Druckschrift 
Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
Entstehung
Seite
542
Einzelbild herunterladen
 

542 Drittes Hauptstück. Von den Sakramentalien im Allgemeinen, und von der Kirchweihe im Besonder».

Das, was wir vor deinem Angesichte versprochen haben,auch halten bis an den Tag unsers Herrn Jesu Christi."Den Trauungs- oder Hochzeitstag selbst aber sollen sie aufeine christliche Weise feiern; sie sollen sich freuen, aber nurim Herrn;die Eingezogenheit," schreibt der Apostel,leuchte dabei Jedermann in die Augen!" Ferne seien hiebeialle Ungezogenheiten, Ausschweifungen und dergleichen sünd-hafte Ungebührlichkeiten! Die Brautleute sollen sich in dieserBeziehung ein Beispiel nehmen an Tobias und Sara.Als ihre Verbindung gesegnet war, und Tobias Sara,sein Weib, heimführte, sprach er zu ihr:Sara! heute,morgen und übermorgen wollen wir im Gebete verharren;es ist billig, daß wir Gott die ersten Tage unserer Eheweihen, bevor wir thun, was unseres Rechtes ist; denn wirsind Kinder der Heiligen, und können nicht zusammenkommenwie die Heiden, die Gott nicht kennen." Wahrhaft goldeneWorte, die im Herzen aller Neueingcsegnctcn stehen sollten!

siegende: Der heilige Sebald, Einsiedlersch um 750).

Wie Tobias und Sara, so weihten gewiß auch dieEltern des heiligen Sebald, dessen Name uns in derLegende unter der Zahl der am heutigen Tage daselbstangeführten Heiligen begegnet, nicht nur den ersten,

sondern auch alle Tage ihrer Ehe Gott dem Herrn;daher wurde aber auch ihre Ehe mit einem so frommenund heiligen Sohne gesegnet. Schon im frühen ManneS-alter verließ dieser Heilige, getrieben von inniger Gottes-und Nächstenliebe, das väterliche Hans, um sich ganzGott zu widmen. Aus heiligen Absichten machte erReisen, wobei ihn Gott wunderbar führte und leitete,und kam endlich in Nürnberg an, wo er von einerEinsiedelei ans zur Verbreitung des Glaubenslichtcs bisin sein hohes Alter sehr viel beitrug, so daß er vor derReformation in Nürnberg, wo er stets als einer derersten Apostel jener Gegend galt, in hoher Verehrungstand, wo die noch katholischen Bürger ihm ein pracht-volles Grabmal errichteten.

Gebet. Wir bitten dich, o Herr! gib AllenDenen, die in den -heiligen Ehestand eintreten, dieGnade, daß sie dir nicht nur die ersten, sondern auchalle übrigen Tage ihrer Ehe weihen, und in ihrenKindern ebenso gesegnet werden möchten, wie die Elterndes heiligen Einsiedlers Sebald durch Christum,unfern Herrn. Amen.

Zweihnndertzwelnnddreifiigstes LesestN.

Am Feierabende des 20. August.

Von den Sakramentalien im Allgemeinen, und von der Kirch-weihe im Besondern.

Fr. Welche Lehre schließt sich nothwendig an dieLehre von den heiligen Sakramenten an?

Antw. Die Lehre von den Sakramentalien.

Fr. Was versteht man unter Sakramentalien?

Antw. Die von der Kirche selbst eingesetztenMittel zur Heiligung der Glieder der Kirche.

Fr. Warum nennt man diese Mittel Sakra-mentalien?

Antw. Weil dieselben darin eine Aehnlichkeit mitden heiligen Sakramenten haben, daß eine Ertheilungvon Gnaden mit einer bestimmten äußern kirchlichenHandlung verbunden ist.

Belehrung. Nebst den von Gott selbst eingesetztenMitteln der Gnade, nämlich den sieben heiligen Sakramenten,hat die Kirche Kraft der ihr von Gott dazu crtheilten geist-lichen Vollmacht auch noch andere Weihungen, Segnun-gen und Ceremonien zur Heiligung der Gläubigen