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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Am Feierabende des 17. August.'

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fortbringen können. Ueberdieß sollen sich Eltern besondersdie einstige Versorgung ihrer Kinder sehr angelegensein lassen, d. h., sie sollen sich bemühen, dieselben in einensolchen Stand zu setzen, in welchem sie sich ordentlich fort-bringen können. 2) In Bezug auf das Seelenheilder Kinder sind ihnen die Eltern eine gute, christlicheErziehung schuldig. Bon der Erziehung hängt ja daszeitliche und ewige Wohl nicht nur der Kinder, sondern auchganzer Familien, ja, ganzer Länder und Generationen ab.Sie sollen aber ihre Kinder in Liebe und Gottesfurchterziehen, indem sie dieselben durch Wort und Beispielzum Guten anhalten, sowie durch gewissenhafte Aufsichtund vernünftige Bestrafung vom Bösen abhalten. (Sieh'das vorhergehende Bild!)

Beispiel und Anwendung. Herodot, ein alter-heidnischer Schriftsteller, erzählt, daß im Lande Apollonia,am adriatischen Meere gelegen, eine Heerde Schafe gewesensei, die man Sonnenschafe genannt habe, weil sie der Sonne,welche die Apollonier als eine Gottheit verehrten, geweihtwaren. Diese Schafe wurden Jahr aus Jahr ein voneinem aus dem vornehmsten Adel geweidet. Als nun einstein Edelmann, mit Namen Evenius, die Schafe hütete,schlief er Nachts ein, und unterdessen kam ein Wolf, raubteund zerriß Eines dieser Schafe. Dieß Unglück ging denApollonier» so sehr zu Herzen, daß sie dem schläfrigenHirten zur Strafe für seine Nachlässigkeit beide Augen miteinem glühenden Eisen ausbrannten. Euch, ihr christlicheEltern! sind die Seelen euerer Kinder und Hausgenossen an-vertraut worden. Demgemäß sind es zwar dem Namen nacheuere Kinder und Schafe, in der That aber vielmehr KinderGottes; es sind rechte Sonnenschafe, welche Christus, dieSonne der Gerechtigkeit, euch zu weiden, zu beschützen undvor allem Uebel zu behüten übergeben hat. So sehet dennwohl zu, daß ihr nicht schlafet und durch euere Fahrlässig-keit den Wölfen keinen Anlaß gebet, Eines dieser Schafe zurauben und der Hölle zuzuführen. Liebet sie mit heiligerchristlicher Liebe, sorget vor allen Dingen für das Heil ihrerSeelen, unterweiset sie in allem Guten und haltet sie anzur Tugend und Gottesfurcht; gehet ihnen mit einem gutenBeispiele voran und thut, was in eueren Kräften steht!Alsdann dürfet ihr einst vor den Richterstuhl Gottes hin-treten und sprechen:Siehe, Herr! hier sind Die, welchedu mir anvertraut hast, durch meine Schuld ist Keinesverloren gegangen!"

Legende: Der heilige Bekenner Hhacinth,Dominikaner (st 1257).

Heute erzähle ich dir, mein christlicher Leser!nachträglich die Geschichte des heiligen Bekenners Hha-cinth, dessen Fest die Kirche schon gestern gefeierthat. Denn er ist es gewesen, der in seinen gottbegei-

Mehler, Hausbuch.

sterten Reden und Predigten die christlichen Eheleuteoft und ernstlich an ihre großen und heiligenPflichten erinnerte. Dieser Heilige stammte anseinem der ältesten und berühmtesten Geschlechter Schle-siens und zeigte schon frühzeitig große Anlagen znrTugend. Seine Unschuld bewahrte er unversehrt mittenin den Gefahren, welchen er während seiner wissenschaft-lichen Laufbahn in Krakau, Prag und Bologna anöge-setzt war. Auf der Hochschule dieser letzter» Stadtward er zum Doktor der Rechte und der Gottesgelehrt-heit befördert. Nach seiner Rückkehr in die Heimat gabihm der Bischof von Krakau ein Canonikat an seinerKathedrale, wo sich Hhacinth ebenso sehr durch seineFähigkeiten, durch seinen Eifer und seine Klugheit auszeichnete, als durch seinen frommen, wahrhaft heiligenWandel. Als er im Jahre 1218 nach Nom kam, em-pfing er aus den Händen des heiligen OrdensstiftersDominikus selbst das Ordenskleid, und nun durchzoger als Missionär weite Länder; er verkündigte mitMuth und Eifer das Wort Gottes in Kärnthen, Stcher-mark, Oesterreich, Mähren, Schlesien und Polen, dannauch in Preußen, Pommern und Rußland, ja sogar inder Tartarei, und seine Predigten brachten überall diebewunderungswürdigsten Früchte hervor; denn er lebteauch so, wie er predigte. Daher ward er von Gottmit der Gabe der Wunder ausgerüstet, unter denenbesonders folgendes erwähnt wird. Als die Tartarendie Stadt Kiow in Sturm einnahmen und in Brandsteckten, ging der Heilige (sieh das obige Bild!) in Ver-einen Hand einen Speisekelch und in der andern einBildniß der seligsten Jungfrau haltend, mitten durchdie Flammen und setzte über den Dnieper. Nachdemder heilige Hhacinth als Missionär einen Weg von

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