53»
Am Feierabende
Trennung des Geistes, noch des Fleisches. Sie sind inWahrheit Zwei in Einem Fleische, Ein Fleisch und EinGeist- Miteinander beten sie, miteinander fasten sie, lehreneinander, ermahnen einander. Miteinander sind sie in derKirche Gottes, miteinander beim heiligen Abendmahle, vereintin Nöthen, in Verfolgungen, in Erquickungen. Nichts ver-hehlen sie einander, sie meiden einander nicht, sind einandernicht beschwerlich .... Das heilige Meßopfer besuchen sieohne Lauigkeit, die tägliche Andacht üben sie ohne Hinderniß,nicht auf verstohlene Weise bezeichnen sie sich mit dem heili-gen Kreuze; sie beschleunigen nicht aus Furcht die Danksag-ung, und unter ihnen verstummt das Tischgebet nicht.(Sieh das vorhergehende Bild!) Zwischen ihnen beidenerschallet Psalm- und Lobgesang, und sie wetteifern mitein-ander, wer Gott am Besten diene. Solches schauet undhöret Christus, und freuet sich; Solchen sendet er seinenFrieden." — Die Schilderung einer unkirchlichen Eheaber lautet folgender Massen: „Zwei von verschiedenemGlauben sind verbunden unter Einem Joche; verschieden istihre Hoffnung, verschieden ihr Ehegelübde, (beim Einen auf-lösbar, beim Andern nicht), verschieden ihr Gottesdienst.Wenn auch dem Fleische nach Eins, sind sie dein Geistenach getrennt, sind nicht geistig verschwistert. Sie betennicht miteinander, sie fasten nicht miteinander, von gegensei-tiger Belehrung und Ermahnung in religiösen Dingen kannbei ihnen keine Rede sein. Getrennt von einander gehen siezur Kirche und zum heiligen Abendmahle; wenn auch imLebensglücke vereinigt, werden sie in Nöthen und Verfolg-ungen sich trennen. Das heilige Meßopfer besucht der katho-lische Theil nur mit Lauigkeit oder gar nicht; die täglicheAndacht übt er nicht ohne Hinderniß aus, oder unterläßt siegänzlich; mit dem heiligen Kreuze bezeichnet er sich nur ver-stohlener Weise. Unter solchen Eheleuten wird die Dank-sagung aus Furcht gar sehr beschleunigt, unter ihnen ver-stummt das Tischgebet. Zwischen ihnen erschallen keinegeistigen Gesänge, sie wetteifern nicht miteinander im Got-tesdienste." — Wie traurig muß also eine solche Ehe sein,wie arm wenigstens an inneren, höheren Freuden! Wersollte sonach im Stande sein, das Unglück einer Ehe zuschildern, welche die Kirche nicht stiftet, das Meßopfer nichtbestätigt, der priesterliche Segen nicht besiegelt?
Fr. Kann es also nie erlaubt sein, eine gemischteEhe einzugehen, wenn nicht vorher die katholische Er-ziehung der Kinder sicher gestellt ist?
Antw. Nein; denn eine solche Ehe wäre eineschwere Versündigung an der katholischen Kirche und ander geistlichen Wohlfahrt der zu hoffenden Kinder.
Belehrung und Beispiel. Der heilige Cyprian,Bischof von Carthago, zählt die gemischten Ehen unter diegrößten Sünden seiner Zeit und nennt sie „eine Entweihungder Glieder Christi," und mit Recht; denn durch Eingehungeiner gemischten Ehe versündigt man sich schwer an
des 18. August.
der katholischen Kirche und an der geistlichenWohlfahrt der zu hoffenden Kinder, indem mandiese der Kirche entreißt, anstatt sie ihr zuzuführen. O wieBiele sind durch gemischte Ehen schon unglücklich gewordensowohl in ihrer eigenen Person, als auch in ihren Kindern!Ein trauriges Beispiel hiezu liefert uns schon die heiligeSchrift des A. B. im 6. Kapitel des Buches Genesis. Esließen sich nämlich die gottesfürchtigcn Scthidcn durch dieSchönheit der ruchlosen Kainitinen blenden und nahmen siezu Weibern. Dadurch ward aber das Verderben allgemein.Noch höher stieg das sittliche Verderben bei den Kindern ausdiesen Ehen; denn von ihnen sagt die heilige Schrift! „Siewaren Niesen," und dieses nicht bloß buchstäblich, sondernauch geistig, d. h. Menschen voll Trotz und Stolz, voll An-maßung und Auflehnung gegen Gott. -— Nicht selten zeigensich auch noch heut zu Tage so traurige Folgen in gemischtenEhen, besonders in Bezug auf die Kinderzncht. Wehe daherDenen, die eine gemischte Ehe eingehen, ohne vorher diekatholische Erziehung der Kinder sicher gestellt zu haben!Sie versündigen sich schwer an der katholischen Kirche undan der geistlichen Wohlfahrt der zu hoffenden Kinder. Weheauch jenen lauen und gleichgültigen Eltern, welche in einesolche Ehe ihres Kindes einwilligen! Sie laden eine schwereVerantwortung bei Gott auf sich. Nie und nimmer gibt dieKirche zu derlei Ehen ihren Segen; und wie soll dannGottes Segen auf diesen Ehen ruhen? Zeigt cS nicht dietägliche Erfahrung, wie unglücklich gewöhnlich die gemischtenEhen sind? Es kann aber auch nicht anders sein; denn wodie Gemeinschaft des Glaubens fehlt, da fehlt auch die Ge-meinschaft und Seligkeit des ehlichen Lebens.
Legende: Die heilige Helena, Wittwe undKaiserin (f 328).
Schon in den ersten Zeiten des Christenthumsund auch noch zur Zeit der heiligen Kaiserin Helena,deren Fest heute gefeiert wird, zeigten sich gar oft unddeutlich die traurigen Folgen der gemischten Ehen zwi-schen Christen und Heiden. Ach, wieviel mußten da diechristlichen Frauen von ihren heidnischen Männern lei-den! Dem Himmel sei Dank, daß es besonders durchden mächtigen Einfluß dieser Heiligen, sowie ihres Soh-nes, des Kaisers Constantin des Großen, in derKirche Gottes besser wurde! Nachdem nämlich KaiserConstantin der Große den Sieg über seine Gegnererlangt und sich zum Christenthume bekannt hatte, be-gann für die Kirche eine neue, bessere Epoche. Tausendeließen sich taufen, darunter auch die Mutter des Kaisers,die heilige Helena. Als sie nun von ihrem Sohnezur kaiserlichen Würde erhoben war, verwendete sie die
68 *