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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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538
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Drittes Hauptstuck. Von den gemischten Ehen.

mehrern Tausend Meilen durchwandert hatte, kam er inseinem 72. und letzten Lebensjahre nach Polen zurückund bereitete sich nun mit allem Eifer auf seinen nahenTod vor. Am 14. August wurde er von einer Krank-heit befallen, und Gott gab ihm zu erkennen, daß eram folgenden Tage, am Feste Mariä Himmelfahrt,sterben werde. H haci n th ermahnte nun seine Ordens-brüder zur Demnlh, Sanftmnth, zur Liebe und Armnth,wohnte der Metten und der heiligen Messe bei, empfinghierauf dis letzte Oelnng und die heilige Wegzehrungam Fuße des AltarS und verschied nach einigen Stundenruhig im Herrn 1257. Clemens Vill. setzte ihn imJahre 1594 unter die Zahl der Heiligen. Seme Reli-quien werden zu Krakau in einer prachtvollen Kapelleseines Namens aufbewahrt.

Gebet. Verleihe, o Gott! auf die Fürbitte desheiligen Hhacinth allen christlichen Eheleuten dieGnade, daß sie ihre großen und heiligen Pflichten treuund eifrig erfüllen und einst im Himmel in der ewigenGlorie miteinander vereint werden, wie sie hieniedenvereint waren durch das heilige Band der Ehe. Amen.

ZweihmldertimddreWgstes Lesestück.

Am Feierabende des 18. August.

Von den gemischten Ehen.

Fr. Was ist bei gemischten Ehen zwischen katho-lischen und nichtkatholischen Christen wohl zu bedenken?

Antw. Daß die Kirche solche Ehen von jeheraus sehr wichtigen Gründen mißbilligt hat und niemalszugibt, wenn nicht vorher die katholische Erziehung derKinder sicher gestellt worden ist.

Belehrung. Von jeher hat die Kirche die gemisch-ten Ehen, d. h. die Ehen zwischen katholischen und nicht-katholischen Christen, ans den wichtigsten Gründen mißbilligt.Die Kirche weiß nur zu gut, daß der katholische Theil beieiner solchen Ehe großer Gefahr ausgcsetzt ist, seinen Glau-ben entweder zu verlieren oder gegen denselben gleichgültigzu werden; daß die katholische Erziehung der Kinder gewöhn-lich mangelhaft, und nicht selten unmöglich ist; daß derNichtkatholik die Ehe weder als Sakrament, noch als unauf-löslich anerkennt, und darum nach seiner Lehre sich wiedertrennen und verheirathen kann, was dem katholischen Ehege-nossen nicht erlaubt ist; und daß eben deßhalb eine solcheChe nimmer ist, was doch jede christliche Ehe sein sollte, ein

treues Nachbild der innigsten, unauflöslichen VerbindungChristi mit seiner Kirche; endlich daß das Glück der ehelichenGemeinschaft vor Allem von der Gemeinschaft des Glaubensabhängt. Wenn daher die Kirche je eine gemischte Ehezugibt, so geschieht dieß nur unter folgenden Bedingungen:1) Daß der katholische Ehetheil ungehindert seiner Religionnachleben könne; 2) daß er sich angelegen sein lasse, dennichtkatholischcn Theil zur wahren Kirche auf dem Wege derUeberzcugung zurückzuführen; 3) daß alle Kinder in derkatholischen Religion erzogen werden. Und der Kirchedarf man cs nicht verargen, daß sie solche Bedingungensetzt; sie muß dieses Lhun; denn sonst müßte sie entwedergleichgültig zum ewigen Untergange ihrer Kinder sein oderläugnen, daß sie allein die wahre, seligmachende Kirche sei.

Beispiel und Anwendung. Schon Tertullian,welcher im zweiten Jahrhundert der christlichen Zeitrechnunglebte, schildert uns die kirchliche Ehe, mit der wir alsdannbeispielsweise eine un kirchliche Ehe des 19. Jahrhundertsvergleichen. Tertullian schreibt nun:Wie sollte ich imStande sein, das Glück einer Ehe zu schildern, welche dieKirche stiftet, das Meßopfer bestätigt, der priesterliche Segenbesiegelt? Zwei Gläubige sind da verbunden unter einemJoche zu Einer Hoffnung, zu Einem Gelübde und gleichemDienste; Geschwister sind sie einander, Mitdicner ohne