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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Am Feierabende des 19. August.

1 ) Wenn die beiden Brautleute noch jungfräulichenStandes sind, so erscheint die Braut mit einem Kranzeans dem Haupte und der Bräutigam mit einemKranze am rechten Arm in der Pfarrkirche, begleitetvon ihren Eltern und nächsten Anverwandten. Diese Kränzeerinnern n) an den Sieg, welchen die Brautleute gegendie Verführung der Welt und die Lockungen des Satans unddes eigenen Fleisches erfochten haben, um die Blume derUnschuld unversehrt an den Altar zu bringen; b) aberauch zugleich an die Ehre und Schönheit, in wel-cher die Keuschheit vor Gott und seiner heiligen Kirchedasteht.O wie schön ist ein keusches Geschlecht im Tugend-glanze!" (Weish. 4, 1.) Nun knieen die Brautleutemit ihren Zeugen und Freunden am Altäre nieder, er, dasHaupt, zur rechten, sie zur linken Seite, und es stellt ihnender Priester in Kürze die Wichtigkeit und Heiligkeit ihresVorhabens, sowie ihre Pflichten und die hohen Gnaden vorAugen, welche mit dem Empfange dieses Sakramentes ver-bunden sind. Zugleich betet er das Gebet des Herrn, umüber sie Gottes Segen herabzuflehen.

2) Hierauf fragt der Priester den Bräutigam:Istcs noch Euer freier, aufrichtiger und beständiger Wille,diese gegenwärtige Braut in Ehren zu heirathen, ihr heilige,eheliche Treue zu halten, sie pflichtmässig zu lieben, zu er-nähren und zu schützen, sie in keiner Widerwärtigkeit oderTrübsal zu verlassen, sondern beharrlich bei ihr zu bleiben,bis Euch beide der Tod scheidet, so sprechet:Ja!" Ebendiese Frage, nur mit dem Unterschiede, daß er von der Pflichtdes Gehorsams und der Hochachtung Meldung thut, stellt erauch an die Braut; und nachdem beide das Jawort ge-geben haben, spricht der Priester:Zur Bekräftigung desheiligen Werkes wechselt jetzt die Eheringe und gebet einanderdie Hände!"

3) Die Brautleute geben nun vorerst einander einenvon dem Priester zuvor gesegneten Ring. Was derselbe be-deutet, spricht der Priester aus, da er sagt:Der Ringerinnere euch allezeit an die versprochene Treue, die ihr ein-ander unverletzt bis in den Tod halten müsset!" DerRing an der Hand wird leicht und oft gesehen; durch diesenAnblick sollen die Eheleute jedesmal an die vor Gott ge-schworne eheliche Treue erinnert werden, zugleich aber auchan die Unauflösbarkeit ihres Ehebandes, was durch die rundeGestalt des Ringes gesinnbildet wird. Nach gewechseltenRingen geben die Brautleute einander die Hände. Dießbedeutet und bekräftiget das gemachte Versprechen. Auch soll

dadurch angedeutet werden, daß man nn Ehestande schuldigsei, einander die Hände zu bieten und sich in allen StückenHilfe zu leisten. Darum spricht auch der Priester:Durchdie Zusanuucngcbung der Hände gelobet ihr einander vorGott und seiner Kirche gleichsam eidlich au, daß ihr Zeiteures Lebens gegen einander treu bleiben, beständig einanderunterstützen und in der Trübsal einander nicht verlassen wollet."

4) Hierauf umwickelt der Priester die beiden sich hal-tenden Hände kreuzweis mit der Stole. Dieses Umwickelnbedeutet, daß sie nun nach beiderseits gemachtem Versprechendurch das Band der Ehe verknüpft sind, so daß sie nurdurch den Tod allein geschieden werden können. Auch be-deutet dieses Umwickeln die innerliche Vereinigung der Herzen,daß sie nunmehr Ein Herz sein und sich gegenseitig liebenund helfen sollen. Auf die kreuzweise um die Händegewickelte Stole legt der Priester seine Hand und spricht:Ich bestätige, heiße gut und segne diese durch euch gemachteHeirath im Namen Gottes des Vaters und des SohncS unddes heiligen Geistes." Jetzt spricht der Priester nach ur-altem Gebrauche der Kirche über das neue Ehepaar denBrautsegen. Dieß geschieht nach dem Beispiele Gottes, wel-cher den beiden Stammeltern Adam und Eva seinen göttli-chen Segen mitgetheilt hat. (Genes. 1, 28.) Der Priesterbittet Gott den Herrn, daß er den neuen Eheleuten seineGnade verleihen, und ihnen Fruchtbarkeit, Frieden, Einigkeitund alle erwünschliche Wohlfahrt des Leibes und der Seelegeben wolle.

5) Endlich pflegt der Priester in manchen Pfarreien,wenn es nicht schon gleich anfangs geschehen ist, den Weinzu weihen, welcher der Johanneswein genannt wird, undgibt beiden Brautleuten davon zu trinken. Dadurch wirddie gegenseitige Liebe angedeutet, welche sie zu einander tra-gen sollen; denn der Wein ist seines Feuers und seinerStärke wegen ein Sinnbild der Liebe.

Fr. Was sollen die Eheleute nach geschehenerTrauung thnn?

Antw. Sie sollen Gott danken für die empfan-genen Gnaden und den Trauungstag auf eine christlicheWeise feiern.

Belehrung und Beispiel. Vor Allem sollen dieBrautleute Gott dem Herrn recht herzlich danken für dieGnade, die er ihnen durch dieses heilige Sakrament mitge-theilt hat, etwa mit folgenden Worten:Bestätige, o Herr!was du durch deine Gnade in uns gewirkt hast, damit wir