Am Feierabende
angcordnet. Man nennt dieselben unter Einem Namen:Sakramcutalicn, weil dieselben nach Art der heiligenSakramente auch eine eigene Weihe der Gnade in sichschließen, wenn gleich nicht in dem Maße wie die heiligenSakramente und nicht mit derselben Verbindlichkeit und Kraftals Mittel unserer Rechtfertigung, wie die heiligen Sakra-mente. Diese Weihungen, Segnungen und Cercmonien wir-ken auch nicht wie die heiligen Sakramente immer undunfehlbar kraft ihrer Einsetzung selbst, sondern sie sind oftnur sinnvolle Zeichen und Handlungen, welche zur würdigenFeier des Gottesdienstes gehören, und die in ihrer Wirksam-keit von der Mitwirkung des Menschen bedingt werden.Die Kirche kann diese Weihungen und Segnungen ändern,vermehren und vermindern, nicht aber die heiligen Sakra-mente, die von Gott selbst eingesetzt sind. (Siehe Wenin-ger's Handbuch S. 324. ff.)
Fr. Wietheilt man also die Sakram entalien ein?
Antw. 1) In die Weihungen, 2) in die Seg-nungen und 3) in die Gebräuche der Kirche.(Wir handeln also zuerst von den Weihungen derKirche, und zwar vor Allem von der Kirchweihe).
des 20. August. 343
Fr. Waö versteht man unter den kirchlichenWeihungen?
Antw. Jene Gebete und Cercmonien der Kirche,durch welche Personen oder Dinge eigens zumDienste Gottcö bestimmt werden. Die vorzüglichstendieser kirchlichen Weihungen sind also: 1) die Weihungder Kirche selbst und alles Dessen, was zur inneruEinrichtung derselben gehört; 2) die Weihung der Gegen-stände, die zum Gottesdienste gebraucht werden, und3) die Weihungen der kirchlichen Personen.
Fr. Was versteht man unter der Kirchweihe?
Atttw. Den feierlichen Akt, durch welchen einGebäude zum Hause Gottcö eingeweiht wird. DieseEinweihung geschieht entweder bloß durch eine einfacheEinsegnung, die auch von einem Priester mit Erlaubnis;des Bischofs vorgcnommen werden kann, oder durchdie eigentliche Consekration, die nur der Bischof vor-nehmen kann. ^
Fr. Ist der Gebrauch, die Kirchen einzuweihen,schon alt?
Antw. Allerdings; denn derselbe schreibt sich ausden ersten Zeiten des Christenthums her, und hat seinVorbild schon in der feierlichen Einweihung des Salo-monischen Tempels.
Belehrung und Beispiele. Die heilige Schrifterzählt es uns, mit welcher Pracht und Feierlichkeit schonKönig Salomon und das ganze Volk Israel den Tempelin Jerusalem einweihtcn. „Der König und ganz Israelmit ihm," also heißt es im 3. Buch der Könige 8. Kap.,„opferten Opfer vor dem Herrn; und Salomon schlachteteFricdopfer, 22000 Rinder und 120000 Schafe; und alsoweihten sie den Tempel des Herrn, der König und dieSöhne Israels," und zum Andenken an diese Festlichkeitenfeierten sie alle Jahre das Fest der Tempclweihe. Vielheiliger aber als der jüdische Tempel sind die katholischenKirchen; denn hier wohnt Gott nicht bloß symbolisch, sondernwahrhaft, wirklich und wesentlich im allerheiligsten Sakra-mente; daher weihten auch die Christen ihre Kirchen feierlichund mit großem Gepränge ein, sobald cs ihnen nach jenentraurigen Zeiten der Christenvcrfolgungen gestattet war,eigentliche Kirchen zu bauen. Groß war der fromme Jubelund das Frohlocken des christlichen Volkes bei einer solchenFestlichkeit. Die benachbarten Bischöfe erschienen als Thcil-