploro, nimboskugo, sestngus ilonoro. Zudeutsch:

Ich lobe den Herrn, berufe das Volk undversammle die Priester,

Beklage die Tobten, zertheil' das Gewölkund verkünde die Feste.

Die erste Bestimmung der Glocken ist also, das LobGottes zu verkünden; daher wird bei der Aushebung der hei-ligen Hostie, bei dem Austrageu der heiligen Wegzehrung zueinem Kranken u. s. w. durch ein Glockenzeichen das Volkzur Anbetung des heiligen Sakramentes aufgefordcrt. Zweitensdienen dieselben zur Zusammenberufung der Geistlichkeit unddes Volkes zu der Feier der heiligen Messe und zu anderenAndachten. Drittens ermahnen sie zum Gebet für dieSeelen der Verstorbenen, wenn sie bei Todesfällen, Begräb-nissen und Jahresgedächtnisien geläutet werden. Viertensbittet die Kirche bei der Einweihung der Glocken, daß durchsie alles Unheil, Sturm und Ungewitter von den Christenabgewendet werde. Fünftens endlich dienen sie sowohl zurVerkündigung, als auch zur größeren Verherrlichung derFeierlichkeiten und der Festtage Gottes und der Heiligen.Weil also die Glocken zu diesen verschiedenen Absichten, odermit einem Worte, zum gottesdienstlichen Gebrauche dienensollen, darum werden sie vorher nach der Verordnung derkatholischen Kirche feierlich eingescgnet; ja, vor Zeiten mußtensogar besonders dazu angeordnete und geweihte Personen dieGlocken läuten.

Fr. Wie werden die Glocken geweiht?

Antw. Die Glocke wird vom Bischöfe mit ge-weihtem Wasser abgewaschen, mit Oel und Chrisamgesalbt, und im Mittelalter ist auch die Sitte aufge-kommen, der Glocke den Namen eines Heiligen zu geben.

Belehrung. Da die Glockenwcihc wegen der hierangegebenen Ccremonien einige Aehnlichkeit mit der Taufehat, so heißt man sie auchGlocken taufe." Der zuweihenden Glocke wird nämlich der Name eines Heiligenbeigelcgt, damit der Heilige, dem dieselbe geweiht ist, durchsein Gebet im Himmel dem Rufe der Glocke den Segen derGnade erstehen möge, auf daß das Christenvolk diesem Rufeauch bereitwillig folge. Die Ccremonien der Abwaschungmit Wasser und der Salbung mit Chrisam undOel scheinen darauf hinzudeuten, daß sie als Gefährtin imLeben und im Tode unser Loos zu theilen bestimmt ist. Sieist nach dem Ausdruck der Synode zu Kölndie Posauneder streitenden Kirche." Mit uns lobt sie den Höchsten, mituns sendet sie den Ruf um Erhörung zu den Wolken. Siemischt ihre Töne in unsere Freuden und in unsere Wehklagen.

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Mehler, Hausbuch.